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Perleberg Waldbrand-Einsätze zehren an den Kräften der Feuerwehrleute
Lokales Prignitz Perleberg Waldbrand-Einsätze zehren an den Kräften der Feuerwehrleute
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00:20 16.07.2018
Viele Feld- und Waldbrände gab es über den Monatswechsel – eine enorme Belastung für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute. Quelle: Bernd Atzenroth
Perleberg

 Der Sommer zeigte sich in den vergangenen Wochen viel zu trocken. Feld- und Waldbrände waren die Folge und das in einem großen Ausmaß. Fast täglich rückten die ehrenamtlichen Brandschützer in der Prignitz zu Einsätzen aus.

Die Freiwillige Feuerwehr Perleberg war über den Monatswechsel an neun Tagen ganze zwölf Mal im Einsatz und davon elf Mal zu Einsätzen auf Feldern oder im Wald. „Eine enorme Belastung“, findet Ortswehrführer Christoph Böhrnsen.

9000 Liter mit an Bord

Viele der Einsätze waren außerhalb des Stadtgebietes. Die Feuerwehrleute aus Perleberg rückten zur Unterstützung aus. Das liege wohl auch an ihrem Großtanklöschfahrzeug, dem sogenannten Tratra. Mit 9000 Litern an Bord ist er eine Wunderwaffe bei Feld- und Waldbränden.

Vor allem am 2. Juli waren die ehrenamtlichen Feuerwehrleute aus der Kreisstadt gefragt. Um kurz vor 14 Uhr erhielten sie eine Einsatzalarmierung nach Uenze (Gemeinde Plattenburg). Dort geriet ein Getreidefeld in Brand. Die Flammen drohten auf ein kleines Waldstück überzugreifen.

Durch die enorme Trockenheit kam es zu unzähligen Bränden in der Prignitz. Quelle: Bernd Atzenroth

Schnell war der Brand dort unter Kontrolle. Noch während den Maßnahmen vor Ort kam eine Anforderung aus der Gemeinde Karstädt. Bei Groß Warnow brannte ebenfalls ein Getreidefeld. Dort waren Windkrafträder in Gefahr. Als das Großtanklöschfahrzeug in Uenze nicht mehr benötigt wurde, rückte es zum nächsten Einsatz ab.

Noch auf der Anfahrt nach Groß Warnow tat sich eine weitere Rauchsäule auf. Bei Seetz brannte es auf einem Feld. Die Feuerwehrleute aus Perleberg fuhren zu ihrem dritten Einsatz an diesem Tag. Bei Groß Warnow brauchte man sie nicht mehr zwingend. Weitere Kräfte aus der Rolandstadt begaben sich direkt von der ersten Brandstelle in Uenze auch nach Seetz zum dritten Brand.

Jeden Moment kann ein Feuer ausbrechen

Auch dort drohte das Feuer auf ein kleines Waldstück überzugreifen. Mit dem Frontmonitor des Großtanklöschfahrzeugs konnte das verhindert werden. Schnell war der Brand unter Kontrolle und gelöscht. Nach einer kurzen Pause folgte am Abend ein weiterer Einsatz im Perleberger Stadtgebiet. Ein Quad-Fahrer verunglückte schwer – die Feuerwehr kam erneut zum Einsatz.

Es ist ein ehrenamtlicher Job zwischen Familie, Arbeit und körperlich sowie psychisch harter Arbeit. „Das war teilweise schon am und über dem Limit“, so Christoph Böhrnsen. Die enorme Trockenheit sei wie ein Pulverfass. Jeden Moment kann irgendwo ein Feuer ausbrechen.

Haufenweise Trinkwasser für den Einsatz passt in den Kühlschrank an Bord des Großtanklöschfahrzeugs der Feuerwehr Perleberg. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Tagelange Einsätze bei Waldbränden wie bei Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommer) und Lieberose (Landkreis Dahme-Spreewald) blieben in der Prignitz glücklicherweise aus. Doch die Feuerwehrleute aus Perleberg waren für jeden Einsatz gut vorbereitet.

„Wir haben unsere Trinkwasservorräte aufgestockt und mit zuckerhaltigen Säften ergänzt“, so der Perleberger Ortswehrführer. Auch kleine Päckchen an Jodsalz fanden auf Anraten aller Führungskräfte auf den Einsatzfahrzeugen Platz. Der Körper brauche in solchen Situationen nämlich auch Elektrolyte und Salze, um zu bestehen.

Jeder achte auf den anderen

Hinzu kamen extra Schulungen der Einsatzkräfte. „Die Feuerwehrleute sollen in jedem Einsatz blickig sein und auf ihrere Kameraden rechts und links achten“, sagt Böhrnsen. Auch eigene Anzeichen wie Kopfschmerzen oder Schwindel sollen alle ernst nehmen.

Da wo es ging gab es Marscherleichterung, also Jacke aus. „Wir schwitzen um uns zu kühlen, das geht unter der Jacke nicht“, so Christoph Böhrnsen. Der Rest bleibt an, aus Sicherheitsgründen. Doch auch Pausen gehören dazu, dann am besten im Schatten.

Es wird wieder sonnig und trocken

Es ist viel Freizeit, aber auch Arbeitszeit, die durch solche außergewöhnlichen Einsatzgeschehen verloren gehen. „Täglich haben wir mit Einsätzen gerechnet“, so Böhrnsen. Arbeit bleibt liegen, die Familie kommt zu kurz: Das war an diesen Tagen keine Seltenheit.

Nun gab es den lang ersehnten Regen. Doch mit durchschnittlich 10 Liter pro Quadratmeter blieb die Prignitz von Dauerregen und einhergehenden Überschwemmungen verschont. Und schon in den nächsten Tagen soll es wieder wärmer und sonniger werden und das bedeutet wieder eine trockene Zeit in der Region.

Von Marcus J. Pfeiffer

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