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Perleberg Jugendstil-Laden kann bald restauriert werden
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01:15 16.03.2019
Das Jugendstildekor im alten Fleischerladen in Perleberg ist deutschlandweit einmalig. Die Glasdecke soll jetzt restauriert werden. Quelle: Bernd Atzenroth
Perleberg

Rund um Perlebergs „Wohnstube“, den Großen Markt, gibt es viele versteckte Kleinode. Ein ganz besonderes ist sicher der alte Fleischerladen an der Ecke Poststraße, insbesondere der Verkaufsraum.

Der ist nämlich mit seinem Jugendstil-Dekor fast einmalig in ganz Deutschland. Die kostbaren Fliesen an den Wänden zeigen Tiermotive, darüber befindet sich eine nicht minder schöne, aber restaurierungsbedürftige Decke.

Noch keine konkrete Fördersumme genannt

Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (GWG) Perleberg-Karstädt, in deren Bestand sich das Gebäude befindet, hatte nun Erfolg bei dem Bemühen, für die Restaurierung insbesondere der Glasdecke eine Förderung zu erhalten. Denn die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) führt das Objekt nun unter den Gebäuden auf, die aktuell im Jahr 2019 aus Mitteln der Stiftung gefördert werden sollen.

Das Gebäude  der alten Fleischerei von außen betrachtet. Es grenzt direkt an den Großen Markt von Perleberg. Quelle: Bernd Atzenroth

Wie hoch diese Förderung sein wird und welche Modalitäten damit verbunden sind, weiß GWG-Geschäftsführer Ronald Otto noch nicht. Er hat am Dienstag das Schreiben mit der Förderzusage von der Stiftung erhalten. Allerdings ist darin noch keine konkrete Summe genannt. Doch wird bald ein Vertrag darüber ausgearbeitet.

Laut Gutachten Kosten von 12 000 Euro

Nach einem Kostenvoranschlag geht es um eine Summe von 12 000 Euro, die bezuschusst werden soll. „Wir hatten mit einem Restaurator gesprochen, der ein restauratorisches Gutachten über die Glasdecke erstellt hat. Sie muss neu befestigt werden“, erklärt Otto.

In den Genuss einer Förderung zu kommen, war aber keine leichte Angelegenheit. „Wir haben da langen Atem bewiesen“, sagt Otto. Denn die brandenburgische Denkmalförderung hatte zunächst abgelehnt, das Vorhaben zu unterstützen. „Über den Landkreis sind wir schließlich zur Deutschen Stiftung Denkmalschutz gekommen“, erinnert sich Otto, „Gordon Thalmann hat uns sehr dabei geholfen.“

Auf der vom Bürgerverein Perleberg angebrachten historischen Tafel finden sich Angaben zur Geschichte des Gebäudes. Quelle: Bernd Atzenroth

Schon bei einem Vor-Ort-Termin hätten sich die Vertreter der Stiftung begeistert gezeigt, erinnert sich Otto. Das wird auch durch den Text gespiegelt, der auf der Webseite der Stiftung zum Objekt zu finden ist und auf dem auf die Geschichte des Gebäudes Bezug genommen wird.

Fliesen auf der Weltausstellung 1897 gezeigt

In den Jahren 1905 und 1906 richteten die Brüder Kniß, die aus Pritz­walk kamen, ihre Fleischerei und Wursterei im Jugendstil ein. Der Hingucker sind für die Stiftung die Fliesen-Wandbilder, auf denen malerische weite, durch Bäume begrenzte Landschaften mit naturalistischen Darstellungen von Rindern, Schafen und Schweinen, mit einem Schäfer und einem Hütehund dargestellt sind. Kacheln, Fliesen und Metallarbeiten sind laut der Plakette des Bürgervereins am Gebäude bereits 1897 auf der Weltausstellung in Brüssel gezeigt worden.

Hersteller der Fliesenbilder war die „Vereinigte Servais-Werke AG Ehrang“, ein laut Denkmalstiftung damals renommierter Fliesenhersteller, der wohl auch den Bodenbelag hergestellt hat. Die Glasdecke besteht zum großen Teil aus quadratischen Milchglasscheiben, aus golden hinterlegten Gläsern sowie einem umlaufenden farbigen Fries. Weil teilweise die Farbe abblättert, manche Gläser fehlen oder schon ersetzt werden mussten, bittet die Stiftung auch um Spenden zum Erhalt der Gläser, den sie jetzt bezuschussen will.

Das Jugendstildekor im Innern des alten Fleischerladens in Perleberg ist deutschlandweit einmalig. Das Glasdecke soll jetzt restauriert werden. Quelle: Bernd Atzenroth

„Sobald das Geld hier ist, geben wir den Sanierungsauftrag heraus“, erklärt Ronald Otto. Für das seit zwei Jahren leerstehende Ladenlokal – damals schloss die Tapasbar wieder, die zwischenzeitlich dort eingezogen war – gibt es nach einer Sanierung schon Pläne, um es wieder mit Leben zu erfüllen. „Am liebsten wäre es mir, wenn wieder eine Fleischerei reingeht“, findet Otto.

So wie es halt ursprünglich und dann auch wieder nach 1945 bis zum Umzug der Fleischerei Prüter war. „Aber wenn das nicht geht, dann nicht.“ Immerhin gebe es zwei Interessenten. „Es sind alle Räumlichkeiten da, um es wieder gut zu nutzen“, sagt Otto.

Von Bernd Atzenroth

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