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Perleberg Lesung unterm Apfelbaum im Judenhof
Lokales Prignitz Perleberg Lesung unterm Apfelbaum im Judenhof
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12:49 02.08.2018
Hartmut Schneider ließt aus dem Buch "Beni, Oma und ihr Geheimnis" unterm Apfelbaum im Perleberger Judenhof den Grundschulklassen vor. Quelle: privat
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Perleberg

Es ist eine traurige Geschichte. Oma erzählt Beni, dass sie nur einmal in ihrem Leben etwas Wichtiges verloren hat, ihren Rucksack. Es geschah auf der Flucht vor den Nazis nach Frankreich. Im Rucksack befand sich ein Fotoalbum von ihren Eltern. Als sie zurückkam war ihre Mutter tot – ermordet im Konzentrationslager.

Es ist eine Enkel-Großeltern-Geschichte für alle Generationen. „Beni, Oma und ihr Geheimnis“, heißt das Buch von Autorin Eva Lezzi. Humor, Traurigkeit und Realität liegen in der Geschichte oft nah beieinander. Sie handelt vom Erinnern und Vergessen, von Ordnung und Chaos, vom jüdischen Leben im heutigen Deutschland und vom nicht immer einfachen, jedoch liebevollen Miteinander der Generationen.

Alle Religionen stehen im Mittelpunkt

Das Buch ist Teil der Veranstaltung „Lesung unterm Apfelbaum“ im Perleberger Judenhof. „Kinder sollten rechtzeitig anfangen zu erfahren und zu verstehen, was passiert ist“, sagt Hartmut Schneider vom Perleberger Kulturverein. Regelmäßig lädt er Kinder in den Judenhof ein und ließt aus dem Buch unter einem Apfelbaum vor. Denn das Thema sei immer noch brandaktuell. „Es spiel in der Gegenwart. Neonazis gibt es auch noch heutzutage.“

6.000.000 ermordete Juden seien eine unvorstellbar große Zahl. „Zwar steht das Judentum im Zentrum des Buches, stehen alle Religionen genauso im Mittelpunkt“, so Schneider. Kein Mensch, egal welcher Herkunft und welchen Glaubens, sollte ausgegrenzt werden, meint er. „Mit der Lesung sollen die Kinder eine vernünftige Lebensauffassung auffassen.“

Schauplatz: Der Apfelbaum im Judenhof

Die Kantorin Jalda Rebling entdeckte damals den Apfelbaum im Garten des Judenhofes. Von ihr stammt die Idee. Auf der Suche nach einem kindgerechten Buch, passend zum Thema, kamen Hartmut Schneider und sein Team schnell auf die Geschichte von Eva Lezzi. Schon viele Kinder kamen auf den Genuss, spannend und interessiert der Lesung zu lauschen.

Oft kommen ganze Grundschulklassen. In den Ferien sollte es etwas offener gestaltet werden – mit mäßigem Erfolg. Nur wenige nahmen das Angebot an. „Seit 1969 mache ich in der Prignitz Kultur mal mit mehr und und mal mit weniger großem Erfolg“, so Hartmut Schneider.

Vorlesungen für Schüler des Gymnasiums

Mit einem neuen Buch von Eva Lezzi werden im neuen Schuljahr auch die siebten bis neunten Klassen des Gymnasiums angesprochen. Doch zuvor kommt die Autorin Eva Lezzi selbst noch einmal nach Perleberg und ließt am 23. August unter Apfelbaum. Dazu sind 25 Kinder aus beiden Grundschulen der Rolandstadt eingeladen.

Von Marcus J. Pfeiffer

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