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Perleberg Märkte in Perleberg in der Kritik
Lokales Prignitz Perleberg Märkte in Perleberg in der Kritik
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00:25 18.04.2019
Nur anfassen, nicht kaufen: Kohl als Dekoration beim Suren-Hansen-Markt. Quelle: Stephanie Fedders
Perleberg

Im jüngsten Ausschuss für Kultur und Tourismus regte sich Widerstand gegen die Umsetzung der Wochen- und Sondermärkte in Perleberg. Ein Weihnachtsmarkt mit Plastikzelten statt Holzhütten und ein Suren-Hansen-Markt mit nur zwei Knieperkohl-Ständen waren der Anlass zur Diskussion.

Stadtverordnete können sich beteiligen

Marktbetreiber Bernd Gellesch steht dem sichtlich gelassen gegenüber. Er würde gerne mehr Holzhütten auf den Weihnachtsmarkt stellen. „Das ist alles eine Preisfrage“, erklärt der Betreiber, der insgesamt 22 Märkte organisiert. Aus seiner Sicht wollen die Händler jedoch weg davon. Die Buden seien für sie einfach zu klein, Zelte hingegen beliebig nutzbar.

Die Fleischerei Hildebrandt aus Kletzke hatte extra die Gulaschkanone für Knieper und Lungenwurst zum Suren-Hansen-Markt mitgebracht. Quelle: Stephanie Fedders

Positiv beurteilt Bernd Gellesch die Müllsituation auf dem Weihnachtsmarkt. Im vergangenen Jahr gab es erstmals Porzellantassen statt Pappbecher. „Wir haben etwa ein-drittel unseres Mülls reduziert und so Geld gespart“, informiert der Marktbetreiber. Etwa 90 Prozent aller Händler hätten sich an der Aktion beteiligt.

Für dieses Jahr hat Bernd Gellesch alle Stadtverordneten aufgerufen, sich an der Organisation des Weihnachtsmarktes zu beteiligen. Aus seiner Sicht könnte eine Arbeitsgruppe gebildet werden. „Das haben wir in Kyritz schon so gemacht. Da hat auch der Betriebshof unentgeltlich geholfen“, erzählt er. In diesem Jahr möchte Bernd Gellesch im Dezember eine Kunsteisbahn nach Perleberg holen.

Guter Start, schlechter Schluss

Zum Suren-Hansen-Markt Anfang März gab es von den Besuchern viel Kritik. So hoffnungsvoll der Start in die Knieperkohlsaison am 10. November in Pritzwalk mit einem abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm im Kulturhaus begann, so enttäuschend war der Eindruck zum Abschluss in der Kreisstadt. Das Thema Knieperkohl und seine Vermarktung treibt auch den Tourismusverband Prignitz um, der viele Aktivitäten dazu begleitet und bewirbt.

Das Thema Knieperkohl, immerhin das „Nationalgericht der Prignitz“, fand in der Umsetzung nur wenige Anbieter. „Die Resonanz meiner Anfragen bei den Händlern war sehr schlecht“, erzählt Bernd Gellesch. Seinen Aussagen nach habe er persönlich einige Händler aufgesucht und sogar mit einem kostenlosen Stand geworben – vergebens.

Bei zwei Grad und bewölktem Himmel standen den Gästen des Suren-Hansen-Marktes nur Bierzeltgarnituren unter freiem Himmel zur Verfügung. Quelle: Bernd Atzenroth

„Wir erhielten viele Absagen. Mehr kann ich nicht machen“, sagt er. Trotzdem fand der den diesjährigen Suren-Hansen-Markt sehr gelungen. „Das Wetter war schön und der Platz gut besucht.“ Der Marktbetreiber habe nichts Negatives von den Händler gehört. In Zukunft möchte er jedoch feste Marktzeiten integrieren.

Feste Marktzeiten und belebte Innenstadt

Jan Domres (Die Linke) kritisierte in diesem Zusammenhang vor allem die Wochenmärkte an jedem Donnerstag. „Am Nachmittag stehen kaum noch Stände dort. Für die arbeitenden Einwohner ist das nicht schön“, bemängelt der Stadtverordnete. Schon nach dem Mittag packen die ersten Händler ihre Sachen und ziehen weiter.

„Die Händler haben eine feste Route. Nach dem Wochenmarkt geht es für sie noch in den Dörfern weiter“, so Bernd Gellesch. In Zukunft möchte er das mit neuen Vereinbarungen besser regeln. Der Marktbetreiber würde sich auch wünschen, wenn die festen Händler in der Innenstadt mehr Verständnis zeigten. Oft ist bei den Märkten in der Innenstadt „tote Hose“. Kein Geschäft hatte beim Suren-Hansen-Markt über den Mittag hinaus offen.

Von Marcus J. Pfeiffer

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