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Perleberg Massives Fischsterben in den Karpfenteichen
Lokales Prignitz Perleberg Massives Fischsterben in den Karpfenteichen
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01:15 05.08.2018
Ein schreckliches Bild bot sich am Donnerstag an den Karpfenteichen bei Perleberg – hunderte Fische lagen tot am Seeufer. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Perleberg

„Noch ist es nicht zu spät, die Tiere zu retten“, sagt Hugo Schroeder. Er geht oft an den Karpfenteichen bei Perleberg angeln. Am Donnerstag war er schockiert. Hunderte Fische starben. Ein beißender Gestank machte sich breit. Entlang des gesamten Seeufers strandeten die Kadaver – vor allem Barsche und Rotfedern.

Doch auch viele der großen Karpfen schafften den Überlebenskampf nicht. „Von etwa 15 Graskarpfen fand ich sechs tot auf“, so der leidenschaftliche Angler. Solch ein dramatisches Ausmaß ist auch für ihn etwas Neues. „Am Sonntag war ich noch hier, da war das noch nicht. Das muss in den letzten Tagen erst passiert sein.“

Einige Fische treiben tot auf der Wasseroberfläche. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Schuld daran ist die enorme Trockenheit und die hohen Temperaturen. „Den Fischen geht es genauso, wie uns Menschen“, sagt Kurt Augustin, Abteilungsleiter Wasser und Wirtschaft im Landesumweltamt. Das Wasser erwärme sich stark. Der Sauerstoffgehalt im Wasser gehe aus diesem Grund zurück.

Fische kämpfen um ihr Überleben

„Die Fische suchen sich deshalb schattige Plätze, beispielsweise unter Baumbeständen“, erklärt Augustin. Doch das ist nicht überall möglich. Im Karpfenteich fehlen zudem Pflanzen, die sich aufgrund der aktuellen Situation kaum bildeten. Die vielen Fische starben qualvoll – sie erstickten. Viele weitere kämpfen vermutlich noch um ihr Leben.

Sechs Graskarpfen haben den Kampf um ihr Überleben verloren. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Immer wieder kommen Fische an die Wasseroberfläche. „In solchen kurzen Abständen und in der Masse ist das ziemlich ungewöhnlich“, sagt Hugo Schroeder. Spiegelkarpfen und Hechte leben nach seinen Aussagen noch reichlich im Gewässer. „Schnell sollte was unternommen werden.“ Die Wassertiefe der Karpfenteiche beträgt derzeit nur noch rund 60 Zentimeter.

Feuerwehr am Beyerteich im Einsatz

Bauamtsleiter Hagen Boddin von der Stadt Perleberg sieht kaum Handlungsmöglichkeiten. „Derzeit sehe ich keine Maßnahmen, die wir seitens der Stadt in Angriff nehmen können“, sagt er. Doch er versprach, dass sich die Stadt der Sache annehme. Da die Mitarbeiterin aus dem Bereich Umwelt sich allerdings gerade im Urlaub befinde, könne das erst in der nächsten Woche passieren.

Bis dahin wird es vermutlich keine Entspannung geben. Regen ist nicht in Sicht. Doch dies ist nicht der erste Fall dieser Art: Bereits vor drei Jahren kam die Perleberger Feuerwehr bei einem ähnlichen Vorfall zum Einsatz. Am 19. August 2015 pumpten sie Wasser in den Beyerteich, um den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. Dort starben damals auch viele Fische.

Mit einer Tiefe von nur noch rund 60 Zentimetern ist der Karpfenteich extrem niedrig. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Den Tieren im Tierpark hingehen gehe es prächtig, wie Tierparkleiter Michael Niesler bestätigt. „Sie verkraften die Hitze anscheinend noch besser, als wir Menschen“, beurteilt er die Situation. Ein großer Vorteil: Der Tierpark liegt mitten im Wald und bietet viel Schatten. Zudem kann jedes Tier jederzeit nach eigenem Bedarf Wasser trinken.

„Ein besonderes Augenmerk liegt derzeit auf unseren Vögel. Die mögen es eher feucht“, so Niesler. Doch keine Tiere sind durch die hohen Temperaturen gefährdet. „Für unsere Mitarbeiter hat es aktuell oberste Priorität die Tränken aller Tiere immer wieder aufzufüllen.“

Von Marcus J. Pfeiffer

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