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Perleberg Bürger wehren sich gegen Bauschuttanlage
Lokales Prignitz Perleberg Bürger wehren sich gegen Bauschuttanlage
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00:43 30.04.2018
In der Kiesgrube bei Perleberg soll eine Recyclinganlage entstehen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Perleberg

Eine Recyclinganlage mit einer Größe von 1,7 Hektar am Rande von Landschaftsschutzgebieten, das geht so nicht, sind sich die Bewohner der Dörfer Groß Buchholz, Lübzow und Groß Linde einig. Die PS Kieswerke südlich der Ortslage Groß Buchholz auf dem sogenannten Golmer Berg bei Perleberg wollen neben dem Kiesabbau nun auch Bauschutt, unter anderem für das Herstellen von Tragschichten brechen. Dazu wäre eine Änderung des Flächennutzungsplans nötig. Doch die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses lehnten die Beschlussempfehlung ab.

Die Anwohner befürchten, dass ein Areal, das derzeit unter das Bergbaurecht fällt, zu einem Gewerbegebiet umgewandelt wird. „Es ist nicht stimmig, was hier abgeht. Hier entsteht ein neuer Gewerbezweig auf Kosten der Natur“, betont Nadja Schwark, sachkundige Einwohnerin und Ortsvorsteherin von Groß Buchholz. Über ein derartiges Sonderobjekt hätte man keine Macht mehr. Sobald dort der Kiesabbau beendet ist, könne man dort weiter recyceln bis in die Ewigkeit.

Nicht auf Kosten der Natur

177 Unterschriften haben die Einwohner der umliegenden Dörfer an Frank Döring, dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung überreicht. „Als Bürger haben wir nichts gegen Recyclinganlagen, ein Ausgleich muss geschaffen werden, doch nicht an dieser Stelle auf Kosten der Natur“, so Schwark. Man müsse einen anderen Standort finden, plädiert Beate Groschinski, Ortsvorsteherin von Lübzow. Malte Hübner-Berger, Ortsvorsteher von Groß Linde, machte darauf aufmerksam, dass es vor wenigen Jahren noch ganz andere Pläne für das Areal gab. „Es sollte ein See entstehen mit umliegender Aufforstung. Heute ist man weit weg, von dem, was man damals gesagt hat.“

Der momentane Kiesabbau fällt unter das Bergbaurecht. Ein zur Straße gelegener Teil des Kiessandtagebaus ist abgebaut und soll nun aus dem momentanen Recht entlassen werden, um eine Recyclinganlage zu realisieren. Damit wäre dann das Landesamt für Umwelt die aufsichtsführende Behörde.

Vorgänge seien behördlich geprüft

„Wir sind die ’Potenzialregion Prignitz’, wir wollen wachsen und die Wirtschaft ankurbeln“, sagt Britta Holzhauer von PS Kieswerke. Mit der Recyclinganlage mache man nichts Neues, es sei eine reine Umverlegung. Die ganzen Vorgänge seien behördlich genaustens geprüft und unter strenger Aufsicht. „Ohne die verschiedenen Sparten können wir nicht existieren.“

Die Ausweisung als zweckgebundenes Sonderobjekt sei für den Investor dringend erforderlich, um eine Genehmigung im Bundesimmissionsschutzgesetz beantragen zu können. Nur so ist eine Umsetzung des Vorhabens möglich. Die endgültige Entscheidung fällt am Donnerstag, 24. Mai, bei der Stadtverordnetenversammlung.

Von Marcus J. Pfeiffer

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