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Perleberg Plattenburg kämpft gegen Riesen-Windanlagen in Söllenthin
Lokales Prignitz Perleberg Plattenburg kämpft gegen Riesen-Windanlagen in Söllenthin
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16:02 13.03.2019
Der Plattenburger Ortsteil Söllenthin ist bereits von vielen Windanlagen umgeben. Quelle:  
Kletzke

Die Zukunft des Windparks in Söllenthin spaltet nach wie vor die Gemeinde Plattenburg. Für den Vorschlag von Gemeindevertreter Rainer Schneewolf, mit einem selbst finanzierten Bebauungsplan Einfluss auf die Entwicklung des Gebietes zu nehmen, gab es am Dienstagabend im Hauptausschuss keine Mehrheit. Mit drei zu eins Stimmen lehnten die Mitglieder den Beschluss ab.

Ausschüsse unterschiedlicher Meinung

Das muss allerdings noch nicht das letzte Wort gewesen sein. Obwohl abgelehnte Vorlagen nicht weiter behandelt werden, soll es eine Ausnahme geben. „Die Verwaltung hat vorgeschlagen, das Thema trotzdem auf die Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung zu nehmen“, sagte Rainer Schneewolf.

Damit würde der bislang sehr konträr geführten Diskussion und den unterschiedlichen Positionen der Gremien Rechnung getragen. Im Gegensatz zum Hauptausschuss gab es nämlich im Ausschuss für Ordnung, Soziales und Umwelt auf der jüngsten Sitzung eine deutliche Mehrheit für den Vorschlag.

Antrag auf Repowering ist schon gestellt

Das lässt für die Gemeindevertretung, die am 20. März zusammenkommt, viel Spielraum für das Abstimmungsverhalten der Mitglieder. „Es gibt ein Spitz auf Knopf“, prophezeit Schneewolf: „Wie das ausgeht, ist sehr unsicher, da drei Abgeordnete auch noch befangen sind.“

Rainer Schneewolf sieht in einem Bebauungsplan für den Plattenburger Bereich des Windeignungsgebietes 21, das an die Gemarkung Gumtow angrenzt, die letzte Möglichkeit, zu retten, was überhaupt noch zu retten ist.

Ausgangslage ist der Ende vergangenen Jahres direkt bei der Genehmigungsbehörde, dem Landesamt für Umwelt, gestellte Antrag des Investors Christian Wenger-Rosenau für den Neubau von fünf Anlagen. Zuvor hatte er die Zusage zur Finanzierung eines Bebauungsplanes zurückgezogen, da ihm der Entscheidungsprozess der kommunalen Ebene zu lange gedauert hatte.

Anlagen sollen unter 200 Metern bleiben

Mit einem Bebauungsplan will die Gemeinde versuchen, den „Super-Gau“ für die Einwohner von Söllenthin und die Natur abzuwenden. Durch das so genannte „Repowering“, den Austausch alter gegen leistungsfähigere und höhere Anlagen, drohen diese auf eine Höhe von 240 Metern anzuwachsen. „Wir müssen sehen, dass wir unter 200 Meter bleiben“, sagt Rainer Schneewolf.

Dass es geht, zeigen andere Windparks in der Gemeinde, argumentiert Schneewolf. Bei Neu Schrepkow stünden 150 Meter hohe Anlagen und im B-Plan für die Umgebung von Kletzke sei eine Begrenzung auf 200 Meter festgesetzt.

Die Erstellung eines Bebauungsplanes will die im Haushaltssicherungskonzept steckende Gemeinde refinanzieren. Grundlage kann das von der Landesregierung angedachte Windenergieanlagenabgabegesetz sein, das noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden soll.

Egal wie auch immer die Weichen gestellt werden: Für die betroffenen Bürger in Söllenthin kann es nur um eine „verträgliche Lösung gehen“, bekräftigt Rainer Schneewolf. „Dass wir um den Bau von Anlagen komplett vorbeikommen, ist aussichtslos.“

Von Stephanie Fedders

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