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Perleberg Prignitz: Neue Heimat für Flüchtlinge unter 18
Lokales Prignitz Perleberg Prignitz: Neue Heimat für Flüchtlinge unter 18
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00:23 03.02.2019
Ankunft der syrischen Familie Alfandi am Bahnhof Wittenberge – nicht alle Kinder und Jugendliche kamen mit der ganzen Familie. Quelle: Archivfoto: König
Perleberg

„Der größte Berg liegt hinter uns“, so Bernd Dannemann, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses im Landkreis Prignitz. Vor dreieinhalb Jahren begann die große Flüchtlingswelle in Deutschland. Tausende Menschen flohen vor Krieg und Verfolgung auch nach Brandenburg, unter ihnen viele Kinder und minderjährige Jugendliche ohne Eltern.

Einen Überblick über die aktuelle Situation in der Prignitz gab nun Sachbereichsleiterin Heike Weise. „Von 155 Ankünften sind noch 18 Fälle ungeklärt“, berichtet sie. Im Februar 2016 waren besonders viele minderjährige Flüchtlinge ohne Eltern in der Prignitz.

„Meist handelt es sich um 16- oder 17-Jährige“

Eine ernste Situation für die Verwaltung: „Wir hatten viele Fragen, die gar nicht oder nur unzureichend beantwortet werden konnten“, so Bernd Dannemann. Trotz der Entspannung der Lage dürfe aus seiner Sicht jedoch „keine Routine aufkommen“.

Acht Träger kümmern sich seither um Unterkunft, Bildung, Verpflegung und medizinische Versorgung der minderjährigen Flüchtlinge. Noch immer sind zum Beispiel bei der Bildungsgesellschaft, Haus Hoffnung und der evangelischen Jugendhilfe Friedenshort Minderjährige untergebracht. „Meist handelt es sich dabei um 16- oder 17-Jährige“, so Weise. Nur etwa ein Prozent der ankommenden Flüchtlinge waren unter neun Jahre alt.

Falsche Angaben

Zur Schule gehen und gingen sie alle. Derzeit besucht ein Jugendlicher die Berufsschule, die 17 anderen gehen an das Oberstufenzentrum. Zwischenzeitlich gab es laut Weise aber auch einige Abgänge. Bei zwei Dritteln der Flüchtlinge bestand kein weiterer Bedarf an Hilfe, da sie volljährig wurden.

Ein kleiner Teil verschwand von einem Tag auf den anderen oder konnte an seine Eltern übergeben werden. „Bei sieben Prozent der Flüchtlinge stellten wir fest, dass sie falsche Angaben bei ihrem Alter gemacht haben und sie bereits volljährig waren“, sagt die Sachbereichsleiterin für Jugend-, Sozial- und Gesundheitsmanagement des Landkreises.

Spekulationen über die Prognose

Über die zukünftige Entwicklung könne sie nur spekulieren. Derzeit wird das Aufnahmesoll nur zu etwa 50 Prozent erfüllt. „In den kommenden Jahren ist mit vermehrten Zuweisungen zu rechnen, um die tatsächlichen Fallzahlen an das Aufnahmesoll anzugleichen“, so Heike Weise. Die bisher für den Landkreis entstandenen Kosten in Höhe von 6,2 Millionen Euro hat das Land vollständig erstattet.

Von Marcus J. Pfeiffer

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