Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Perleberg Radler setzen sich für die Organspenden ein
Lokales Prignitz Perleberg Radler setzen sich für die Organspenden ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:41 27.07.2018
Der Roland begrüßte die 28 Radler von der „Radtour pro Organspende“ des Vereins Trans-Dia am Freitag in Perleberg. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Perleberg

Etwa 59 Kilometer bestritten rund 30 Radfahrer der „Radtour pro Organspende“ am Freitag – trotz der enormen Hitze. Sie fuhren von Pritzwalk nach Wittenberge. Am frühen Nachmittag pausierten sie in Perleberg.

Insgesamt radeln die Teilnehmer über 680 Kilometer von Bremen bis nach Stendal. Sie wollen auf die Bedeutung der Organspende aufmerksam machen und sich öffentlich bei den Spendern und deren Angehörigen bedanken. Dafür machen sie an vielen Krankenhäusern entlang ihrer Strecke halt.

Seit 2007 fahren Herz-, Leber-, Lungen- und Nierentransplantierte Menschen mit der Radtour quer durch Deutschland. In diesem Jahr findet die vom Verein Trans-Dia veranstaltete Tour nun schon zum achten Mal statt.

„Die Organspende hat unserer Radgruppe insgesamt 217 gewonnene Lebensjahre ermöglicht“, erzählt Trans Dia-Vorsitzende Gudrun Manuwald-Seemüller, die 2002 selbst eine Leber als Spenderorgan erhielt.

Pausiert wird an vielen Krankenhäusern, um „einfach mal Danke zu sagen.“ Nach Außen hin sei das Thema kaum eine Diskussion. „Doch es geht alle Teile der Gesellschaft etwas an“, betont Peter Kreilkamp, der ebenso durch eine Organtransplantation die Chance auf ein neues Leben bekam.

Das Thema sei äußerst komplex. Umso wichtiger sei den Teilnehmern die Öffentlichkeit und Transparenz. Sie alle Leben mit einer Organtransplantation oder warten darauf. Ein gesundes Leben und auch solche sportlichen Betätigungen gehören dazu. Auch an Wettbewerben, bis auf europäischer Ebene, nehmen die Mitglieder des deutschlandweit organisierten Vereins regelmäßig teil.

Hans-Jürgen Kohler ist mit 75 Jahre der älteste Radler bei der diesjährigen Tour. Er kommt aus dem Schwarzwald, hatte vor 26 Jahren eine Transplantation und ist schon fast zehn Jahre bei der Tour dabei. Schon über 32 Jahre lebt Klaus Zinnecker mit einer Nierentransplantation.

Sie alle machten am Freitag halt in Perleberg. Bürgermeisterin Annett Jura, die selbst einen Organspendeausweis hat, begrüßte die Radler. Perleberg ist selbst Gründungsmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen und mache alles erdenkliche für den Radtourismus. „Die Aktion passt gut zu Perleberg“, sagt Annett Jura.

Doch es gibt auch Schattenseiten, auf die die Radler aufmerksam machen möchten. „Die Organspendeskandale der letzten Jahre haben dazu geführt, dass die Zahl der Spenden mit einem bundesweiten Durchschnitt von 12,8 Spendern pro eine Million Einwohner einen dramatischen Tiefstand erreicht haben“, heißt es vom Verein Trans-Dia.

Die vielen Wartepatienten sollen dieser Situation machtlos gegenüber stehen. Der Verein beziffert, dass jeden Tag etwa vier Menschen sterben, denen ein Spenderorgan ein Weiterleben ermöglicht hätte. Oft liege es bei den äußerst schwierigen Entscheidungen für die Angehörigen.

Denn anders als in manch anderen europäischen Ländern gibt es in Deutschland keine Widerspruchslösung. Jeder Einzelne muss einer Organspende im Vorhinein zustimmen. Anderswo, beispielsweise in Italien, Österreich und Polen, ist jeder Patient automatisch Organspender, bis er dem widerspricht.

Von Marcus J. Pfeiffer

Die Feuerwehren sind bei anhaltender Trockenheit im Dauereinsatz. Am Donnerstag brannte es bei Schönfeld und Pritzwalk. Putlitz-Berger Wehren hatten im Juli bereits 24 Brandeinsätze.

27.07.2018

Hochsommer und Extremhitze in der Prignitz: Das Freibad in Perleberg erfreut sich derzeit über einen regen Zustrom an Besuchern. Flüssigkeitsmangel und Allergien werden im Kreiskrankenhaus täglich behandelt.

29.07.2018

Eine lang gehegte Vision wird Wirklichkeit: Der Bau einer neuen Kita und eines Multifunktionsgebäudes in der Nähe des Kreiskrankenhauses in Perleberg hat begonnen.

27.07.2018