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Perleberg Stärker von Windkraft umzingelt als erlaubt
Lokales Prignitz Perleberg Stärker von Windkraft umzingelt als erlaubt
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02:18 19.05.2018
Den Ortsschwerpunkt von Söllenthin ermittelten Mitglieder der Bürgerinitiative gegen das dort geplante Windeignungsgebiet. V.l.: Andreas Palmer, die Grünen-Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky und Jochen Geppert Quelle: Foto: Bernd Atzenroth
Söllenthin

Fast wirkt Andreas Palmer wie ein Wünschelrutengänger. Doch das ist er ganz und gar nicht: Mit einem Stock demonstriert er auf dem, wie man einen Schwerpunkt bestimmen kann. „Wird ein Körper in seinem Schwerpunkt unterstützt, befindet er sich im Gleichgewicht“ so der 55-jährige Physiker. Auch Orte haben Schwerpunkte, wie er zusammen mit der grünen Landtagsabgeordneten Heide Schinowsky im Anschluss daran mit einem eigens für diesen Zweck gebastelten maßstabgetreuen Holzmodells der kartographischen Darstellung von Söllenthin zeigt – Heide Schinowsky, energiepolitische Sprecherin der Grünenfraktion im Brandenburger Landtag, bleibt es vorbehalten, an der Stelle des Schwerpunkts ein Loch in das Brett zu bohren. Es wird auf eine Metallspitze gesetzt und ausbalanciert.

Den Ortsschwerpunkt von Söllenthin ermittelten Mitglieder der Bürgerinitiative gegen das dort geplante Windeignungsgebiet. Quelle: Bernd Atzenroth

Die kleine Vorführung ist Vorbereitung für eine Aktion, die eine Veränderung an den Windkraftplanungen für Söllenthin (Gemeinde Plattenburg) nicht mehr als Wunschdenken, sondern als realistische Option erscheinen lässt. Denn die Bürgerinitiative, die sich gegen das Windeignungsgebiet 21 engagiert, will mittels der Aktion den Nachweis führen, dass das Planungspaket wieder aufgeschnürt werden muss.

Und das geht so: Die Bürgerinitiative weist nach, dass der Ortsschwerpunkt von Söllenthin nicht etwa an der Kirche, sondern 50 Meter östlich davon entfernt liegt. Jochen Geppert von der BI schlägt an dieser Stelle einen Pflock in den Boden, an dem ein Schild mit den genauen GPS-Daten des Ortsschwerpunkts angebracht wird. Diese Daten hat Heide Schinowsky gemessen, sie werden der Regionalen Planungsgemeinschaft zur Verfügung gestellt.

226 Meter zu weit nach Westen

Mit einem Messrad und als Gegenkontrolle mit einem Maßband zeigen die Bürger nun, dass der so gemessene Ortsschwerpunkt und sogar 113 Meter von der Linie entfernt ist, die die äußeren Spitzen des geplanten Windeignungsgebiets verbindet. Das aber verändert den Umschließungswinkel durch die Windkraftanlage, der an dieser Stelle 191 Grad beträgt – lediglich 180 Grad sind erlaubt, und bislang hat Ansgar Kuschel von der Regionalplanung auch gesagt, diese würden bei der Planung eingehalten.

Dem ist laut BI nicht so. Das geplante Windeignungsgebiet erstreckt sich nach ihren Berechnungen im Süden Söllenthins um 226 Meter zu weit in Richtung Westen. Ergo: das geplante Windeignungsgebiet 21 könne nicht genehmigt werden, denn sein Zuschnitt genügt nicht den Kriterien, die dem neuen Regionalplan zugrunde liegen.

Den Ortsschwerpunkt von Söllenthin ermittelten Mitglieder der Bürgerinitiative gegen das dort geplante Windeignungsgebiet. Den Ortsschwerpunkt von Söllenthin ermittelten Mitglieder der Bürgerinitiative gegen das dort geplante Windeignungsgebiet. Quelle: Bernd Atzenroth

Die Bürgerinitiative fordert daher die Planungsgemeinschaft auf, den Entwurf des Regionalplans abzuändern und eine erneute, auf das Gebiet beschränkte öffentliche Auslegung zu veranlassen. Dieser Forderung schloss sich Heide Schinowsky an. Sie hat dafür Mitstreiter aus anderen Parteien: die Prignitzer Landtagsabgeordneten Holger Rupprecht (SPD) und Thomas Domres (Linke) vertreten die gleiche Auffassung. Zwar stehe nun erst einmal die Regionale Planungsgemeinschaft in der Verantwortung. „Aber das muss auch von der Landesplanung abgesegnet werden, und in diesem Zusammenhang werden wir das noch einmal thematisieren“, betonte Heide Schinowsky.

Ziel der BI ist es, dass der Zuschnitt des Windeignungsgebiets korrigiert wird. Insbesondere soll eine Erweiterung des Zuschnitts verhindert werden, für die offenbar auch natur- und lärmschutzrechtliche Belange nicht berücksichtigt wurden. Palmer: „Die Regionale Planungsgemeinschaft hat es bislang versäumt, das WEG 21 überhaupt in den Gremien zu erörtern.“

Von Bernd Atzenroth

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