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Perleberg Zwei wortgleiche Anträge einhellig beschlossen
Lokales Prignitz Perleberg Zwei wortgleiche Anträge einhellig beschlossen
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01:16 03.12.2018
Wölfe auf Prignitzer Äckern beschäftigen jetzt die gewählten Gremien. Quelle: Archiv
Perleberg/Groß Pankow

Zwei Gremien, ein Thema: Sowohl im Kreisausschuss in Perleberg als auch im Hauptausschuss in Groß Pankow stand das Thema Wolf auf der Tagesordnung. Und in beiden Fällen gab es einhellige Zustimmung für zwei wortgleiche Anträge zu der Thematik.

Gemeinsam haben beide Sitzungen noch mehr: Zwar ging es den jeweiligen Mehrheiten schon darum, sich kritisch mit der Wiederausbreitung des Wolfs in der Region auseinanderzusetzen, doch fehlte dabei die plakative Note, die bei mancher Beratung zuletzt überwog. In Groß Pankow zum Beispiel hatte Bürgermeister Marco Radloff, immerhin selbst auch Vorsitzender des Jagdverbands Perleberg, schon bei der letzten Gemeindevertretung es abgelehnt, einen Beschluss zur Ausrufung einer „wolfsfreien Zone“ zu fassen, weil ein solcher Beschluss nicht rechtskonform sei. Nun wollen sich die Groß Pankower Gemeindevertreter auf einen Beschluss zum Wolfsmanagement im Land verständigen und die Landesregierung auffordern, die Bevölkerung der Gemeinde Groß Pankow und Weidetiere „intensiver und praxistauglicher vor Wölfen zu schützen, da überwiegende öffentliche Interessen der Wiederkehr und der zunehmenden Ausbreitung des Wolfes entgegenstehen“.

„Ein Antrag des ganzen Landwirtschaftsausschusses

Der Antrag im Kreisausschuss, der mit „Wölfe in der Prignitz – Interessen unserer Tierhalter besser schützen“ betitelt ist, wird wiederum mit der herausragenden Bedeutung der Weidetierhaltung in der Prignitz begründet. Im Kreisausschuss erläuterte CDU-Mann Ulrich Kieback den Antrag, der im Landwirtschaftsausschuss vor zwei Wochen schon einmal ausgiebig diskutiert worden war. „Wir haben den Antrag auf Rechtskonformität geprüft“, sagte an dieser Stelle auch Kieback, der stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses ist. Diskutiert wurde vor zwei Wochen auch ein Antrag der Grünen zum Thema, der als Reaktion auf den CDU-Vorstoß zu sehen war (die MAZ berichtete). Herausgekommen sei bei der Beratung ein Antrag des ganzen Landwirtschaftsausschusses, wie Kieback im Kreisausschuss erklärte. Bernd Polte (Linke) bedankte sich beim Kreis für die gute Zuarbeit in der Sache. Das Thema sei nach wie vor kontrovers. Aber „so wie das vom Landwirtschaftsausschuss vorgeschlagen wurde, können wir mitgehen“.

Land soll Herdenschutzmaßnahmen bezahlen

Das Land wird in beiden Vorlagen aufgefordert, auf Basis eines aussagekräftigen Wolfsmonitorings im Land Brandenburg ein Populationsmodell nach wissenschaftlichen Standards zu entwickeln, um damit den Erhaltungszustand ermitteln zu können, und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Außerdem soll das Land sich gegenüber dem Bund dafür einsetzen, dass der strenge Schutz des Wolfes auf europäischer Ebene gelockert wird, ohne den von der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geforderten günstigen Erhaltungszustand der Art zu gefährden. Und das Land soll sich dafür sorgen, dass die Tierart Wolf in das Bundesjagdgesetz und in das Jagdgesetz für das Land Brandenburg als jagdbare Wildart aufgenommen wird und damit dem Jagdrecht unterliegt. Die Pflicht zum Ausgleich von den durch Wölfen verursachten Wildschäden sei weiterhin auszuschließen.

Das Land soll nach dem Willen der Antragsteller die Kosten für die Umsetzung der erfolgreichen technischen und nichttechnischen Herdenschutzmaßnahmen vollständig übernehmen, die Ergebnisse der in Auftrag gegebenen Rissgutachten sowie genetischer Analysen allen Betroffenen von Nutztierrissen durch Wölfe innerhalb von vier Wochen mitteilen und die entstandenen Schäden sowie Folgeschäden vollständig erstatten.

Von Bernd Atzenroth

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