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Pflegekasse finanziert auch Damentreff

Dienstagsgruppe trifft sich in Meyenburg Pflegekasse finanziert auch Damentreff

Die Dienstagsgruppe im DRK-Bürgerhaus sind betagte Damen, die bsi vor einem halben Jahr allein zu Hause saßen. Ihre regelmäßigen Treffen werden nach der Reform über die Pflegekasse finanziert. Über solche Leistungen informieren die Berater in der gesetzlich vorgeschriebenen Pflegeberatung.

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Für Damen wie Erika Gramenz (l.), Lieselotte Haerlein (2.v.l.) oder Johanna Sudrow (3.v.r.) ist der Treff eine große Bereicherung.

Quelle: Foto: Beate Vogel

Meyenburg. Wer eine Pflegestufe hat, muss sich regelmäßig von einem geschulten Mitarbeiter eines zugelassenen Pflegedienstes beraten lassen. Das dient zum einen dem Schutz vor Missbrauch: Mitunter nutzen Angehörige die Leistungen der Pflegekasse anderweitig. Zum anderen hilft sie den Patienten, immer auf dem neuesten Stand zu sein und die Leistungen der Kasse gemäß ihren Bedürfnissen auszuschöpfen. Wer die Beratung nicht wahrnimmt, muss damit rechnen, dass ihm Leistungen gestrichen werden, wenn es zu einer Stichprobe der Pflegekasse kommt. „Das wissen aber die wenigsten“, sagt Marko Fischer, Leiter des DRK-Pflegestützpunktes „Am Schlosspark“ in Meyenburg.

In der Beratung geht es zum Beispiel darum, wo in der Pflege entlastet werden kann oder wann Hilfsmittel oder Zuschüsse dafür beantragt werden können. Und die wurden mit der Einführung der ersten Stufe des Pflegestärkungsgesetzes vor gut einem Jahr hier und da erhöht. „Das betrifft einen Wannenlift ebenso wie den kompletten Badumbau oder die Beseitigung von Türschwellen im Haus“, so Fischer. Oft genug nehmen die Betroffenen und ihre pflegenden Angehörigen lange mit einer unbefriedigenden Situation vorlieb, weil sie ihre Möglichkeiten einfach nicht kennen. „Unwissenheit stellen wir auch immer wieder bei den Einmalpflegehilfsmitteln fest“, so der Pflegedienstleiter. So gebe es monatlich 40 Euro, die bei entsprechender Indikation etwa für Einlagen, Handschuhe oder Desinfektionsmittel in Anspruch genommen werden können.

Zuschüsse gibt es seit einem Jahr – bei einer Pflegestufe – auch für die ambulante Betreuung. Im Meyenburger Bürgerhaus treffen sich seit gut einem halben Jahr fünf, sechs Damen jeden Dienstag von 10 bis 13 Uhr zum Plauschen, Spielen und gemeinsamen Sport. Sie werden von den ehrenamtlichen Helferinnen geholt und gebracht. „Man kommt unter Menschen, hört ein wenig Neues und unterhält sich“, erzählt die fast 90-jährige Erika Gramenz. „Vorher habe ich meist allein zu Hause gesessen.“ Das sagen auch andere Damen aus der Runde. „Vorher haben wir uns so nicht getroffen, obwohl wir uns schon seit der Schulzeit kennen“, meint etwa die 86-jährige Lieselotte Haerlein. „Herr Fischer hat das mit unserem Treff in die Wege geleitet.“ Das hätte er nicht machen können, wenn die Reform nicht gewesen wäre, sagt dieser. Johanna Sudrow ist sogar zweimal pro Woche da. „Uns fehlen nur noch ein paar Männer“, witzelt Erika Gramenz. Das ambulante Angebot wird laut Fischer über die 104 Euro Betreuungsgeld monatlich finanziert, die Fahrgeld und Aufwandsentschädigung der Ehrenamtlichen abdecken. Eine solche Betreuung könnte auch zuHause stattfinden.

Neu im Pflegekatalog sind ab diesem Jahr ein Kurzzeitpflegeanspruch etwa nach einem Krankenhausaufenthalt oder eine Haushaltshilfe. Auch darüber kann bei der Pflegeberatung informiert werden, die beim Meyenburger DRK übrigens Nadine Zachert anbietet. „Das dauert etwa 30 Minuten und erfolgt nach Terminvereinbarung“, erklärt sie. Ansonsten übernehme die Beratung auch jeder andere Pflegedienst.

Beratung ist Gesetz

Die Pflegeberatung nach § 37 Absatz 3 des Sozialgesetzbuches XI ist nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht für denjenigen, der eine Pflegestufe hat und monatlich Geld von der Pflegekasse bekommt. Sie kann von jedem zugelassenen Pflegedienst vorgenommen werden.

Der Turnus für die Beratung ist ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben: bei Pflegestufe I oder II halbjährlich, bei Pflegestufe III sogar vierteljährlich. Die Beratung ist kostenlos und dient dem Patienten auch zur Information.

Von Beate Vogel

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