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Pilgern liegt in der Prignitz auf der Hand

Pilgerzimmer in Lindenberg bisher wenig gefragt Pilgern liegt in der Prignitz auf der Hand

Auf der Suche nach dem richtigen Weg im Leben kehren die Pilger überall ein, nur nicht in Lindenberg. Dabei hat der Ort in der Gemeinde Groß Pankow inzwischen zwei Pilgerzimmer im Angebot. Künftig sollen die Pilgerwege in Richtung Norden verlängert werden. Bisher fehlt allerdings noch die Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit.

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Lindenberg. Pilgern steht für die Suche nach einem Weg im Leben. Und Umwege gehören dabei zum Pilgeralltag. Auch neue Wege entwickeln dabei einen Anreiz. Wer dann noch unverhofft auf ein unbekanntes Pilgerquartier stößt, kann sich glücklich schätzen. Auch wenn die Prignitz mittlerweile zu den Pilgergebieten in Brandenburg zählt, beschreiten nun mehrere Akteure buchstäblich neue Wege. Lindenberg (Gemeinde Groß Pankow) befindet sich zwar noch im Pilger-Niemandsland. Südlich von Lindenberg erstreckt sich mit dem Pilgerweg von Berlin nach Bad Wilsnack ein buchstäbliches Pilger-Zugpferd und weiter nördlich lockt der Annenpfad zwischen Heiligengrabe, Alt Krüssow und Bölzke. Seit Mitte März können Pilger im Pfarrhaus Lindenberg übernachten. Zwei Pilgerzimmer laden dort zu einer Rast ein. Allerdings: Die Öffentlichkeitsarbeit steckt dabei naturgemäß noch in den Kinderschuhen. Kaum jemand ist diese Veränderung aufgefallen, wie auch die bislang fehlenden Übernachtungszahlen verdeutlichen.

Pilgerwege werden nach Norden verlängert

"Pilgern liegt in der Prignitz auf der Hand", sagt Wolf-Dietrich Meyer Rath vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Er ist als Regionalbetreuer regelmäßig in der Prignitz unterwegs. Vor zwei Jahren brachte er die Idee von neuen Pilgerzimmern ins Gespräch. "Langfristig sollen die Pilgerwege in Richtung Norden verlängert werden", so Meyer-Rath. Einen ersten Schritt in diese Richtung stellen somit die Pilgerzimmer in Lindenberg dar. Irina Wilhelm vom Förderverein Kirche Kehrberg und der zuständige Pfarrer Christian Gogoll griffen gemeinsam mit dem Tourismusverband Prignitz die Idee von Meyer-Rath auf. Bislang finden nur Eingeweihte den Weg zu dieser Übernachtungsstelle in Lindenberg. "Der Wille vor Ort ist wichtig und die Vernetzung notwendig", stellt Meyer-Rath fest. Er bietet an, diese frohe Kunde unter die Pilgerschar zu bringen. Der Förderkreis Alte Kirchen gibt jedes Quartal Informationsblätter heraus und verlegt außerdem jährlich Broschüren. "Dort kann überregional über die Pilgerzimmer in Lindenberg berichtet werden." Noch fehlt ein Schild am Pfarrhaus mit dem Verweis auf die Pilgerzimmer. Auf der Internetseite der Nachbarkirche Kehrberg versteckt sich unter der Rubrik Neuigkeiten ein Vermerk zu den Pilgerzimmern.

Der Tourismus braucht Zeit

Uwe Neumann vom Tourismusverband Prignitz: "So ein neues Thema braucht Zeit und die Produkteinführung erstreckt sich über zwei bis fünf Jahre." Der klassisch ausgeschilderte Pilgerweg in der Prignitz gehört noch zur Zukunftsmusik. In den Pilgerzimmern sieht er "weitere Mosaiksteine, die touristischen Angebote in der Prignitz-Region zu erweitern." Neumann sieht auch in den Radfahrern potenzielle Pilger. Über die so genannten Knotenpunkte, die auch in Lindenberg zu finden sind, haben sich laut Neumann bereits die ersten Radpilger für ein Quartier in Lindenberg angemeldet.

Von Christamaria Ruch

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