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Plädoyer für das Gespräch

Falkenhagen Plädoyer für das Gespräch

Der parteilose Bürgermeisterkandidat Kai Neumann stellt sich erstmals solo vor, hatte aber nur ein kleines Publikum, obwohl er sich dafür sein Heimatdorf Falkenhagen ausgesucht hatte. Erstmals skizzierte er grob, wie er sich seine Arbeit vorstellt, sollte er am 24. September tatsächlich gewählt werden.

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Interessierte, wenn auch zu wenige Zuhörer hatte Bürgermeisterkandidat Kai Neumann (rechtes Bild)

Quelle: Bernd Atzenroth

Falkenhagen. Ein wenig schwer einzuschätzen war es für ihn schon, wie die Resonanz auf seine Vorstellungsrunde im Falkenhagener Gemeindezentrum sein würde. Doch hatte sich der parteilose Bürgermeisterkandidat für Pritzwalk, Kai Neumann, sicherlich mehr Gäste gewünscht als die elf, die schließlich kamen – zumal bei seinem Heimspiel. Denn schließlich lebt der 48-Jährige in Falkenhagen.

Interessant dürfte die Veranstaltung dennoch für die Besucher gewesen sein. Wobei die Gretchenfrage zum Schluss gestellt wurde: Warum will Neumann für die Nachfolge von Wolfgang Brockmann antreten? „Ich möchte etwas bewegen, vorwärtsgehen“, sagte er auf die Frage des Falkenhageners Frank Schmidt, der für die SPD im Stadtparlament sitzt, „ das ist mir zu statisch, das Ganze.“ Und auf die Nachbemerkung Schmidts, warum Neumann nicht vor zwei Jahren schon für den Ortsbeirat angetreten sei, erklärte Neumann, dass der Kandidatur ein langer Prozess des Nachdenkens vorangegangen ist. Er sei für klare Linien, „die Spielchen, die da getrieben werden, mag ich nicht.“

„Ich komme neu herein, bin darin unvoreingenommen“

Kai Neumann sieht es als Vorteil an, nicht aus der Verwaltung zu kommen: „Ich komme neu herein, bin darin unvoreingenommen.“ Und er glaubt, dass viele Mitarbeiter der Verwaltung das gar nicht schlecht finden: „Die sind froh, wenn da ein bisschen frischer Wind in die Bude kommt. Die wollen doch da arbeiten, aber man muss sie auch arbeiten lassen.“ Im Moment sieht es da wohl eher anders aus: „Ich war letztens im Rathaus – ein schöner Ort zum Verweilen ist das nicht“, findet Neumann, „die Stimmung im Rathaus ist auch nicht die beste.“ Dabei betonte Kai Neumann auch, dass er sich, sollte er im Herbst gewählt werden, die Kooperation mit den Verwaltungsmitarbeitern wünscht: „Ich setze auf diese Leute – die haben die Erfahrung.“ Für die Bürger möchte er „auch gerne wieder mehr Verwaltung nach Pritzwalk holen“ Es sei zum Beispiel nicht einzusehen, warum man nicht etwa hier seinen Wagen anmelden könne.

Eine Kernforderung von Kai Neumann ist mehr Transparenz in den Entscheidungen in der Stadt. „Es kommt eh alles immer heraus, früher oder später“, sagte er. Dann gebe es Enttäuschung über die Vorgehensweise, wie der Fall Hainholz zeige. „Man muss miteinander reden, man muss mit den Leuten reden, und man muss sich andere Meinungen anhören“, findet Neumann.

Einsatz für die Ortsteile

Ein Grundproblem ist für Neumann, dass aus seiner Sicht die Ortsteile gegenüber der Kernstadt zu kurz kommen. Und: Ursprünglich seien zwei Spielplätze für Falkenhagen vorgesehen gewesen, „nicht einer davon wurde gebaut“. Mit Kritik sparte er auch nicht an den aus seiner Sicht zu wenigen Ortsbegehungen. Da befand er sich im Einklang mit anderen Falkenhagenern und kritisierte indirekt seinen Gegenkandidaten, den Vizebürgermeister Ronald Thiel. Während aber Neumann vermutete, dass bis zur Bürgermeisterwahl an dieser Front Schweigen im Walde herrschen würde, gingen Schmidt und andere davon aus, dass jetzt die Zeit der großen Wahlgeschenke beginne. In Falkenhagen ist natürlich das anliegende Gewerbegebiet Prignitz immer ein Thema: „Es kann nicht sein, dass sich Firmen in Falkenhagen ansiedeln wollen und vom Landkreis Richtung Elbe gelenkt werden.“ Gut umschrieben wird die Situation auch durch die vielen freien Bauplätze in dem Ort. Neumann wünscht sich eine Anbindung der Ortsteile an die Pritzwalker Stadtlinie.

Es gab noch eine Reihe anderer Themen, ganz wichtig ist für Kai Neumann, der schließlich Vorsitzender des Pritzwalker SV ist, das Thema Ehrenamt. Hier forderte er keine allzu einseitige Fixierung auf die Feuerwehr – auch für andere Ehrenamtler sollte es in der Stadt Auszeichnungen geben.

Von Bernd Atzenroth

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