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Pläne für Hospiz in Wittenberge vorgestellt

Wittenberge Pläne für Hospiz in Wittenberge vorgestellt

Eine Hospizeinrichtung, für sterbenskranke Menschen will der Ruppiner Hospizverein in Wittenberge bauen. Die Pläne dafür wurden am Dienstag im Rathaus der Elbestadt vorgestellt. Der Vereinsvorsitzende, Professor Dieter Nürnberg, hofft, die Einrichtung „2019 am Netz“ zu haben. Zunächst soll die Einrichtung zwölf Plätze bieten.

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Stellten ihre Hospizpläne für Wittenberge vor (v.r.): Dieter Nürnberg, Bürgermeister Oliver Hermann und Stephan Michelis.

Quelle: Andreas König

Wittenberge. Ein Leben ist ein Leben bis zum letzten Atemzug. Diesem Ansatz fühlt sich der Ruppiner Hospizverein verpflichtet, der nun auch in der Prignitz aktiv wird. „Wir haben vor, in Wittenberge eine stationäre Hospizeinrichtung zu schaffen“, sagte am Dienstag Dieter Nürnberg, Vorsitzender des Ruppiner Hospizvereins.

Hospize gibt es bisher nur in großer Entfernung

„Bislang gibt es solche Einrichtungen nur in beträchtlicher Entfernung“, begründete der Mediziner, langjähriger Chefarzt der Gastroenterologie/Onkologie an den Ruppiner Kliniken in Neuruppin und Gründungsdekan der Medizinischen Hochschule Brandenburg das Engagement. „Derzeit gibt es in Brandenburg zehn Hospize. In den beiden Nordzipfeln Prignitz und Uckermark gibt es bisher noch weiße Flecken“, sagte Dieter Nürnberg. Das soll sich ändern. Der Ruppiner Hospizverein stellte am Dienstag seine Pläne Partnern aus der Region vor. Schon zuvor hatte man Kontakt mit der Stadt aufgenommen, um einen geeigneten Standort zu finden.

95 Prozent der Kosten übernehmen die Kassen

Eine stationäres Hospiz ist grundsätzlich eine Pflegeeinrichtung, wenn auch mit besonderen Anforderungen. „Die Einweisung übernimmt der Hausarzt meist dann, wenn der Patient in seiner letzten Lebensphase angelangt ist und ohne fremde Hilfe die letzten Tage, Wochen oder Monate nicht mehr auskommt“, erklärte Dieter Nürnberg. Die – relativ hohen – Kosten der Betreuung im Hospiz übernehmen zu 95 Prozent die Krankenkassen. „Für die übrigen fünf Prozent muss der Hospizverein als Träger aufkommen“, erklärte Dieter Nürnberg. Daher sei man sowohl auf Spenden angewiesen als auch auf Fürsprecher aus der Region, die sich für die Anliegen des Hospizvereins einsetzen. Ein Wunschkandidat ist der Wittenberger Bürgermeister Oliver Hermann.

Verein ist auf Standortsuche

Der begrüßte das Engagement des Hospizvereins ausdrücklich und verwies auf die Bedeutung Wittenberges als Zentrum im Vierländereck von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Zunächst einmal müsse sich der Verein für einen Standort entscheiden, an dem der wahrscheinlich rund 2 Millionen Euro teure Neubau entstehen soll. „Wir haben bisher zwei Standorte in die engere Wahl gezogen“, sagte Projektkoordinator Stephan Michelis. Der aus Bad Wilsnack stammende Referent des Dekans der Medizinischen Hochschule Brandenburg kümmert sich um die organisatorischen Aspekte des Vorhabens.

Gesellschaft wird noch in diesem Jahr gegründet

Vor potenziellen Partnern stellten die beiden ihr Projekt im Wittenberger Rathaus vor. Demnach ist folgender Zeitplan vorgesehen. Noch in diesem Jahr soll eine gemeinnützige Betreibergesellschaft als Träger des Hospiz’ gegründet werden. Im kommenden Jahr sollen Baupläne und -genehmigungen vorbereitet werden, damit möglichst bis Ende 2018 der Bau begonnen und Ende 2019 seiner Bestimmung übergeben werden kann. „Wir werden zwar mit externen Partner, wie den Palliativärzten und der onkologischen Praxis Torsten Bock in Wittenberge zusammenarbeiten, aber die Mitarbeiter des Hospiz werden vom Verein beschäftigt“, sagte Dieter Nürnberg. Ziel sei es 2019 „am Netz“ zu sein.

Wartelisten für einen Platz im Hospiz

Die Bedeutung von Hospizeinrichtungen wachse. „Das liegt auch daran, dass die Angehörigen oftmals weiter entfernt von den Sterbenden leben“, begründet Stephan Michelis. Für einen Platz in den bestehenden Hospizen gebe es Wartelisten. „Im Durchschnitt muss ein Gast, wie wir die Sterbenden nennen, zehn Tage warten, bis er einen Platz erhält“, sagte der Projektkoordinator. Perspektivisch könne die Kapazität des Hospiz auf 15, 16 Plätze erweitertwerden. Für Wittenberge habe man sich übrigens unter anderem deswegen entschieden, weil die Stadt ihr Krankenhaus an Perleberg verloren habe, hieß es.

Von Andreas König

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