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Prignitz Plattenbauten sollen abgerissen werden
Lokales Prignitz Plattenbauten sollen abgerissen werden
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00:20 06.01.2018
Die Wohnungsbaugesellschaft Pritzwalk plant den Abriss von 100 Plattenbauwohnungen in der Schillerstraße. Voraussetzung ist, dass Fördermittel fließen. Quelle: Andreas König
Pritzwalk

Bislang war die Dömnitzstadt kein bevorzugtes Einsatzgebiet von Abrissbaggern. Im Gegensatz zu beispielsweise Wittenberge, wo ganze Stadtviertel nach der Wende dem Erdboden gleichgemacht wurden, stehen die meisten Plattenbauten noch so, wie sie nach dem Willen der Staats- und Parteiführung der DDR aus dem Pritz­walker Boden gestampft wurden, um die „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ herzustellen, wie das in den 1970er Jahren hieß.

Ellen Prill, Geschäftsführerin Wohnungsbaugesellschaft Pritzwalk. Quelle: Andreas König

Aus dieser Zeit stammen zwei Wohnblöcke, die nun abgerissen, oder etwas schonender formuliert zurückgebaut werden sollen. „Die Blöcke Schillerstraße 29 bis 33 und 34bis 38 wollen und müssen wir in den kommenden Jahren abreißen lassen“, sagt Ellen Prill, die Geschäftsführerin der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Pritzwalk. „Diese Blöcke befinden sich in einem schlechten Zustand. Es wäre sehr viel Geld nötig, um sie zu sanieren und auf einen modernen Standard zu bringen“, erklärt die Geschäftsführerin. „Aber das wäre der falsche Weg.“

Altschulden bleiben bestehen

Stattdessen plant die WBG, die beiden Blöcke „vom Markt zu nehmen“, also abzureißen. Doch ohne Förderung vom Land sei das nicht möglich. Daher hoffen die Verantwortlichen bei der Gesellschaft auf die Zusage der bereits im vergangene Jahr beim Land Brandenburg beantragten Fördermittel. 70 Euro pro Quadratmeter gibt es aus dem Programm Stadtumbau Ost für den Abriss von nicht mehr benötigtem Wohnraum. „Kostendeckend ist das nicht“, sagt Ellen Prill. „Wir benötigten mindestens 100 Euro pro Quadratmeter.“

Zwar wäre die WBG mit dem Abriss zwei nicht mehr benötigte Blöcke los, doch auf den Altschulden bleibt sie sitzen. In den vergangenen Jahren konnte von zehn Millionen Euro Altschulden immerhin die Hälfte getilgt werden. Dennoch sind die Kredite, mit denen die Plattenbauten belastet wurden, weiterhin zu bedienen. „Wir haben versucht, in der Tiefzinsphase Kredite umzuschulden, doch das ist bei langfristigen Verträgen nicht immer möglich und hatte nur in Einzelfällen Erfolg“, sagt die Geschäftsführerin. Zwar wäre es denkbar Kreditverträge zu kündigen, doch würden dann erhebliche Vorfälligkeitsentschädigungen erhoben, die unterm Strich mindestens genau so teuer wären. „Das hieße letztlich mit der Wurst nach dem Schinken werfen“, erklärt Ellen Prill. Wenigstens seien die abzureißenden Gebäude nicht mit Hypotheken belastet.

Mieter sollen rechtzeitig umziehen

In beiden Blöcken sind je 50 Mietparteien von den Abrissplänen betroffen. Die Mieter wurden bereits über die Pläne informiert, versichert Ellen Prill. Vor allem im Block 34 bis 38 hätten sich die Bewohner darauf eingestellt. 29 Wohnungen wurden dort bereits freigezogen, im anderen Block sind es bislang 17. „Wir wollen im ersten Quartal dieses Jahres noch einmal verstärkt dafür werben, dass die Mieter rechtzeitig neue Wohnungen beziehen“, sagt Ellen Prill. Die WBG unterstütze die Mieter nach Kräften.

Mit dem Abriss will die Gesellschaft dem demografischen Wandel Rechnung tragen. „Insgesamt haben wir 1500 Wohnungen in Pritz-walk“, sagt Ellen Prill. Die Leerstandsquote liege bei zehn Prozent, was im regionalen Vergleich ein akzeptabler Wert sei.

Wann genau es mit dem Abriss losgeht, darüber kann die WBG-Chefin nichts Konkretes sagen, ebenso zu den Kosten. „In jedem Fall informieren wir unsere Mieter rechtzeitig, versichert Ellen Prill.

Nicht abgerissen, wohl aber gesichert werden hingegen die Häuser Marktstraße 5 und Havelberger Straße 79. Das geschieht noch dieses Jahr

Von Andreas König

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