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Pollo-Dorf wurde Schmalspur-Hauptbahnhof

Lindenberg Pollo-Dorf wurde Schmalspur-Hauptbahnhof

Hundert Besucher kamen am Wochenende zur Modellbahnausstellung Schmalspur-Expo nach Lindenberg. Originalgetreue Schmalspur-Modelleisenbahn auf realitätsnahen Strecken wurden in zwei großen Ausstellungsräumen gezeigt. Wer wollte, konnte den Charme der kleinen Bahn gleich ausprobieren – bei einer Fahrt mit dem Pollo.

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Viele Fahrgäste kamen standesgemäß mit dem Pollo zur Schmalspur-Expo nach Lindenberg.

Quelle: Andreas König

Lindenberg. Die Schmalspur-Expo hat keineswegs einen engen Horizont. Im Gegenteil, die Modellbahnausstellung, die von der Arbeitsgemeinschaft Schmalspur (Arge-S) veranstaltet wird, absolviert an jährlich wechselnden Orten ein abwechslungsreiches und durchaus internationales Programm. Am Wochenende war Lindenberg (Gemeinde Groß Pankow) Austragungsort der Schau. In gleich zwei Ausstellungsräumen zeigten die Organisatoren Schmalspurstrecken, die zu einem großen Teil realen Vorbildern nachempfunden sind.

Parkplätze sind in Lindenberg Mangelware

Der Saal der Gaststätte Kiekbach ist ebenso mit den verschiedensten Strecken und Zugmodellen bestückt wie die Turnhalle der ehemaligen Schule. Parkplätze sind Mangelware im 250-Einwohner-Dorf. Ortsvorsteher Rainer Knurbien ist zufrieden. „Zu unseren Veranstaltungen kommen regelmäßig viele Besucher, das ist gut für die ganze Region“, sagte er.

Eisenbahnen aller Größen üben Faszination aus

Als Veranstalter fungierte neben der Arge-S der Verein Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg, der unter anderem den Pollo betreibt. Kaum ein Eisenbahnliebhaber verkörpert die Ziele und Ideale der Vereine besser als Lutz Friedrich. Der 60-jährige Berliner ist sowohl Mitglied im Polloverein und auch in der Arge-S. Eisenbahnen jeglicher Größe üben auf ihn seit Kindesbeinen eine kaum zu überwindende Anziehungskraft aus.

Nach der Ankunft am Pollo fällt der Stress ab

„Eigentlich wollte ich selbst als Jugendlicher zur Eisenbahn“, erzählt Lutz Friedrich. Doch eine Farbsehschwäche durchkreuzte seine Pläne. „Mir blieb dann nur noch, Mathematik und Physik zu studieren und Lehrer zu werden“, sagt Lutz Friedrich. Doch seine Eisenbahnbegeisterung ließ ihn nicht los. Seit 2007 ist er Mitglied im Verein Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg, und mit Modelleisenbahnbau hatte er sich ohnehin schon immer befasst. „Wenn ich nach Mesendorf oder Lindenberg komme, im Zug mitfahre, fällt der ganze Alltagsstress von mir ab und ich fühle mich gut“, berichtet der Berliner. Selbst ein so relativ stressiges Wochenende wie das der Schmalspur-Expo erfüllt ihn die ganze Woche danach mit Befriedigung. „Wir sind ein sehr sozialer Verein. Man akzeptiert die anderen wie sie sind, pflegt seine Hobbys und genießt die Zeit.“

Gastspiele in Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz

Schon einmal, 2007, war die Schmalspur-Expo in Lindenberg zu Gast. Inzwischen gibt es eine regelrechte Fangemeinde. Besucher aus Sachsen, Bayern, Hessen – aus ganz Deutschland eben – folgen den Schmalspurmodellen. Das man gleich zum Original – dem Pollo – wechseln kann, gehört zum Konzept. „Die Ausstellungsorte müssen selbst an einer noch in Betrieb befindlichen Schmalspurstrecke liegen“, sagt Lutz Friedrich. Während er den Modellbahnen freie Fahrt erteilt, sitzt sein Sohn derweil auf dem Führerstand des Pollo. Die nächsten Schmalspur-Expos führen nach Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Österreich und in die Schweiz. Aber in die Prignitz kommt er immer wieder zurück.

Von Andreas König

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