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Pollos Gleisbett wird frisch gemacht

Mesendorf Pollos Gleisbett wird frisch gemacht

Rund 300 schadhafte Schwellen werden entlang der Kleinbahnstrecke des Pollo von Mesendorf bis Lindenberg ausgewechselt. Sie sind zum Teil über 50 Jahre alt und von der Feuchtigkeit im Kies-Gleisbett arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Mitglieder des Vereins Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg legen die auszuwechselnden Schwellen frei.

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Freiwillige Gleisbauer in Aktion (v.l .): Philipp Seckel, Sven Lieberenz, Nils Böttcher, Michael Klaffert und Heiko Bötz.

Quelle: Andreas König

Mesendorf/ Lindenberg. Ein kräftiger Tritt, und die scheinbar massive Eisenbahnschwelle bricht ausein­ander wie ein morscher Baumstumpf. Den roten Punkt trug die Schwelle hinter dem Haltepunkt Klenzenhof völlig zurecht. Sie gehört zu den 300 ihrer Artgenossen, die seit Anfang der Woche auf der Kleinbahnstrecke zwischen Mesendorf und Lindenberg ausgetauscht werden müssen. „Bis am Freitag die ersten Züge rollen, müssen wir fertig sein“, sagt Sven Lieberenz. Der Vereinsvorsitzende treibt einen großen Bohrer in eine der neuen Schwellen, um den langen Schrauben mit dem Vierkantkopf den Weg zu bahnen.

Michael Klaffert an der Robel-Schraubmaschine

Michael Klaffert an der Robel-Schraubmaschine. Damit werden die Schwellenschrauben festgezogen. Nils Böttcher hilft.

Quelle: Andreas König

„Die Schwellen liegen seit Mitte der 1990er Jahre im Gleisbett. Viele von ihnen waren für die Normalspurweite gedacht“, sagt Philipp Seckel. Er opfert, wie die übrigen Vereinsmitglieder auch, einen Teil seiner Freizeit, um dem Pollo eine sichere Fahrt über die Schmalspur-Schienen zu ermöglichen.

Im Gegensatz zu den Gleisen der großen Eisenbahn mit ihren auf Schotter gebetteten Gleisen ruhen die des Polo in einem Kiesbett. Das führt wesentlich schlechter Feuchtigkeit ab, was wiederum die Lebensdauer der Schwellen verkürzt. Doch für Schotter fehlen den Mitgliedern des Pollovereins nicht nur die Mittel, sondern auch die Motivation. „Klar, die Schwellen würden länger halten, aber es wäre viel teurer und vor allem historisch nicht korrekt“, sagt Sven Lieberenz. Daher arbeiten sich die Vereinsmitglieder Schwelle um Schwelle den Weg des Pollo entlang. „50 000 Schwellen liegen auf der Strecke“, sagt der Vereinsvorsitzende. Pro Jahr ein paar hundert Stück erneuern, mehr könne der Verein sowohl finanziell als auch personell gar nicht leisten.

Die Schwellen mussten freigelegt werden

Die Schwellen mussten freigelegt werden.

Quelle: Andreas König

60 Euro kostet eine der Schwellen aus getränktem Buchenholz. Die biologisch einwandfreie Imprägnierung soll sie zumindest für 20 bis 25 Jahre weitgehend davor bewahren, dass Feuchtigkeit eindringt. Wenigstens sind die Hölzer, die aus dem Elbe-Elster-Kreis stammen, gleich auf das Schmalspurmaß zugeschnitten. Bei den Vorgängerschwellen konnte die Feuchtigkeit an den Sägekanten eindringen und Pflanzen sowie Schimmelpilzen das Einsickern ermöglichen. Bezahlt wird das Material mit den Einnahmen aus dem Fahrbetrieb.

Die Vereinsmitglieder kommen aus ganz Deutschland. In ihrem Enthusiasmus sind sie kaum zu bremsen. Zwei Schraubmaschinen, benzinmotorgetriebene Geräte, die motorisierten Pflügen auf Schienen ähnelten, waren am Montag, dem ersten Arbeitstag, kaputt. Das hielt das Vorkommando, bestehend aus Philipp Sekel, Jan Höche und Michael Klaffert nicht davon ab, die schadhaften Schwellen aus ihrem Bett auszugraben und an den Rand der Strecke zu legen. Eine Diesellok schob den Reparaturzug zur jeweiligen Baustelle. „Nach und nach kommen andere Vereinsmitglieder hinzu, je nachdem, wie sie Zeit haben“, sagt Sven Lieberenz.

Die Schwellen werden für die Schrauben gebohrt

Die Schwellen werden für die Schrauben gebohrt.

Quelle: Andreas König

Die Zeit drängt. Am Freitag, 28. Oktober, gibt es zunächst eine Fotoveranstaltung, bei der die Dampflok 994511 der Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn aus dem Erzgebirge in Aktion zu sehen ist. Historisch korrekt ist dieser Einsatz allemal, fuhr die liebevoll „Meppel“ genannte Lok doch zwischen 1967 und 1971 auf dem Prignitzer Kleinbahnnetz. Die erste öffentliche Veranstaltung der Herbstdampftage ist die Abendfahrt mit Fackelwanderung. Ab 18 Uhr setzt sich die erwähnte Lok in Mesendorf in Bewegung.

Der Zug, in dem rund einhundert Besucher Platz finden, fährt bis Brünkendorf, wo die Gäste ihre Fackeln entzünden. Sie begeben sich, angeführt von der Mesendorfer Feuerwehr auf eine etwa vier Kilometer lange Wanderung nach Lindenberg. Dort werden die Fackelwanderer von der örtlichen Feuerwehr empfangen. Es gibt einen deftigen Imbiss aus der Gulaschkanone und einen beschaulich-romantischen Stopp am Lagerfeuer, ehe der Zug wieder in Richtung Mesendorf rollt (siehe Infokasten). „Es sind für diese Veranstaltung noch Restkarten da“, sagt Sven Lieberenz. Der eigentliche Herbstdampf und Saisonabschluss ist dann am 29., 30. und 31. Oktober mit regulären Fahrten auf der Pollo­strecke.

Von Andreas König

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