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Postkartenaktion zum Kindertag in der Prignitz

AG Gewaltfreie Erziehung will sensibilisieren Postkartenaktion zum Kindertag in der Prignitz

Gewalt gegen Kinder gehört für manche noch immer zur Erziehung, für andere ist sie ein Ventil bei Überlastung. Die Prignitzer AG Gewaltfreie Erziehung will mit einer Postkartenaktion zum Kindertag dagegen deutlich machen: „Niemals Gewalt gegen Kinder.“

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Mit der Aktionspostkarte Tanja Rausch (l.) und Jessica Muhs.

Quelle: Beeskow

Perleberg. Bald nun ist Kindertag. Am 1. Juli dreht sich wieder alles um die Jüngsten, es gibt Geschenke und viel Aufmerksamkeit. Die AG Gewaltfreie Erziehung will mit einer Postkartenaktion daran erinnern, dass Kinder nicht nur an diesem Tag, sondern über das ganze Jahr hin der Fürsorge bedürfen. „Kinder sind nicht zu schlagen!“, steht in festem Rot auf schwarzem Grund auf den Karten.

„Gewalt gegen Kinder ist ein Problem auch in der Prignitz und darauf wollen wir aufmerksam machen“, berichten Jessika Muhs vom Kreisjugendring und auch Tanja Rausch von der beim CJD in Perleberg angesiedelten Elternschule stimmt ihr zu. In der Arbeitsgemeinschaft wirken viele Personen und Gruppen zusammen. Neben Kreisjugendring und Elternschule auch Vereine, Künstler und natürlich das Jugendamt in der Kreisverwaltung.

Sensibilisierung für Gewalt

Die Postkarten wird am 1. Juni vielerorts verteilt, in Arztpraxen oder auch an Hebammen. „Es geht darum den Blick zu schärfen“, erklärt Tanja Rausch. „Es geht um einen offenen Blick.“ Um die Sensibilisierung für Gewalt an Kindern etwa in der Nachbarschaft, damit Menschen hellhörig werden, wenn ihnen etwas auffällt und sie auch zu Zivilcourage angeregt werden.

Die AG Gewaltfreie Erziehung möchte auch manche fest gefügte Ansicht ins Wanken bringen, wie „Ein kleiner Klaps schadet nicht“ oder „Mir hat das auch nicht geschadet“. Gewalt in Familien und speziell gegenüber Kindern kann ganz verschiedene Ursachen haben, berichtet Jessica Muhs. „Es gibt Familien, da wird die von Generation weiter getragen.“ Es kommt aber immer wieder zu besonderen Stresslagen bei Eltern, die zu Gewalt gegen Kinder führen. Wenn sich Partner trennen, wenn Arbeitslosigkeit auftritt. Genausogut können Eltern aber auch durch zu viel Arbeit überlastet sein: „Ich habe jede Menge zu tun, und jetzt kommst du auch noch.“

200 Schultüten für Eltern zum Schulanfang

Dass Gewalt gegen Kinder generell zu unterlassen ist und kein Weg der Auseinandersetzung ist, macht die AG in vielfältige Weise deutlich. Niemals Gewalt gegen Kinder sei ein Leitbild zur Erziehung. In Gang gesetzt werden soll ein Lernprozess. Dies geschieht etwa durch die Ausstellung „Hier wohnt Familie Schäfer“, die schon in vielen Kitas gezeigt wurde. Die Künstlerin Chady Seubert begleitet sie mit Aktionen für Kinder ab vier Jahren. „Besonders wirkungsvoll ist es, wenn die Ausstellung in eine Projektwoche in der Kita oder an Grundschule eingebunden wird“, erklärt Jessica Muhs. Der Verleih ist übrigens kostenlos.

Auch in diesem Jahr verteilt die Arbeitsgemeinschaft wieder 200 Schultüten zum Schulanfang an Eltern. Enthalten sind nützliche Dinge wie ein Entspannungsball, ein Geduldsspiel oder auch ein Kugelschreiber. Die Tüten enthalten aber auch Hinweise auf Beratungsangebote. „Mit der Aktion wollen wir das Thema Gewalt in die Köpfe der Eltern bringen“, erklärt Jessica Muhs.

Die AG besteht seit 2011 in der Prignitz; sie wird vom Landkreis gefördert und arbeitet eng mit dem Bereich Prävention der Polizeiinspektion zusammen.

Von Michael Beeskow

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