Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Preddöhl: Alle hatten sich richtig lieb
Lokales Prignitz Preddöhl: Alle hatten sich richtig lieb
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:17 27.08.2015
Kehraus in Tipi-Town: Maximilian Schleyer (l.) und Jens Zygar ziehen ein positives Fazit. Quelle: Bernd Atzenroth
Anzeige
Preddöhl

Das war ein sehr ruhiger Vormittag für die Beamten: Bereitschaftspolizei und Prignitzer Einsatzkräfte warteten am Montag in Preddöhl auf die Abreisenden vom New-Healing-Festival, doch die kamen nur tröpfelweise. Bei denen, die dann vorbeikamen, war auch nichts zu finden. Und so ist die angekündigte Komplexkontrolle eine fast so entspannte Angelegenheit wie das ganze Festival selbst gewesen. An zwei Stellen hatten sich die Beamten postiert. In Preddöhl und am anderen Ende der Zufahrtsstraße in Giesenhagen, um An- und Abfahrtskontrollen durchzuführen, die ursprünglich bis 18 Uhr dauern sollten. Doch konnte sich die Beamten schon lange vorher auf eine „lange angepasste Kräftereduzierung“ verständigen. Gegen 11 Uhr waren alles in allem kaum mehr 100 Leute auf dem Festivalgelände. Zehn Zelte standen noch.

Polizeikontrolle in Preddöhls Dorfmitte. Quelle: Bernd Atzenroth

Es war an diesem Vormittag wie schon die ganze Woche über: Ruhig. „Es gab keine Beschwerden über Lautstärke“, sagte Pritzwalks Revierleiter Frank-André Radloff. Eine Anzeige gab es wegen Fahrens unter Einfluss von Betäubungsmitteln und Drogenbesitzes, eine weitere, weil eine Geldbörse gestohlen worden war. In früheren Jahren hatten die Beamten bei dieser und ähnlichen Gelegenheiten wie der Vuuv in Putlitz doch weit mehr zu tun. Diesmal waren sie mit acht Bereitschaftspolizisten und vier Kollegen von der Prignitzer Polizei im Einsatz, nicht rund um die Uhr, aber zu den Schwerpunktzeiten. Dafür, dass es diesmal so glimpflich abging, hat Radloff gleich mehrere Erklärungen. „Ganz viele Leute nutzen das von den Veranstaltern angebotene Shuttle oder lassen sich abholen, etwa per Taxi. Das macht natürlich auch für uns die Sache einfacher“, sagt er. Es ist auch ein Zeichen, dass die Leute dem Risiko aus dem Weg gehen.“ Wie zum Beweis passiert kurz darauf nach längerer Flaute ein Taxi den Checkpoint in Preddöhls Ortsmitte.

Abschied vom New-Healing-Festival Quelle: Bernd Atzenroth

Es gibt aber noch einen anderen Grund für die Ruhe in und um Preddöhl: Es war ein richtig fettes Veranstaltungswochenende in der Prignitz, so dass sich Menschen auch auf die verschiedenen Events aufgeteilt haben. Im Landkreis Prignitz gab es sogar eine weitere Goa-Party, nämlich in Garlin (Gemeinde Karstädt). Dort allein zählte die Polizei etwa 800 Besucher, bei der Healing in Preddöhl etwa 1000 bis 1100. Nicht ganz unwahrscheinlich, dass sich diese beiden Ereignisse gegenseitig ein paar Leute weggenommen haben. „Die Veranstalter blieben nach unseren Schätzung hinter ihren Erwartungen von 1500 Besuchern zurück“, meinte denn auch Radloff.

Prignitzer Beamte und Bereitschaftspolizei hatten einen ruhigen Einsatz. Quelle: Bernd Atzenroth

Die Organisatoren bestätigen dies denn auch. „Die Rückmeldungen waren umfassend positiv, wir hätten aber ein paar Leute mehr haben können“, meinte Maximilian Schleyer vom Organisationsteam. Aber wer da war, kam in den Genuss einer einmaligen Stimmung.

Nach all dem wundert es einen auch gar nicht, dass die Veranstalter das Zusammenspiel mit den Prignitzer Behörden, Polizei wie Kommune, als „sehr nett und sehr kooperativ“ loben. Jetzt werden sie sich erst einmal zusammensetzen und alles auswerten, bevor die Planungen für 2016 beginnen.

Die Zeichen stehen auf Abschied von Preddöhl – auf Wiedersehen 2016! Quelle: Bernd Atzenroth

„Cyber-Hippie-Revival“

Zufrieden mit der Resonanz der Besucher war Mitorganisator Jens Zygar:

„Das war atmosphärisch-inhaltlich Weltklasse und in sich absolut rund“, fand Zygar, der ganz wesentlich den inhaltlichen Teil konzipiert hatte.

Zygar findet, dass das Konzept der „Healing Week“ wie im Vorjahr aufgegangen ist. Denn seit 2014 sind der eigentlichen Goaparty noch ein paar Tage mit Seminaren und Workshops von Heilern und anderen sowie weitgehend handgemachter Musik vorgeschaltet. „Im Grunde hatte das den Charakter einer Sommer-Akademie“, fand Zygar, „die Referenten waren begeistert.“ Wie das mit der Goa-Party zusammengeht? „Das sind zwei verschiedene Facetten desselben Lebensgefühls“, meint Zygar. So schafften es Yoga-Übungen auch bis zum Main-Floor. „Cyber-Hippie-Revival“ nannte Zygar das Ganze.


Unter der Woche waren die Besucher im Schnitt etwas älter als am Party-Wochenende. Was sie einte: Der friedliche Charakter des einen wie des anderen Veranstaltungsteils.

Von Bernd Atzenroth

Der Prignitzer Superintendent Oliver Günther verlässt nach nur eineinhalb Jahren die Region wieder. Er wurde am Sonntagnachmittag in der Bad Wilsnacker Wunderblutkirche von seinen Pflichten entbunden.

27.08.2015
Prignitz Karan Armstrong in Perleberg - Opernstar fördert Lotte-Lehmann-Akademie

Sie ist ein Weltstar, eine der ganz großen Opernsängerinnen – und war einst Schülerin von Lotte Lehmann: Karan Armstrong. Auch in diesem Jahr hat Kammersängerin Karan Armstrong in der Meisterklasse der Lotte-Lehmann-Akademie in Perleberg unterrichtet. Sie will das Opern-Projekt auch in den nächsten Jahren weiter voran bringen.

27.08.2015
Prignitz Prignitz, Polizeibericht vom 24. August - Zwei Brände in einer Wohnung

Die Feuerwehr ist am Freitagabend zu einem Wohnungsbrand in der Maxim-Gorki-Straße in Wittenberge gerufen worden. In der Küche war nahe des Kühlschranks ein Feuer ausgebrochen. Am darauffolgenden Vormittag musste die Feuerwehr ein zweites Mal zu dieser Adresse eilen. Dieses Mal brannte es in der gleichen Wohnung im Bereich der Dunstabzugshaube.

24.08.2015
Anzeige