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Preisgekrönte Weißkopfschafe

Rohlsdorf Preisgekrönte Weißkopfschafe

In Rohlsdorf züchtet Wilfried Sperlich seit 20 Jahren „Weißköpfige Fleischschafe“. Früher war Sperlich hauptberuflicher Züchter und Schafscherer, heute übt er den Beruf nur noch im Nebenerwerb aus. Reich werden kann er mit seiner Zucht trotz zahlreicher Auszeichnungen nicht: Die Preise für Fleisch und Wolle sind wie für die meisten Landwirtschaftsprodukte im Keller.

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Züchter Wilfried Sperlich mit einem seiner preisgekrönten Schafe.

Quelle: Claudia Bihler

Rohlsdorf. Gar nicht scheu ist der Weißköpfige Hammel auf der Koppel in Rohlsdorf, als sein Besitzer Wilfried Sperlich ihn in Fotoposition bringt: Immerhin ist der Weißkopf-Bock uneingeschränkter Chef der Herde, die derzeit aus 68 Mutterschafen und etwa ebenso vielen Lämmern besteht. Sperlich sucht mit Blicken die wuselnde Herde ab: „Ein Flaschenlamm ist auch noch dabei.“ Jetzt darf der Bock noch bei den Schafen bleiben: „Aber Ende Juli, da wird’s gefährlich“, sagt Sperlich, „da wird er dann aus der Herde genommen.“ 148 Tage tragen die Weißkopf-Schafe, deren Rasse ursprünglich einmal von der Nordseeküste mit ihren Wetterextremen stammen.

Schließlich sollen die Lämmer erst im März zur Welt kommen, dann, wenn auf der rund zehn Hektar großen Weide bereits wieder frisches Gras wächst – und so frisches vitaminreiches Gras den Schafen zur Verfügung steht. Aus Kostengründen einerseits: Im Frühjahr sind die Vermarktungspreise besser, sagt Sperlich. Zudem steigen die Temperaturen im März schon wieder langsam, so dass den Lämmern die kalte Witterung rund um die Weihnachtszeit erspart bleibt.

Die Schafe haben ein besonders weiches Vlies

Die Schafe haben ein besonders weiches Vlies.

Quelle: Bihler

Seit 1996 züchtet Wilfried Sperlich inzwischen Weißkopfschafe. Er ist Mitglied im Züchterverein, und Preise hat er auch bereits viele eingeheimst: Zuletzt beim Landwirtschaftstag in Blüten. da gab es einen Pokal für die 1a-Schafe aus Rohlsdorf, auch bei überregionalen Züchtertreffen hat der Rohlsdorfer bereits viele Pokale mit nach Hause nehmen können.

Viel Geld bringe die Schafszucht heute nicht mehr ein. Das Fleisch vermarktet Sperlich immer da, wo gute Preise zu erzielen sind: Knapp drei Euro zahlen die Einkäufer pro Kilogramm. Viel zu wenig, meint der Züchter, „wie für fast alle Landwirtschaftsprodukte.“ Vor allem die Wolle wird zu Dumpingpreisen gehandelt: „Zu DDR-Zeiten habe ich noch 150 bis 200 Mark für ein Vlies bekommen“, sagt er, „heute gibt es gerade mal 90 Cent pro Kilo Wolle. Ein Vlies wiegt zwischen vier und fünf Kilo, das bringt dann nur wenig ein.“ Dabei haben die Tiere mit ihrem langhaarigen Vlies besonders weiche Wolle, die noch dazu wegen der langen Haare besonders spinnfähig ist.

Die Schur ist erst im September

Hatte Sperlich zunächst hauptberuflich als Züchter und Schafsscherer gearbeitet, hat er seinen Beruf inzwischen auf Nebenberuflichkeit umgestellt. dennoch gilt er in der Region nach wie vor als fester Ansprechpartner für all die Schafshalter, die nur wenige Tiere ihr Eigen nennen. Mit Schere und Langhaarschneider ist Sperlich dann in der Region unterwegs. Steht in der Region die Schafschur auf der Tagesordung, stehen Helfer bereit. Denn meistens bekommen die Schafe an diesem Tag nicht nur einen Haarschnitt, sondern auch gleich noch eine Maniküre – die Hufe werden beschnitten. Die Tiere der Rohlsdorfer Herde tragen noch ihr dichtes Wollkleid, geschoren werden sie erst im September, so kann ausreichend viel Fell nachwachsen, bevor der Winter kommt.

Von Claudia Bihler

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