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Premslin: Ansturm beim Kreiserntefest

Kleine Ernte, großes Fest Premslin: Ansturm beim Kreiserntefest

Das Wetter war für die Bauern im Landkreis Prignitz eine Herausforderung und sorgte für eine überwiegend mittelprächtige Ernte. Hinzu kommen nun aber die schlechten Weltmarktpreise für Getreide. Dennoch wurde am Samstag in Premslin ein prachtvolles Kreiserntefest gefeiert – zahlreiche Besucher honorierten die Mühen.

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Unzählige Attraktionen für Groß und Klein lockten die Besucher zum Kreiserntefest nach Premslin.

Quelle: Claudia Bihler

Premslin. Im gesamten Umkreis von Premslin war am Wochenende wohl fast jeder auf „den Rädern“, der ein Fahrrad hatte: Die Prignitzer nutzten das schöne Wetter, um einen Ausflug nach Premslin zu unternehmen, wo das Kreiserntefest stattfand. Der Ort feierte zudem sein 700-jähriges Bestehen.

Bereits am Freitagabend hatten die Veranstaltungen in der Kirche begonnen. Rund 50 Musiker aus drei Orchestern – Swing Side, die Kapelle Blecheinander, der Premsliner Posaunenchor – und diverse Solisten sorgten für einen musikalischen Auftakt.

Dass die Ernte in diesem Jahr nicht übermäßig gut ausgefallen ist, war auf dem Festgelände nicht zu spüren: Nach Herzenslust konnte geschlemmt werden. Abwechslung war bei Aktivitäten wie Schausägen, Kinderschminken, am mobilen Schießstand oder auf der Bühne mit Comedy von Bauer Corl geboten. Unterdessen wurden die Kinder von Grey Wuschel, der wirren Zauberin, unterhalten. Beim großen Festumzug ist dann der schönste Erntewagen prämiert worden. Am Stand des Kreisbauernverbandes konnten Besucher selbst Getreide malen, und sich über die Landwirtschaft umfassend informieren.

Nicht nur das Wetter war für die Bauern im Landkreis Prignitz in diesem Jahr eine Herausforderung, auch wenn es überwiegend für die mittelprächtige Ernte verantwortlich zu machen ist. Hinzu kommt aber, dass das, was geerntet wurde, derzeit nur zu schlechten Preisen auf den Weltmarkt gebracht werden kann: „Die Ernte war nicht überall auf der Welt schlecht“, sagt die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, Christina Stettin. Die Bauern stehen vor gewaltigen Herausforderungen: „Im Fleischbereich und der Milchwirtschaft haben sie mit ruinösen Preisen zu kämpfen, die Preise für Dünge- und Pflanzenschutzmittel steigen. War das Dilemma bislang vom Ackerbau auszugleichen, ist dies unter den jetzigen Bedingungen nicht mehr möglich.“ Zwar würden niedrige Zinsen derzeit zu Investitionen ermuntern, dagegen stehen allerdings die niedrigen Einkünfte der Landwirte. Zudem würden hohe Flächenpreise eine weitere Belastung bilden.

Mit dem Wochenende wollten die Landwirte ihre Getreide- und Rapsernte abgeschlossen haben. Ruhe kehrt aber noch lange nicht ein: Als nächstes werde die Ernte 2016 ins Feld gestellt und die Saaten in die Erde gebracht. Stettin hofft, dass die Brandstifter das Zündeln lassen: „Unsere Bauern haben Angst. Es ist viel passiert in den vergangenen Wochen. Doppelt grausam ist, wenn das Erntegut schon fertig für den Verbrauch eingebracht ist.“ Leider würden Täter selten erwischt: „Man kann aber auch nicht alles schützen.“

Von Claudia Bihler

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