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Premslin wird 700 Jahre alt

Jubiläen feiern wie sie fallen Premslin wird 700 Jahre alt

Dorffeste werden gefeiert, wie sie fallen. Gründungsjubiläen sind aber besondere Anlässe. Auf sie bereiten sich die Gemeinden immer intensiv vor, damit die Feierlichkeiten allen in Erinnerung bleiben. Im nächsten Jahr ist Premslin an der Reihe. Das Dorf wird 700 Jahre alt. Davon zeugt eine Erwähnung im Mittelalter.

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Lustige Puppen schmücken bei den Dorffesten die Vorgärten und weisen auf die Historie hin.

Quelle: Hennies

Premslin. Kein Dorf lässt sich die Gelegenheit entgehen, alle 25 Jahre sein Ortsjubiläum zu feiern, was ein willkommener Anlass ist, dass viele ehemalige Einwohner zu einem Besuch in ihren Heimatort kommen. Das Dorf macht sich zu den Festtagen schön, die Grundstücke und Häuser werden geschmückt, so auch 2016 zur 700-Jahrfeier von Premslin. Viele alte, liebevoll gehegte Gegenstände, die früher bei der Arbeit auf dem Hof, im Haus und auf dem Feld Verwendung fanden, werden vor dem Grundstück zur Besichtigung ausgestellt. In den vergangenen Jahren kamen lustige Strohpuppen hinzu. Während des Festumzuges geben die Bewohner mit gestalteten Bildern einen Einblick in die Geschichte ihres Ortes. Vereine und Betriebe, die im Ort ansässig sind, stellen sich vor.

Es ist aber der pure Zufall, wann ein Ort im Mittelalter in einer Urkunde benannt wird. Deshalb stellt die Ersterwähnung nur sehr selten gleichzeitig das Gründungsjahr der Ansiedlung dar. Die Mehrzahl der Dorfbezeichnungen in der Prignitz stammen aus der wendischen Zeit. Neueste Forschungen belegen, dass die in der nördlichen Prignitz eingewanderten deutschen Siedler vor allem aus der Altmark, dem Hannoverschen Wendland, dem südlichen Westfalen und dem mittleren Niedersachsen kamen. Die Deutschen, die sich in der südlichen Prignitz niederließen, stammten vorwiegend aus Niederfranken. Die Zuwanderer setzen sich kulturell durch, äußerlich sichtbar durch die Verwendung des Deutschen als Umgangssprache. Die Übernahme und Beibehaltung der wendischen Dorfnamen ist ein Indiz dafür, dass die Besiedlung der Prignitz ein friedliches Miteinander von Wenden und Deutschen war. 2016 können vier Westprignitzer Dörfer ein Jubiläum feiern: Haaren trat 1316 ins Licht der Geschichte, ist also 700 Jahre alt. Klein Breese, Schadebeuster und Gosedahl wurden 1441 erstmals erwähnt und können somit auf 575 Jahre zurückblicken.

Von Wolfram Hennies

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