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Riesige Hanfplantage in der Prignitz

Polizei stößt per Zufall auf illegalen Drogenanbau Riesige Hanfplantage in der Prignitz

Die Polizei hat in der Prignitz eine illegale Plantage mit 1000 Cannabispflanzen ausgehoben. Die Ermittler stießen zufällig auf die professionell betriebene Anlage in Bärensprung bei Gumtow. Ermittler wollten wegen eines anderen Verfahrens das Haus eines 50-Jährigen durchsuchen, der aber nicht da war.

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Zufallstreffer der Polizei.

Quelle: Matthias Anke

Bärensprung. Einen beachtlichen Zufallsfund hat die Prignitzer Polizei bei einer Durchsuchung in der Gemeinde Gumtow gemacht. Die Beamten sollten im Auftrag der Berliner Staatsanwaltschaft eigentlich wegen eines anderen Ermittlungsverfahrens im Gumtower Dorf Bärensprung ein Bauerngehöft durchkämmen. Unerwartet stießen sie dabei auf eine Cannabisplantage. Sie gilt anhand ihrer Zahl von rund 1000 Pflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien im Polizeijargon als „professionelle Cannabisaufzuchtanlage“, kurz: Profiplantage.

Wie Dörte Röhrs als Sprecherin bei der Polizeidirektion Nord in Neuruppin informiert, erfolgte die Durchsuchung bereits am Donnerstag. Im Haus wurde dabei ein 55-jähriger mutmaßlicher Mittäter angetroffen. Er soll aus Holland stammen. Der 50-jährige Hausbesitzer und zugleich Hauptverdächtige indes konnte erst am Abend bei Rheinsberg festgenommen werden. Wonach bei ihm ursprünglich gesucht wurde, blieb fraglich. Laut Prignitzer Polizei war der Mann zumindest bereits wegen Betäubungsmitteldelikten aktenkundig.

Während der eigentliche Fall weiterhin in Berlin anhängig bleibt, ermitteln wegen der Plantage nun die Brandenburger. Laut der Staatsanwaltschaft in Neuruppin sollten die beiden festgenommenen Männer noch Freitagnachmittag am Amtsgericht Perleberg einem Haftrichter vorgeführt werden.

Wie die Polizei am Freitag in Neuruppin mitteilte, stießen die Ermittler zufällig auf die professionell betriebene Anlage in Bärensprung bei Gumtow (Prignitz). Sie entdeckten eine illegale Plantage mit 1000 Cannabispflanzen.

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Auf Widerstand stießen die Beamten bei ihrem Einsatz nicht. Und große Mühe, den illegalen Drogenanbau zu entdecken, hatten sie auch keine. Sie stolperten nahezu darüber. Denn die Pflanzenaufzucht erfolgte in den Stallgebäuden neben dem Wohnhaus in mehreren großen Verschlägen. Sie waren eigens dafür aus Gipskartonplatten zusammengeschraubt und abgedichtet worden. Zur Energieversorgung hatten sich die Täter noch vor dem Stromzähler eine eigene Leitung abgeklemmt. Ihr selbstgebastelter Verteilerkasten mutet nach aufwendiger Tüftlerarbeit an.

Doch obgleich diese Plantage als Profiplantage gilt, wunderte sich nicht nur Kriminaltechniker Marian Zeiler darüber, „wie schlampig hier gearbeitet wurde“. Zeiler war schon etliche Male beim Ausheben solcher Plantagen dabei. „Normalerweise achten die Täter wenigstens ansatzweise darauf, keine personenbezogenen Spuren zu hinterlassen. Hier aber ist alles voll von Zigarettenkippen.“ Mehr noch: Im Wohnhaus liegen unzählige persönliche Dinge, darunter die Post. „Die müssen sich sehr sicher gefühlt haben“, sagte Zeiler.

Nachbarn gibt es kaum in diesem Dorf, das nur eine Ansammlung von einer Handvoll Gehöften ist und einem Gutshaus, das einst als Künstlerhaus bekannt wurde und zuletzt jahrelang leerstand.

Das Polizei- und Medienaufgebot schräg gegenüber lockte am Freitag auch Christa Berger an. Die Frau wohnt seit 25 Jahren nur wenige Meter weiter und konnte es kaum fassen: „Der Mann war sehr nett.“ Vor etwas mehr als einem Jahr erst habe er sich dort in dem zuvor seit Jahren leerstehenden Siedlerhaus eingerichtet – womit genau, hätte sie nicht gedacht. „Ich würde ja gerne mal wissen, wie solche Pflanzen aussehen. Man kennt das sonst ja nur aus dem Fernsehen.“
Nun, da alle Türen offenstanden, waberte Cannabisgeruch bis weit über den Gartenzaun, an dem vorbei es nach einer scharfen Kurve Richtung Dannenwalde geht.

Verkaufsfertige Ware fand die Polizei nicht. Wieviel Wert die Drogen haben, lässt sich erst im Labor feststellen. Dort werden sie auf den Gehalt ihres Wirkstoffs THC überprüft.

Von Matthias Anke

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Mann aus Niedergörsdorf hatte Plantage auf Bauernhof

Das Urteil schien heftig zu werden, denn das Amtsgericht hatte den Fall an die nächste Instanz weitergegeben. Das Urteil des Landgerichts werde hart ausfallen, die Gefängnisstrafe dementsprechend hoch sein. Mindestens vier Jahre drohten dem 49-jährigen Drogendealer. Jetzt ist das Urteil gefallen und es kam alles ein bisschen anders.

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