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Prignitz-Ruppin ist Pendlerregion

Der lange Weg zur Arbeit Prignitz-Ruppin ist Pendlerregion

Immer mehr Menschen müssen oder wollen täglich zur Arbeit pendeln. Auch die Kreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin sind Pendler-Region. Mehr als 10 000 Ostprignitz-Ruppiner arbeiten nicht an ihrem Wohnort; 7500 Auswärtspendler sind es in der Prignitz. Einige nehmen besonders lange Wege in Kauf. So fahren 450 Prignitzer zur Arbeit nach Hamburg.

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Der voll besetzte Pendler-Parkplatz an der Autobahnauffahrt Neuruppin Süd.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Mit der Zahl der Arbeitsplätze nimmt auch die Zahl der Menschen zu, die zu ihrer Arbeitsstelle pendeln. Das geht aus einer Untersuchung der Neuruppiner Arbeitsagentur hervor, die für die Landkreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel und das Havelland zuständig ist. Demnach lag die sogenannte Auspendlerquote im berlinnahen Raum am höchsten: In Oberhavel betrug sie zum Stichtag 30. Juni 2016 genau 55 Prozent, im Havelland 53 Prozent. Für Melanie Speck, Sprecherin der Neuruppiner Arbeitsagentur, ist das wenig überraschend. Zum einen zieht der Berliner Arbeitsmarkt seit Langem Arbeitssuchende an. Zum anderen ziehen aber bereits seit Jahren auch beständig Berliner, die in der Hauptstadt arbeiten, ins Umland. „Viele wollen weiter in Berlin arbeiten, aber lieber etwas fernab vom Trubel der Hauptstadt wohnen“, sagte die Sprecherin am Dienstag.

Jeder vierte Erwerbstätige aus der Prignitz pendelt

Doch nicht nur Menschen, die im sogenannten Speckgürtel von Berlin leben, pendeln zur Arbeit. Vielmehr lag die Auspendlerquote in Ostprignitz-Ruppin zum 30. Juni 2016 bei 27,5 Prozent – das heißt, dass täglich mehr als 10  200 Menschen zu ihrer Arbeit jenseits ihrer Wohngemeinde fahren. „Manche machen das schon seit zehn oder 20 Jahren“, so Speck. Auch in der Prignitz pendelt jeder vierte Erwerbstätige, das sind knapp 7500 Menschen. Im Unterschied zu den anderen Regionen im Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur fahren viele Prignitzer für ihre Arbeitsstelle nach Mecklenburg-Vorpommern.

255 Einpendler kommen aus Bayern

Zum Stichtag 30. Juni 2016 gab es im Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur deutlich mehr Auspendler – also Menschen, die nicht in ihrer Wohngemeinde arbeiten – als Einpendler – also Menschen, die nicht in ihrer Arbeitsgemeinde wohnen. Laut der Untersuchung waren in den vier Kreisen (Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Havelland und Oberhavel) insgesamt 35 679 Einpendler sowie 84 917 Auspendler registriert.

Die meisten der 35 679 Einpendler kommen demnach aus Ostdeutschland, nämlich 32 932. Allein 17 133 von ihnen wohnen in Berlin. Von den knapp 2300 Einpendlern aus Westdeutschland kommen etwa 550 aus Niedersachsen und gut 500 aus Nordrhein-Westfalen. In Bayern haben demnach 255 Beschäftigte ihren Wohnsitz, in Schleswig-Holstein 220 und 144 in Hamburg.

Zum Stichtag, jeweils der 30. Juni 2016, waren es 1735 Frauen und Männer. Das ist wenig verwunderlich, da die Prignitz Grenzregion ist. Der nordwestlichste Kreis der Mark grenzt sowohl an Mecklenburg-Vorpommern als auch an Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Deshalb überrascht es auch wenig, dass in Niedersachsen 528 Prignitzer arbeiten und in Sachsen-Anhalt 616. Selbst in der Hansestadt Hamburg, die gut 150 Kilometer von der Prignitz entfernt ist, haben 450 Prignitzer einen sozialversicherungspflichtigen Job. Zum Vergleich: Nach Berlin pendeln täglich 633 Prignitzer.

2271 Ostprignitz-Ruppiner fahren zur Arbeit nach Berlin

Etwas anders sehen die Pendlerdaten in Ostprignitz-Ruppin aus. Allein 2271 Frauen und Männer fahren täglich nach Berlin zur Arbeit, aber nur 722 nach Mecklenburg-Vorpommern. Indes haben 939 Menschen aus Ostprignitz-Ruppin eine Arbeitsstelle im Havelland. Hinzu kommen 1339, die jeden Tag nach Oberhavel zur Arbeit fahren und 1698 Menschen, die in der Prignitz arbeiten. Mit knapp 4000 Menschen stellt Ostprignitz-Ruppin die meisten Binnenpendler im Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur. Allerdings relativiert sich diese Zahl angesichts der Daten aus den berlinnahen Regionen. Pendeln doch aus dem Havelland täglich gut 20 300 Menschen nach Berlin zur Arbeit, in Oberhavel sind es sogar 32 400 Frauen und Männer.

Nach Berlin und aus Berlin

Das Gros der Auspendler aus dem Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur geht in Ostdeutschland einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach, nämlich 75 222 der 84 917 Auspendler. Auch hier steht Berlin an der Spitze. In der Hauptstadt arbeiten 55 685 Frauen und Männer, die in der Prignitz, in Ostprignitz-Ruppin, in Oberhavel oder im Havelland wohnen.

In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten knapp 3200 Menschen aus dem Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur, in Sachsen-Anhalt gut 2000.

In Westdeutschland steht vor allem Nordrhein-Westfalen im Fokus. Dort arbeiten gut 2100 Menschen aus der Region, gefolgt von Niedersachsen (knapp 1780) sowie Bayern und Hamburg mit je gut 1200 Beschäftigten.

Untersucht hat die Neuruppiner Arbeitsagentur ebenfalls die Zahl der sogenannten Einpendler in die jeweilige Region. Diese hat sich demnach in den vier Landkreisen im Vergleich zu 2015 um knapp 1500 Frauen und Männer erhöht. Die meisten Einpendler, mehr als 17 100 , kommen aus Berlin. Mehr als 4700 Beschäftigte wohnen allerdings auch in den Städten Potsdam und Brandenburg (Havel) oder im Bereich um Bad Belzig, Luckenwalde und Zossen.

Die Gründe für das Pendeln sind vielfältig

Hinzu kommen gut 2600 Erwerbstätige, die im Barnim und in der Uckermark leben. Aus Sachsen-Anhalt fahren täglich 1800 Menschen zur Arbeit in die Prignitz, nach Ostprignitz-Ruppin, ins Havelland oder nach Oberhavel. Indes dürften die meisten der knapp 1200 Pendler, die aus Mecklenburg-Vorpommern täglich nach Brandenburg fahren, ihre Arbeitsstelle in der Prignitz, in Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel haben. Die drei Landkreise grenzen direkt an das nördliche Bundesland.

Die Gründe für das Pendeln sind höchst verschieden. Experten vermuten aber, dass die meisten Menschen dort arbeiten, wo sie auch am besten bezahlt werden. Dafür nehmen viele auch lange Anfahrtswege in Kauf.

Von Andreas Vogel

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