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Prignitz Prignitz: Spinner-Flüge auf dem Prüftstand
Lokales Prignitz Prignitz: Spinner-Flüge auf dem Prüftstand
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00:36 27.07.2015
Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners, hier in Groß Pankow, wendete der Kreis in diesem Jahr 456 300 Euro auf. Quelle: FotoS: Andreas König
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Perleberg

Die Probleme mit dem Eichenprozessionsspinner sind geringer geworden. Aber dass die reizenden Raupen niemand mehr jucken, wäre übertrieben. Im Gegenteil, der Landkreis Prignitz befasst sich sehr intensiv mit dem Thema. „Derzeit erheben wir Daten über die verbliebene Population des Eichenprozessionsspinners, über gesundheitliche Beeinträchtigungen, also über den Erfolg unserer Maßnahmen“, sagt die Zweite Beigeordnete des Prignitzer Landrates und Amtstierärztin Sabine Kramer.

Während die Kreisverwaltung von Ostprignitz-Ruppin bereits laut darüber nachdenkt, die Luftbekämpfung der Larven des Eichenprozessionsspinners zu reduzieren oder einzustellen, will die Kreisverwaltung Prignitz zunächst das Ergebnis einer Beratung mit Vertretern der Kommunen und der Forstverwaltung abwarten. „Anfang September werden wir uns zusammensetzen“, kündigte die Zweite Beigeordnete an. Zwar liegen noch keine endgültigen Zahlen über Menschen mit Hautreizungen oder stärkeren Symptomen vor, doch geht die promovierte Veterinärmedizinerin davon aus, dass die Bekämpfungsaktionen auch den von Nesselhärchen geplagten Menschen Linderung verschafft hat.

Spinnerbekämpfung zu Land. Quelle: Andreas König

Das kann Gerald Neu, Leiter des Ordnungsamtes im Amt Bad Wilsnack-Weisen weitgehend bestätigen. „Die Bekämpfung hat schon viel gebracht“, sagt er. „Aber gerade an der Elbe hatten wir noch immer Gebiete, die nicht beflogen werden konnten oder durften. Da waren jetzt noch einmal relativ aufwendige Absaugaktionen nötig“, sagte Gerald Neu. Konkret hätten Eichen an den Straßen von Gnevsdorf nach Abbendorf, zwischen Rühstädt und Bälow sowie im Bad Wilsnacker Ortsteil Sigrön abgesaugt werden müssen. „Auch im Schlosspark Rühstädt hatten wir wieder Bäume, die noch Nester enthielten“, sagt Gerald Neu. Aus Sicht der Gemeinden und der Amtsverwaltung sei das Befliegen der effektivste Weg, gefolgt vom Besprühen der Bäume vom Boden aus. „Das Absaugen ist sehr teuer, manche Gemeinden haben allein für die Nachsorge mehr als 3000 Euro ausgeben müssen“ informiert der Ordnungsamtsleiter. Die Forderung von Naturschutzverbänden, vollständig auf den Einsatz des Fresshemmers Dipel ES zu verzichten und stattdessen betroffene Bäume abzusaugen, hält Gerald Neu für „unrealistisches Wunschdenken“. Dennoch müsse man darüber reden, wo und in welchem Umfang im kommenden Jahr geflogen werden soll.

Die Kosten für den Hubschraubereinsatz in der Prignitz fielen laut Sabine Kramer in diesem Jahr zwar etwas geringer aus als 2014, aber das sei nur dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass die Forstverwaltung noch über Bestände des Mittels verfügte. Demnach gab der Kreis in diesem Jahr 456 300 Euro aus, während es im vergangenen Jahr 457 700 Euro waren. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin wendete in diesem Jahr 191 000 Euro auf. Ein Jahr zuvor waren es 385  000 Euro.

„Wenn wir sehen, dass die Menschen auch mit weniger Dipel ES geschützt werden können, ist das in Ordnung“, sagte Sabine Kramer. Im Übrigen weist sie den Begriff Gift für das Mittel zurück. „Es ist ein Biozid, das auch in der ökologischen Landwirtschaft verwendet wird“.

Von Andreas König

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