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Prignitz braucht Vorlaufzeit für Flüchtlinge

Landkreis als Vorreiter Prignitz braucht Vorlaufzeit für Flüchtlinge

Die Prignitz bringt Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge als einziger Landkreis in Brandenburg in dezentralen Wohnungen unter. Die Sozialministerin Diana Golze (Linke) sprach bei ihrem Besuch in dieser Woche in Karstädt mit Familien aus dem Libanon und aus Syrien.

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Ankunft der syrischen Familie Alfandi in Wittenberge.

Quelle: Andreas König

Perlebeg. Die Neuankömmlinge fühlen sich wohl und kommen mit ihrer Nachbarschaft gut aus. Diesen Eindruck gewann die brandenburgische Sozialministerin Diana Golze (Linke) bei ihrem Besuch in Karstädt. Dort sprach die Politikerin mit einer Asylbewerberfamilie aus dem Libanon und einer Flüchtlingsfamilie aus Syrien (MAZ berichtete).

Bei der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern nehme die Prignitz eine Vorreiterrolle ein. Aus Sicht der Landesregierung sei es wünschenswert, diesen Ansatz auch in anderen Kreisen zu verfolgen. Derzeit praktiziert lediglich die Prignitz diese Form der Unterbringung.

„Wir richten uns darauf ein, weitere Menschen bei uns aufzunehmen“, versicherte Landrat Torsten Uhe der Ministerin. Allerdings benötige der Landkreis einen gewissen Vorlauf, um die vor Krieg und Elend Geflohenen möglichst geordnet aufnehmen zu können. „Es ist ja nicht nur die Unterbringung“, sagte Torsten Uhe. „Wir müssen zum Beispiel wissen, ob es sich um alleinreisende Flüchtlinge oder Asylbewerber handelt oder um Familien mit Kindern. In letzterem Fall müsse für Kinderbetreuung gesorgt werden. Das werde mit den Kommunen so gut es geht abgestimmt. Die Ministerin sagte zu, den Landkreis so früh wie möglich zu informieren. Allerdings änderten sich die Flüchtlingszahlen mitunter sehr schnell. „In den letzten Tagen haben wir zum Beispiel verstärkt Menschen aus Albanien aufgenommen“, sagte Diana Golze. Es gebe zwar Bestrebungen, Albanien zum sogenannten sicheren Drittland zu erklären, aber dennoch müsse zunächst über jeden Asylantrag entschieden werden. Ein weiteres Problem sei die ärztliche Versorgung der Asylbewerber und Flüchtlinge. Brandenburg wolle allen diesen Menschen eine Chipkarte ausstellen, die sie zum Arztbesuch berechtigt. Derzeit befinde man sich aber noch in Verhandlungen mit Krankenkassen und der kassenärztlichen Vereinigung. Auch die Mediziner der Region müssten diese Regelung mittragen, wenn sie denn schließlich in Kraft tritt.

In der Prignitz leben derzeit 542 Asylbewerber und 19 Flüchtlinge. In diesem Jahr soll der Landkreis 528 Asylbewerber aufnehmen. 274 sind bereits eingetroffen, 254 werden noch erwartet, informierte die Pressestelle der Kreisverwaltung auf MAZ-Anfrage. Sie alle werden in Wohnungen untergebracht. Insgesamt sind 135 Wohnungen belegt, wobei Wittenberge mit 194 Personen in 53 Wohnungen prozentual den größten Anteil stellt. In Perleberg sind 172 Personen in 41 Wohnungen untergebracht, in Karstädt 46 Menschen in 13 Wohnungen. Asylbewerber leben auch in Pritz­walk, Lenzen, Meyenburg, Baek und Bad Wil­snack. Vielerorts bietet die Volkshochschule Deutsch-Sprachkurse an. Für die Unterbringung der erwarteten Asylbewerber würden derzeit Lösungen geprüft, teilte die Pressestelle der Kreisverwaltung weiter mit.

Von Andreas König

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