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Es geht ums Überleben der Kleinen

Perleberg Es geht ums Überleben der Kleinen

Viel versprechen sich die Prignitzer Städte und Gemeinden vom neuen Entwurf des Landesentwicklungsplans. Von ihm hängt ab, inwieweit die einzelnen Regionen künftig finanziell gefördert werden. Nicht alle Ideen stoßen indes in der Prignitz auf Zuspruch. Die Stadt Putlitz vermisst die Grundzentren. Lediglich Pritzwalk, Perleberg und Wittenberge sind als Mittelzentren bedacht.

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Pritzwalk bildet aktuell ein Mittelzentrum mit Wittstock.

Quelle: MAZ

Perleberg. Mit dem neuen Entwurf zur Landesplanung in Berlin und Brandenburg wünsche man sich in Putlitz die Grundzentren zurück. Im Jahr 2009 haben die Planer den Titel abgeschafft. Dieser brachte den Gemeinden, die etwa mit kleineren Läden, Tankstellen oder Arztpraxen die umliegenden Dörfer mitversorgten, viele finanzielle Vorteile.

„Eine Rückführung würden wir enorm begrüßen. So haben wir es auch in unserer ersten Stellungnahme formuliert“, sagt Amtsdirektor Hergen Reker. Und tatsächlich gibt es wieder eine Art von Grundzen­tren, sie heißen nur anders: Die Planer sprechen von „grundfunktionalen Schwerpunkten“. Finanzielle Vorteile soll es wieder geben. Denkbar sei etwa ein Festbetrag zwischen 100 000 und 200 000 Euro im Jahr, so SPD-Fraktionschef Mike Bischoff.

Blick in die Zukunft

Seit dieser Woche liegt der zweite Entwurf des sogenannten Landesentwicklungsplans der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg in der Kreisverwaltung öffentlich aus. Wie Pressesprecher Frank Stubenrauch berichtet, gibt es im Internet auf der Website des Landkreises unter der Kategorie „Auslegungen“ weitere Informationen dazu. In Putlitz will man nun intensiv schauen, inwiefern die aufgeführten Punkten den eigenen Interessen entsprechen. Das wird einige Wochen in Anspruch nehmen. „Besonders interessiert uns die Entwicklung hier in der Region: in der Stadt, im Amt und im Landkreis“, so Hergen Reker.

Berlin und Brandenburg wachsen, aber nicht überall gleich. Die verschiedenen Landesteile entwickeln sich höchst unterschiedlich. Der neue Plan soll das Wachstum in der Region bis zum Jahr 2030 kontrollieren und regeln. Darin aufgegriffen sind auf mehr als 130 Seiten strategische Leitlinien für Wohnen, Gewerbeansiedlungen, Nahversorgung und Verkehr.

Pläne stellen für die Kleinen ein enges Korsett dar

Mit diesen Maßnahmen soll verhindert werden, dass sich jede Kommune nur für sich agiert, man will ein großes Ganzes schaffen. Es werden viele Fragen im Ansatz erläutert: Wo sollen die Berliner und Brandenburger künftig wohnen, wo sollen Supermärkte entstehen, wo Ärztehäuser, Kitas und Schulen? Doch gleichzeitig stecken die kleineren Gemeinden in einem regelrechten Entwicklungskorsett.

Grob gesagt hat eine Stadt mehr Freiheiten bei der eigenen Entwicklung und größere finanzielle Zuwendungen, je höher ihr Rang nach dieser Regelung ist. In der Prignitz bilden Pritzwalk und Wittstock sowie Wittenberge und Perleberg jeweils ein Mittelzentrum mit Funktionsteilung.

Beim Bauen sind die Einschränkungen groß

Weitere kleinere Gemeinden, die nicht in den Rang eines Mittelzentrums erhoben werden, dürfen zum Beispiel neue Baugebiete nur für den eigenen Bedarf ausweisen. Pro 1000 Einwohner kann innerhalb von zehn Jahren lediglich ein Hektar Bauland ausgewiesen werden. Laut Planer macht das etwa zehn bis 15 Wohnungen.

Bereits beim Beteiligungsverfahren für den ersten Entwurf im vergangenen Jahr sind mehr als 1000 Stellungnahmen und 11 400 Einzelanregungen eingegangen. Deshalb wurde der zweite Entwurf deutlich überarbeitet. Doch auch hier sind Einsprüche bis zum 7. Mai möglich. Inwiefern die Kommunen mit den überarbeiteten Planungspunkten einhergehen bleibt abzuwarten. Eine kurzfristige Anfrage zu Stellungnahmen der Städte Pritzwalk und Perleberg blieb aus.

Der gesamte zweite Entwurf des Landesentwicklungsplans ist online unter www.gl.berlin-brandenburg.de einzusehen.

Von Marcus J. Pfeiffer

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