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Prignitz und Hamburg vertiefen Kooperation

Wittenberge Prignitz und Hamburg vertiefen Kooperation

Der Landkreis Prignitz und die Metropolregion Hamburg wollen noch enger kooperieren und den gemeinsamen Wirtschaftsraum stärken. Das ist jedenfalls das Ergebnis eines Arbeitstreffens beider Seiten vom Donnerstag in Wittenberge.

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Andreas Rieckhof (2.v.l.) und Ines Jesse ließen sich durch das Gelände des Elbeports führen.

Quelle: Atzenroth

Wittenberge. 5,2 Millionen Menschen leben in der Metropolregion Hamburg. Diese umfasst ein Gebiet, das sich mittlerweile auf vier Bundesländer erstreckt und bis an Brandenburgs Nordwesten heranreicht. Auch die Prignitz als Elbanrainerregion ist an einer engeren Zusammenarbeit mit der Hansestadt interessiert, und dieses Interesse ist wechselseitig. Allerdings wird es sich auf absehbare Zeit nicht um eine institutionalisierte Zusammenarbeit handeln. Gemeinsame Interessen bei der wirtschaftlichen Entwicklung will man jedoch mit Nachdruck verfolgen.

So viel jedenfalls lässt sich nach einem Arbeitsgespräch am Donnerstag sagen, an dem Landrat Torsten Uhe, Andreas Rieckhof, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Hansestadt Hamburg, und Ines Jesse, Staatssekretärin im brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung sowie viele weitere Vertreter von Wirtschaft und Verwaltung teilnahmen. „Es geht uns darum, die Zusammenarbeit zu forcieren“, sagte Torsten Uhe beim Pressetermin im Hotel „Alte Ölmühle“ in Wittenberge.

Der große Strom verbindet Hamburg und Wittenberge

Hier, direkt an der Elbe, ist ein Grund für die Vertiefung dieser Kooperation ersichtlich: Der große Strom verbindet Wittenberge und Hamburg, und viele Planungen in der Westprignitz sind auf die zweitgrößte deutsche Stadt ausgerichtet. So führte ein Ortstermin denn auch zum Elbeport, über den seit jeher in Sachen Wirtschaft und Logistik die Verbindung nach Hamburg gesucht wird. Immer wieder habe man bereits zusammen Themen bearbeitet, neben der Schiffbarkeit der Elbe gehörte dazu auch der Bau der A 14. Ohnehin gibt es gewachsene historische Beziehungen von der Prignitz in Richtung Hamburg, die seit der Wende nach und nach wieder wachsen. Als Beispiel nannte Uhe die Firma Eggers Umwelttechnik, ein aus Hamburg stammendes Unternehmen, das jetzt auch in Wittenberge vertreten ist.

Hinzu kommt mittlerweile die touristische Dimension der Elbe. Früher war Tourismus kein Thema für Wittenberge, jetzt hat sich das geändert. Lutz Lange, dessen Familie das Hotel betreibt, erklärte, dass bereits 14 Prozent der Hotelgäste aus Hamburg komme. Ein redaktioneller Beitrag in einer Hamburger Zeitung habe ihm gleich 500 Buchungen gebracht. Mittlerweile halten im Hotel auch zunehmend Firmen Tagungen ab, die sowohl in Hamburg als auch in Berlin einen Sitz haben. Als Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative Westprignitz weiß Lange auch, dass von deren 150 Mitglieder gleich zwölf aus dem Raum Hamburg kommen.

„Gute Chancen, wenn sich die Prignitz nicht als Randregion definiert.“

Rieckhof bekräftigte, dass es bereits eine Vielzahl an Verbindungen gebe. „Es ist wichtig, dass man in Wirtschaftsräumen denkt.“ Da seien Kreis- und Ländergrenzen nicht so entscheidend. Selbstverständlich sei der Arm in Richtung Prignitz ausgestreckt. Rieckhof: „Die Region hat gute Chancen, wenn sie sich nicht als Randregion definiert.“ Sie sei ein „Bindeglied zwischen zwei großstädtischen Räumen“. Auf Nachfrage aber machte er deutlich, dass im Moment eine formelle Aufnahme in den Verbund Metropolregion nicht ansteht. Der Grund dafür: Wir haben gerade nach langen Diskussionen Schwerin und den Altkreis Parchim ab 2017 aufgenommen.“ Zudem seien in einem komplizierten Verfahren auch Wirtschaftsverbände hinzugekommen, die den Charakter der Kooperation noch mehr in Richtung Wirtschaftsraum veränderten. Rieckhof: „Jeder Kreistag, jedes Landesparlament musste zustimmen.“

Dass die Anbindung peu à peu erfolgt, bestätigte auch der Landrat des mecklenburgischen Nachbarkreises Ludwigslust-Parchim, der sich seit 20 Jahren Schritt für Schritt in die Metropolregion hinein bewegt hat. Aus seiner Erfahrung sagte er: „Die Zusammenarbeit in Projekten ist ein wichtiger Schritt, da kommt es auf die förmlichen Fragen gar nicht mehr so an. Wir werden das unterstützen.“

Ines Jesse zeigte sich eher etwas zurückhaltend, freute sich zwar über „Impulse“, verwies aber auf die gemeinsame Landesplanung von Berlin und Brandenburg, in der auch die Prignitz eine Rolle spiele. Sie sagte zu, sich gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt weiter für die Schiffbarkeit der Elbe einzusetzen, um die „Zukunft an der Elbe positiv zu gestalten“.

Von Bernd Atzenroth

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