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Prignitz will in Hamburg mitmischen

Wittenberge Prignitz will in Hamburg mitmischen

Wittenberge will als Partner und Logistikstandort für den Hamburger Hafen im Gespräch bleiben. Bei einem Besuch in der Hansestadt informierten sich SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler Bürgermeister Oliver Hermann und Wirtschaftsförderer Christian Fenske über die Chancen. Es ging auch um die Schiffbarkeit der Elbe.

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Ingo Egloff (Vorstand Hafen Hamburg Marketing), Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler und Stefan Kunze, Repräsentant Hafen Hamburg Marketing Dresden), im Gespräch.

Quelle: privat

Wittenberge/Hamburg. Die Prignitz wirbt gern mit ihrer günstigen Lage genau zwischen den Metropolen Berlin und Hamburg. Doch wie bewerten die Verantwortlichen beispielsweise in Hamburg die Ambitionen beispielsweise Wittenberges, sich als Standort für den Seehafen-Hinterlandverkehr zu empfehlen?

Kontaktpflege zum Hafen der Hansestadt

Unter anderem darum ging es am Dienstag bei einem Besuch der SPD-Bundestagsabgeordneten und Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Elbe, Dagmar Ziegler, und des Wittenberger Bürgermeisters Oliver Hermann im Hamburger Hafen. Mit dabei war auch der Geschäftsführer des Technologie- und Gewebezentrums Prignitz, Christian Fenske. Auf dem Programm stand ein Besuch beim Hamburg Hafen Marketing, einem Verein, der sich die Entwicklung des Hamburger Hafens auf die Fahnen geschrieben hat. „Wir hatten ja erst kürzlich eine große Logistikkonferenz bei uns in Wittenberge“, sagte Bürgermeister Oliver Hermann. „Das war jetzt sozusagen der Gegenbesuch.“ Den Vertretern der Stadt ging es vor allem um Kontaktpflege und darum, Wittenberge als Logistikstandort für den Hamburger Hafen im Gespräch zu halten.

Reststrecke soll ertüchtigt werden

„Wir sind froh, dass nun endlich ein Gesamtkonzept für die Elbe vorliegt“, sagte SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler. „Jetzt muss es allerdings auch zügig verabschiedet werden, um die vielen Schritte zu vollziehen, die dazu gehören.“ Dazu gehöre unter anderem die Ertüchtigung der sogenannten Reststrecke bei Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern. Wenn dort die Buhnen auf die notwendige Länge gebracht würden, könnte die Schiffbarkeit der Elbe wesentlich verbessert werden. „Doch am Gesamtkonzept hängt noch viel mehr“, sagte Dagmar Ziegler. „Die Schiffe müssen künftig an die Bedingungen der Elbe angepasst, und auch die Fachkräfte für die Binnenschifffahrt und Reedereien müssen ausgebildet werden.“

Eigene Wertschöpfung in Wittenberge nötig

Wittenberge sei vor allem als trimodaler Standort mit Schienen, Straßen- und Wasseranbindung interessant, sagte Stefan Kunze von der Repräsentanz des Hafen Hamburg Marketing in Dresden. „Allerdings ist es derzeit nicht absehbar, dass sich Wittenberge sozusagen als Außenstelle des Hamburger Hafens etablieren kann.“ Vielmehr müsste im Hafen Wittenberge, der von der Firma Elbeport Wittenberge betrieben wird, eine eigene Wertschöpfung stattfinden. Das große Wachstum, das vor der Bankenkrise 2008 für den Hafen Hamburg prognostiziert worden war, habe sich nicht in dem erwarteten Maße eingestellt.

Nach 24 Stunden im Hafen wird es teuer

„Wenn die Güter nicht binnen 24 Stunden aus dem Hafen abtransportiert werden, wird es richtig teuer“, berichtete Bürgermeister Oliver Hermann. Daher wäre es eine Alternative, wenn solche Container in Wittenberge umgeschlagen werden könnten. Voraussetzung für all diese Zukunftspläne sei jedoch die Schiffbarkeit der Elbe. Die werde mit dem Gesamtkonzept zwar angestrebt, es müsse jedoch auch zügig umgesetzt werden, fordern nicht nur die Landes- und Kommunalpolitiker, sondern auch die Vertreter des Hamburger Hafens. „Insofern ist es für uns natürlich sehr wichtig, die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Elbe in Hamburg begrüßen zu könne“, sagte Stefan Kunze.

Ausrichtung auf die Schiene ist nachvollziehbar

Die Umstrukturierung bei Elbeport ist auch in Hamburg registriert worden. Die Hamburger Hafenlogistikfirma Buss-Group ist im vergangene Jahr aus- und die Eisenbahngesellschaft Potsdam als Hauptgesellschafterin eingestiegen. „Die stärkere Ausrichtung auf die Schiene ist aus Sicht der Gesellschaft wichtig und nachvollziehbar“, sagte Stefan Kunze. „Dennoch wollen wir Gespräche mit Elbeport führen, dass auch die Binnenschifffahrt weiterhin eine Rolle für den Standort Wittenberge spielt.“

„Wir werden einen Entschließungsantrag in den Bundestag einbringen, damit das Gesamtkonzept Elbe zügig umgesetzt wird“, sagte Dagmar Ziegler. Sie rechne mit Ergebnissen „in zwei bis fünf Jahren.“

Von Andreas König

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