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Prignitzer Mieterverein löst sich auf

Aus für Interessenvertretung Prignitzer Mieterverein löst sich auf

Der Prignitzer Mieterverein war die letzte Interessenvertretung von Mietern im Nordwesten Brandenburg – zum Jahresende hat er seine Arbeit eingestellt. Nachdem bei der Mitgliederversammlung im Dezember kein neuer Vorstand gewählt werden konnte, beschlossen die Mitglieder die Auflösung.

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Immer wieder helfen Mietervereine Mietern.

Quelle: Geisler

Perleberg. Kurz vor seinem 25. Geburtstag hat der Prignitzer Mieterverein das Handtuch geworfen. Auf einer Mitgliederversammlung im vergangenen Dezember beschlossen die Mitglieder die Auflösung zum Jahresende. 2016 wäre die Hilfsorganisation für Mieter in der Prignitz 25 Jahre alt geworden.

„Noch besteht der Verein, aber er befindet sich in der Liquidation“, erklärte Rainer Radloff in einem Gespräch. Er ist Landesvorsitzender des Deutschen Mieterbundes in Brandenburg. Er selbst war im Dezember nach Perleberg an den Sitz des Vereins gekommen, um die Auflösung im letzten Moment vielleicht noch zu verhindern. Doch er konnte an der Entscheidung nichts mehr ändern. Im Verein stand die Neuwahl des Vorstands an, doch lediglich eine Vorstandsfrau wollte und konnte weiter machen. Durch Krankheit und Wegzug war die Zahl der Vorstandsmitglieder sehr stark dezimiert. „Hier gab es keinen Nachwuchs“, erklärte Rainer Radloff. Zwei Interessenten, die gerne im Vorstand mitgearbeitet hätten, konnten dies nicht aufgrund einer Bestimmung in der Satzung, die besagt, dass Vorstandsmitglied nur werden kann, wer schon drei Jahre Mitglied im Verein ist.

Wohin sich Prignitzer Mieter nun wenden können

Zum Jahresende stellte der Prignitzer Mieterverein seine Arbeit ein. Für Mitglieder des Vereins und Mieter bestehen künftig folgende Anlaufpunkte:

Die Mietervereinigung Nord hat ihren Sitz in Oranienburg aber auch eine Beratungsstelle in Neuruppin (über  0900/120 00 12 (2 Euro/Minute).

„Der Prignitzer Mieterverein war im Nordwesten Brandenburgs der einzig verbliebene Interessenverband der Mieter vor Ort“, machte Rainer Radloff deutlich. Daher wiege der Verlust besonders schwer. Der Verein beriet Mieter in der Prignitz und darüber hinaus, in Perleberg, Pritzwalk oder Kyritz, sein Einzugsgebiet erstreckte sich von Wittenberge bis Wittstock. Der Landesverband habe sich daher sehr intensiv für den Erhalt eingesetzt, doch gegen die Entscheidung des rechtlich selbstständigen Vereins nichts mehr unternehmen können. „Wir bedauern die Auflösung sehr,“ sagte der Landesvorsitzende.

Mit der Auflösung des Prignitzer Mietervereins wird der Schlusspunkt unter eine Entwicklung im Nordwesten gesetzt. Einst bestanden in Kyritz, Pritzwalk und Wittstock Mietervereine. Der Prignitzer Mieterverein in Perleberg zählte in seinen besten Tagen mehr als 200 Mitglieder, zuletzt waren es noch 96.

Rainer Radloff räumt ein, dass im Nordwesten die Mieterprobleme nicht so akut sind. Die Mieten seien relativ stabil und es bestehe keine Wohnungsnot wie beispielsweise in anderen Regionen des Landes Brandenburg. Im Berliner Speckgürtel existiere eine völlig andere Situation, auch in der Landeshauptstadt Potsdam, wo der Mieterbund 4000 Mitglieder hat und täglich Beratungen stattfinden. Möglicherweise sei die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins in der Prignitz auch etwas zu kurz gekommen, meinte der Landesvorsitzende.

Die Arbeit im Mieterverein erfolgt ehrenamtlich, ohne eine Förderung. Einnahmen sind die Mitgliederbeiträge von etwa 50 Euro im Jahr, worin eine Rechtsschutzversicherung eingeschlossen ist. Der Prignitzer Mieterverein sei aber nicht verarmt gewesen, wie Rainer Radloff deutlich machte. Die Mitglieder beschlossen, die Hälfte des Restvermögens soll der Verbraucherzentrale in der Prignitz zugute kommen. Dies soll als Anregung für die Verbraucherberatung verstanden werden, künftig auch Mieter zu beraten. „Wir können aber nichts vorschreiben“, sagte der Landesvorsitzende. Die Verbraucherzentrale in der Prignitz hat bislang aus Rücksicht auf den Mieterverein auf eine Mieterberatung verzichtet. Die zweite Hälfte des Restvermögens wird dem Landfrauenverein zugedacht, mit dessen Unterstützung der Mieterverein vor fast 25 Jahren gegründet worden war.

Von Michael Beeskow

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