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Prignitzer Polizei ehrte Sicherheitspartner

Kleingärtner bewachen Anlagen Prignitzer Polizei ehrte Sicherheitspartner

Sie sind meist nur mit Taschenlampe und Handy ausgerüstet. Aber die Wirkung der Sicherheitspartnerschaften auf die Kriminalitätslage ist enorm. In den Kleingartenvereinen die Sicherheitspartner der Polizei sind, gingen die Strafanzeigen um 71 Prozent zurück. Allerdings fordern die Ehrenamtlichen eine höhere Aufwandsentschädigung.

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Für das Projekt künstliche DNA wurden Klaus Kollhoff und Kurt Kaiser (2. u. 3. v. l.) vom Kleingartenverein Nord Wittenberge von der Zweiten Beigeordneten des Landkreises Prignitz Sabine Kramer und Peter Schröder, Leiter der Polizeiinspektion Prignitz, geehrt.

Pritzwalk. Sie sind in zivil unterwegs, aber stets auf der Hut: Die Sicherheitspartner in der Prignitz arbeiten mit der Polizei zusammen und sehen in verschiedenen Orten der Prignitz nach dem Rechten.

Vor allem in Kleingartenvereinen waren die freiwilligen Helfer unterwegs. Für ihren zeitaufwendigen Einsatz erhalten sie zwar eine kleine Aufwandsentschädigung, aber die wiegt die Mühen kaum auf. Daher berät die Polizeiinspektion Prignitz mindestens einmal im Jahr mit den Sicherheitspartnern, wie man die Arbeit besser gestalten kann. Verdienstvolle Sicherheitspartner werden bei dieser Gelegenheit ausgezeichnet. Im Gerätehaus der Pritz­walker Feuerwehr waren am Dienstagnachmittag neben rund 30 Sicherheitspartnern aus verschiedenen Orten der Prignitz auch Vertreter der Kommunen und natürlich der Polizei anwesend.

Kommen und gehen bei Sicherheitspartnern

Sicherheitspartner der Polizei werden von den Kommunen vorgeschlagen. Sie müssen eine Bewerbung ausfüllen und zum Beispiel ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.

Ihre Wiederberufung erhielten aus Pritzwalk Thomas Lange, Heiko Rau, Jutta Garzke (Verein Dömnitzaue), Reinhard Mumm, Ingo Köhn, Gudrun Breit, Manfred Blumenthal, Friedrich-Werner Moll und Jürgen Buschmann (Verein Bullenkamp); aus Wittenberge Peter Bednarczyk, Heinz Zacher, Peter Weinreiter, Jürgen Luthe, Hans-Jürgen Gehrmann, Henryk Wiczenkow, Irmgard Pritzkow, Manfred Starke und Gabriela Giese; aus Perleberg Frank ­Boersch und Uwe Felsch (Verein Pritz­walker Straße); aus Glöwen Karl-Heinz und Sigrid Dibowski, Uwe Terschanski und Manfred Hahn (Wald­eck); aus Meyenburg Manfred Kreibich, Gerd-Rüdiger Zettel, Dirk Rolle, Holger Langer, Norbert Nickold, Siegfried Gruhn und Manuela Hertel.

Neu berufen wurde Marion Weinreiter aus Wittenberge.

Ausgezeichnet wurden Kurt Kaiser und Klaus Kollhoff vom Verein Nord Wittenberge für ihren Einsatz beim Projekt Künstliche DNA.

Altersbedingt verabschiedet wurden die Sicherheitspartner Dieter Lungfiel (18 Jahre, Wittenberge), Hans-Dieter Sendtkow und Dieter Hänig (15 Jahre Pritzwalk).

„Die Prignitz gilt als Musterlandkreis, was die Sicherheitspartnerschaften angeht“, sagte Peter Schröder, Leiter der Polizeiinspektion Prignitz. Allerdings ist die Zahl der Sicherheitspartnerschaften landesweit stark zurückgegangen. Waren im Jahr 2000 landesweit noch 117 Sicherheitspartnerschaften mit 880 ehrenamtlichen Helfern aktiv, ist die Zahl im vergangenen Jahr auf 74 Partnerschaften mit noch 446 Aktiven geschrumpft. Die Prignitz hält sich trotz der starken Überalterung noch recht wacker. Allein in Kleingartenvereinen sind demnach zehn Sicherheitspartnerschaften mit 33 ehrenamtlich Tätigen im Einsatz. Dass dabei noch Luft nach oben ist, lässt sich allerdings nicht abstreiten. Von den 61 Kleingartenvereinen, die im Kreisverband der Gartenfreunde organisiert sind, haben lediglich zehn eine Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei geschlossen.

Dass diese Art freiwilligen Engagements durchaus etwas bringt, wurde anhand der Kriminalitätsstatistik deutlich. In den Gartenvereinen mit Sicherheitspartnerschaft sank die Zahl der Strafanzeigen von 38 auf zwölf, was einem Rückgang von 71 Prozent entspricht. Besonders effektiv gestaltet sich der freiwillige Dienst, wenn er mit anderen Vorkehrungen gekoppelt wird. Immer wieder als leuchtendes Beispiel wird der Kleingartenverein Nord in Wittenberge genannt. Seit dieser auf künstliche DNS setzt, ist überhaupt kein Einbruch mehr zu verzeichnen. Nicht auf solche Art geschützte Vereine werden immer wieder Ziel von Einbrechern. Doch auch außerhalb von Gärten bringt es etwas, mit der Polizei zusammenzuarbeiten. Die Sicherheitspartnerschaft Schlosspark in Meyenburg kümmert sich beispielsweise um die Sicherheit in der gesamten Stadt. Insgesamt haben die Sicherheitspartner in diesem Jahr 1134 Stunden Streifendienst geleistet. Pro Sicherheitspartner waren das statistisch gesehen 2,4 Stunden. Die 33 Freiwilligen absolvierten in den Kleingartenvereinen 985 Kontrollstunden, während die sieben Meyenburger Sicherheitspartner 149 Stunden im Jahr Streife liefen.

Ausgerüstet sind sie übrigens noch immer mit den alten Mobiltelefonen, die heute nur noch in den seltensten Fällen benutzt werden. In der Regel greifen die Ehrenamtlichen auf ihre privaten Handys zurück. Vor Beginn und nach dem Ende jedes Kontrollgangs melden sich die Sicherheitspartner bei der Polizei an und ab.

Einige Hoffnungen ruhen auf einer Neufassung des Erlasses über Sicherheitspartnerschaften. Die derzeit gültige Fassung stammt noch aus dem Jahr 1995. Ausstattung und Aufwandsentschädigung müssten dringend den Erfordernissen der Zeit angepasst werden, forderte etwa Klaus Kollhoff aus Wittenberge. Ein neuer Erlass werde vorbereitet, hieß es seitens der Polizei.

Von Andreas König

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