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Prignitzer kämpfen gegen Hähnchenmastanlage

Industriemast Könkendorf Prignitzer kämpfen gegen Hähnchenmastanlage

Es ist keine Absage an die Landwirtschaft, aber an die Massentierhaltung: Die Bürgerinitiative „Prignitzer gegen Industriemast“ stellt sich entschieden einer geplanten Mastanlage in Könkendorf entgegen. Mehr als 300000 Tiere könnten dort gehalten werden. Doch der Protest kostet viel Geld und der Weg ist nicht leicht. Einen Hoffnungsschimmer gab es Sonntag.

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Wolfram Hlouschek (4.v.l.) übergab Sandra Rieboldt (3.v.r.) eine Spende für die weitere Arbeit.

Quelle: Christamaria Ruch

Könkendorf. Die Landkreisgrenze zwischen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin ist für sie keine Hürde. Die ungefähr 50 Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Prignitzer gegen Industriemast“ eint der Protest gegen die Pläne für eine Getreidehähnchenmastanlage mit 327 000 Tieren in der Gemarkung Könkendorf (Stadt Pritzwalk). Diese befindet sich genau an der Grenze beider Landkreise.

Sandra Rieboldt, Vorsitzende der im März 2014 gegründeten BI, nahm am Sonnabend eine Spende in Höhe von 402 Euro aus den Händen von Wolfram Hlouschek, Ortsvorsteher im benachbarten Blesendorf (Gemeinde Heiligengrabe) entgegen. Als Ort für die Übergabe wählten die Akteure den Standort für die geplante Anlage. Die Spendenmittel stammen aus einer Veranstaltung Anfang des Monats am Bürgerzentrum in Blesendorf.

„Die Freude ist sehr groß“, sagte BI-Chefin Sandra Rieboldt. Und sie ergänzte: „Das ist die drittgrößte Einzelspende, die wir bisher erhalten haben.

Bauantrag des niederländischen Investors noch unvollständig

Der Bauantrag des niederländischen Investors Hermann Hemmen liegt beim Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in Potsdam. „Der Antrag ist noch nicht vollständig“, berichtet Rieboldt. Mitglieder der BI haben zuletzt im September dort Akteneinsicht genommen. Ein Termin für den Beginn des Auslegungsverfahrens steht noch nicht fest. Ein von der BI beauftragter Rechtsanwalt in Berlin berät die Akteure. Außerdem steht diese BI mit der BI „Wittstock contra Industriehuhn“ in Verbindung, unterstützt das Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg sowie das aktuelle Volksbegehren gegen Massentierhaltung. „Das alles kostet viel Geld und wir sind daher auf die Spenden angewiesen“, so Sandra Rieboldt. Bislang investierte die BI gut 3500 Euro in Öffentlichkeitsarbeit mit einem gleichnamigen Internetauftritt, Anwalts- und Gutachterkosten. „Wir sind derzeit noch immer im Anfangsstadium“, sagt BI-Mitglied Dietmar Rosenthal. Und: „Wir lehnen die Landwirtschaft nicht ab, sie ist Teil der Prignitz. Aber wir sind gegen Großmastanlagen, weil dafür kein Bedarf besteht.“

Jährlich acht Mastdurchläufe mit 2,6 Millionen Tiere geplant

150 Meter liegt das 70 Einwohner zählende Könkendorf von der Autobahn 24 entfernt. Ein Legehennenstall für knapp 15 000 Tiere befindet sich in Ortslage, außerdem sind 16 Windkraftanlagen in Sichtweite. In der geplanten Hähnchenmastanlage würden jährlich in acht Mastdurchläufen gut 2,6 Millionen Tiere produziert werden. Der BI-Protest richtet sich gezielt gegen erwartete Ammoniakemissionen, Feinstaub und Verkehrslärm. „Wir möchten unseren Nachkommen eine gesunde Umwelt hinterlassen“, sind sich alle Mitstreiter einig.

Von Christamaria Ruch

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