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Prignitz Prignitzer trauern mit Franzosen
Lokales Prignitz Prignitzer trauern mit Franzosen
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02:18 19.11.2015
Vor dem Prignitzer Rathaus steht die deutsche Fahne auf Halbmast. Quelle: Bernd Atzenroth
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Pritzwalk

Punkt zwölf Uhr läuteten die Glocken von Sankt Nikolai. Die offizielle Gedenkminute für die Opfer der Terroranschläge von Paris war angebrochen – an einem Tag, dem viele Pritzwalker ohnehin mit gemischten Gefühlen entgegensahen. Denn für 19 Uhr hatte der „Prignitzer Bürgerzusammenschluss“, eine von der AfD unterstützte Formation zur Kundgebung auf dem Pritzwalker Marktplatz geladen, während gleichzeitig kaum 150 Meter weiter an der Kirche ein Friedensgebet stattfinden sollte.

Ausgerechnet an einem Tag, der wie schon das ganze Wochenende im Zeichen der Trauer stand, wollten sich die „besorgten Bürger“ zu Wort melden. „Ich hoffe, dass sich die Redner von der AfD der Verantwortung bewusst sind und keine weitere Polarisierung betreiben“, äußerte am Vormittag Pritz­walks Bürgermeister Wolfgang Brockmann. Er hatte bereits am Sonntag bei einer Veranstaltung seiner Betroffenheit und Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. Nun ist die Stadt dabei, ein Schreiben an die gerade neu gewonnenen Partner aus dem französischen Mormant zu formulieren, in dem die Pritzwalker ihre Solidarität mit dem Städtchen bekunden, das nur 60 bis 70 Kilometer von Paris entfernt liegt. „Wir fühlen uns als europäische Familie“, sagte das Stadtoberhaupt im Gespräch mit der MAZ weiter, „und wollen gemeinsam dem Terror wehrhaft begegnen.“

Die Kontakte nach Mormant sind über den Schulaustausch zustandegekommen, den das Pritz­walker Gymnasium mit einer Partnerschule in Mormant pflegt. Am Vormittag war am Montag noch nicht klar, ob es auch vonseiten der Schule eine Aktion geben würde. Wie in der Stadtverwaltung, so war aber auch im Gymnasium die Gedenkminute ein Thema, wie auch immer sie im Alltagsgeschäft wahrgenommen werden konnte. Schulleiter Harald Glöde versicherte auch, dass die Ereignisse von Paris „sicherlich auch im Politik- und im Französischunterricht Thema sein werden“. Harald Glöde: „Wenn Schüler Gesprächsbedarf haben, dann werden wir uns dem nicht verschließen.“

Trauer auch bei den Spitzen von Kreistag und Kreisverwaltung: Landrat Torsten Uhe und der Kreistagsvorsitzende Rainer Pickert äußerten sich gemeinsam zu der Terrorserie mit „Fassungslosigkeit, Bestürzung und unendlicher, Grenzen überwindender Trauer“. Sie seien zutiefst erschüttert über die menschenverachtenden Anschläge, die vielen unschuldigen Menschen das Leben gekostet und etliche verletzt habe. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer und dem französischen Volk – wir nehmen Anteil an der Trauer der Menschen in unserem Nachbarland.“ Die Attentate bezeichneten Uhe und Pickert als „Angriff auf die Demokratie und die Freiheitswerte in Europa und der Welt“. „Wir werden uns nicht von dem Terror beirren lassen“, ließen sie zum Schluss ihres Statements wissen.

In Pritzwalk wiederum wollten sich auch die Anhänger der AfD in Trauer zeigen. Zu der Kundgebung, die erst nach Redaktionsschluss richtig losging, kamen sie mit französischen Fahnen. Derweil bereitete man sich an der Kirche auf ein Friedengebet vor – mit freundlicher Unterstützung der Stadt, die für die Beschallung sorgte. Mehr dazu auf www.maz-online.de und in der morgigen MAZ-Ausgabe.

Von Bernd Atzenroth

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