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Prignitzerinnen pilgern nach Rom

Dankeswallfahrt des Erzbistums Berlin Prignitzerinnen pilgern nach Rom

Die Meyenburgerin Ute Gajewski unternimmt eine Wallfahrt nach Rom. Obwohl sie evangelisch ist, schätzt sie das Miteinander und die feierliche Stimmung, die bei solchen Veranstaltungen aufkommen. Die 49-Jährige und drei weitere Prignitzerinnen gehören zu 1200 Pilgern aus dem Erzbistum Berlin, die die Dankeswallfahrt machen.

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Ute Gajewski an der Katholischen Kirche in Meyenburg.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg/Rom. Rund 1200 Pilger starteten jetzt zur Bistumswallfahrt des Erzbistums Berlin nach Rom. Ute Gajewski aus Meyenburg ist auch dabei. Sie stieg am Dienstag mit vielen weiteren Passagieren um 6.20 Uhr in Berlin-Tegel in den Flieger. „Das ganze Flugzeug ist mit Pilgern aus Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern belegt“, erzählte sie. Über München ging es dann nach Rom. Einen Teil der Reisekosten für die insgesamt vier Pilgerinnen aus der Prignitz übernimmt die Caritas als Arbeitgeber. Bei Ute Gajewski ist das aber gar nicht nötig: „Es gab eine Tombola, bei der konnte man die Reise nach Rom gewinnen. Das habe ich dann getan“, erzählt die 49-jährige Caritas-Mitarbeiterin und schmunzelt dabei. Aus dem Unternehmen reisen noch weitere Teilnehmer aus Brandenburg, Mecklenburg und Berlin mit.

Ute Gajewski war schon vor der Reise ganz schön aufgeregt, obwohl sie schon einmal in Rom war, mit ihrem Mann. „Meine Tochter ist auch aufgeregt, weil wir beide zusammen wegfahren“, sagt sie. Die Meyenburgerin freut sich, ein wenig Zeit mit ihrer erwachsenen Tochter zu verbringen. Neben Juliane Gajewski kommen Marianne Günther und Svetlana Pflüger von der Caritas mit auf die Wallfahrt. Letztere hat die Reise übrigens auch gewonnen. Am 5. September gab es in der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale eine Kennenlern-Veranstaltung für die Teilnehmer.

Bei der Gelegenheit bekamen die Teilnehmer auch ihre Pilgertasche: In der mit einem leuchtendgelben Band versehenen Umhängetasche finden sich zum Beispiel ein Pilgerheft mit Liedern, Gebeten, dem Ablaufplan der Wallfahrt und nützlichen Informationen auch ein Stadtplan, ein Schal und manche Überraschungen. Auch viele Familien mit Kindern nehmen an der Wallfahrt teil, weiß Ute Gajewski. Damit die Wallfahrer an den für sie vorgesehenen Veranstaltungen teilnehmen können, hat jeder einen Pilgerpass bekommen. Wohnen werden die Prignitzerinnen im kleinen Hotel Casa la Salle in der Via Aurelia. Das ist mitten in der Stadt, nur drei Stationen vom Petersdom entfernt. „Es ist eine einfache Unterkunft bei den Ordensschwestern“, erklärt die 49-Jährige.

Obwohl die Meyenburgerin nicht katholisch, sondern evangelisch ist, ist die Wallfahrt nach Rom ein wichtiges Ereignis für sie. „Die Gemeinschaft ist für mich wichtig, auch mal zu sich zu finden.“ Und auch der Austausch mit anderen sei für sie ein wertvoller Punkt dieser Reise. „So etwas habe ich noch nie gemacht“, sagt sie. Durch den Erfahrungsaustausch können sie und ihre Kolleginnen vielleicht auch mal lernen, wie man richtig abschalten kann, witzelt Ute Gajewski. Gelegenheit dazu wird sie bei den vielen Veranstaltungen haben, die die Bistumswallfahrt vorsieht: Immer wieder sind neben den gemeinsamen Messen und Andachten auch Zusammenkünfte bei einem kleinen Imbiss geplant. Gleich am gestrigen ersten Abend gab es zum Beispiel zur Einstimmung auf dem Platz vor der Kirche Sankt Egidio Brot, Käse und Wein.

Messe, Andacht, Audienz

Das Bistum Berlin ist – erst 1930 errichtet – ein sehr junges Bistum. Es liegt auf dem Gebiet der ehemaligen Bistümer Brandenburg, Havelberg, Kammin und Lebus. Heute umfasst das Bistum, das 1994 zum Erzbistum erhoben wurde, Berlin, weite Teile Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns: Neben dem Ballungsraum Berlin prägen die Ostseeküste, die Nachbarschaft zu Polen und die weiten Flächen wie in Uckermark und Prignitz das Bild der katholischen Kirche hier. Bischofskirche ist die 1773 geweihte Sankt-Hedwigs-Kathedrale in Berlin-Mitte.

Die Dankwallfahrt zu 25 Jahren Deutsche Einheit machen rund 1200 Pilger aus dem gesamten Bistum. Etwa 1000 von ihnen sind zum vollen Programm angemeldet, 200 organisieren Anreise und Unterkunft selbst.

Auf dem Programm stehen am Dienstag eine Heilige Messe in Santa Maria in Trastevere, ein Abendgebet in internationaler Gemeinschaft. Am Mittwoch gibt es eine Papstaudienz auf dem Petersplatz, ein Gottesdienst im Petersdom, eine Lichterprozession in den vatikanischen Gärten sowie eine Andacht am Berliner Mauerstück und der Lourdes-Grotte. Am Donnerstag sind besondere Orte das Ziel und später am Tag eine Heilige Messe in der Lateran-Basilika. Auch am Freitag werden besondere Orte in Rom besucht, abends bildet eine Heilige Messe in Sankt Paul vor den Mauern den Abschluss der Pilgerreise. Zwischen den Angeboten haben die Pilger auch Freizeit, die sie für eigene Exkursionen nutzen können.

Ute Gajewski will viel mitnehmen während der Wallfahrt – im übertragenen Sinne: „Die feierliche Stimmung bei den Messen, die Gemeinschaft, die Menschen, das Miteinander, das Lächeln ...“ Gerne schaut sie deshalb auch die Übertragung der Heiligabend-Messe im Fernsehen an. Außerdem findet die Caritas-Mitarbeiterin Papst Franziskus ganz toll und das, was er in der Katholischen Kirche schon bewegt hat: „Zum Beispiel, dass im ’Heiligen Jahr’, das jetzt im Dezember beginnt, Frauen vergeben werden darf, die abgetrieben haben.“

Die vier Prignitzerinnen werden die Zeit in Rom aber sicher auch für Alleingänge nutzen, die sie in ihrer freien Zeit unternehmen wollen, Vor allem die vielen, vielen kleinen Kirchen hat Ute Gajewski dabei im Sinn, die sich auf Schritt und Tritt abseits der Hauptstraßen Roms finden, aber auch Sehenswürdigkeiten und die Architektur, die die ewige Stadt in Hülle und Fülle zu bieten hat. „Und man muss sich auch mal die Hinterhöfe angucken.“

Von Beate Vogel

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