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Prignitz Pritzwalk: 330 Radler beim Anradeln
Lokales Prignitz Pritzwalk: 330 Radler beim Anradeln
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18:09 24.04.2016
Gruppenbild mit Bürgermeistern und allerlei Gestalten: Auf dem Markt zeigte sich ein buntes Bild. Quelle: Fotos (7): Bernd Atzenroth
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Pritzwalk

Als der mittelalterlich gewandete Pritzwalker Bürgermeister Wolfgang Brockmann die bereits eingetroffenen „Heerscharen der vielen Unverbesserlichen“ offiziell auf dem Markt begrüßte, kam rechtzeitig die Sonne heraus, denn zur Überraschung aller hatte der Wettergott ein Einsehen mit all denjenigen, die am Prignitzer Anradeln teilnahmen. Und die kamen aus der ganzen Region, ob aus Wittenberge, Bad Wilsnack, Kyritz, Wusterhausen, Wittstock, Meyenburg oder Perleberg. Einige Bürgermeister waren auf den Drahtesel gestiegen, etwa Nora Görke in Kyritz und Oliver Hermann in Wittenberge. Für alle gab es kleine Gastgeschenke auf der Bühne.

Gegen zwölf Uhr waren die ersten Radler angekommen – sie kamen aus Meyenburg, gefolgt von der ersten Gruppe aus Groß Pankow. Dann ein großer Pulk: Gleich 83 Pritzwalker hatten sich morgens auf den Weg gemacht und 19 Kilometer zurückgelegt. Eine schöne Tour, wie zum Beispiel Peter Gronau erzählte. Er fand den Empfang in Groß Pankow sehr schön und schwärmte noch von dem Kirschkuchen, der dort gereicht wurde.

Uwe Neumann (l.) ehrt den ältesten Radler, den 85-jährigen Karl-Heinz Kenzler aus Pritzwalk. Quelle: Atzenroth

Ins Ziel fuhren Brockmann und sein Stellvertreter Ronald Thiel auf einem Tandem vorweg. Immerhin hatte die Dömnitzstadt die größte Gruppe auf die Strecke geschickt. Dass es dennoch nicht für den Wanderpokal für die stärkste Gruppe reichte, lag daran, dass bei der Bewertung auch die gefahrene Strecke berücksichtigt wird. Und da lagen die 69 Perleberger mit ihren 34 Kilometern nach Punkten vorne. Auch die 45 Wittstocker Radler platzierten sich noch vor den Pritzwalkern – sie hatten immerhin 46 Kilometer in den Beinen. Hagen Boddin nahm als Vertreter der Stadt Perleberg den Wanderpokal entgegen.

Das Pritzwalker Tandem: Wolfgang Brockmann und Ronald Thiel. Quelle: Atzenroth

Die Pritzwalker konnten es gelassen nehmen – sie heimsten viel Lob für ihr Veranstaltungskonzept ein, das zum Beispiel der Geschäftsführer des Tourismusverbands Prignitz, Uwe Neumann, für wegweisend hält: „Wie Pritzwalk das gemacht hat, ist ein Modell für künftige Ausrichter“, sagte Neumann. Es war die Verbindung mit dem musikalischen Frühling in der Innenstadt, die das Ereignis diesmal von den Vorjahren abhob. Die Band Mühlenberg und Co begleitete die Begrüßung der Radler musikalisch auf der Bühne. Fantastische Gestalten auf Stelzen sorgten für ein buntes Bild in der Stadt. Vor allem für Kinder gab es in der Innenstadt viele Angebote; zudem hatten die Geschäfte geöffnet.

Neumann bezifferte die Zahl der gemeldeten Radler mit 320 bis 330. Tatsächlich waren es aber wohl noch ein paar mehr, die individuell dazugekommen sind. Insgesamt könnten so knapp 400 Radler überall in der Region unterwegs gewesen sein.

Der älteste von ihnen fuhr im Pritzwalker Feld mit: Der 85-jährige Karl-Heinz Kenzler wirkte fit wie ein Turnschuh und erklärte auf der Bühne, dass er sich auch sonst, etwa zum Einkaufen, aufs Rad setzt.

Uwe Neumann interviewt Wilhelmine Krüll, die jüngste Radlerin des Tages. Quelle: Atzenroth

Die jüngste Radlerin wiederum war stolz die über 30 Kilometer von Perleberg nach Pritzwalk geradelt. Dabei war die fünfjährige Wilhelmine Krüll von ihrer Tante, ihrem Bruder, Opa und Oma begleitet worden.

Bevor es vom Anradeln endgültig in den musikalischen Frühling überging, wurde noch der symbolische Fahrradlenker an die nächste Gastgeberstadt für die Radler anno 2017 übergeben. Das wird Wittstock sein. Vizebürgermeister Dieter Herm nahm den Lenker entgegen, bedankte sich für den schönen Empfang in Pritzwalk und hofft auf eine ähnliche gute Beteiligung im kommenden Jahr. Ach ja, eine Einladung zur Landesgartenschau in Wittstock im Jahr 2019 gab es auch schon...

Stadtwolf und Knieperfuchs fühlten sich im Umfeld dieser Gestalten offenbar sehr wohl. Quelle: Atzenroth

Etwas näher liegt eine andere Veranstaltung: In einem Monat beginnt die 19. Tour de Prignitz. Bernd Gerhardt, dem Fahrradbeauftragten des Tourismusverbandes Prignitz, war es vorbehalten, von der Bühne zu diesem Großereignis von MAZ und Antenne Brandenburg einzuladen.

Farbenfroh und klangvoll – so kann man den musikalischen Frühling in Pritzwalk umschreiben, in dessen Rahmen die Anradler empfangen wurden.

Von Bernd Atzenroth

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