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Pritzwalk: Deutlich mehr Familien in Not

Sterntaler Pritzwalk: Deutlich mehr Familien in Not

4400 Euro an Spendengeldern sind in diesem Jahr zur MAZ-Spendenaktion „Sterntaler“ bereits zusammengekommen. Am Mittwoch traf sich die Pritzwalker Sterntaler-Kommission, um über die Vergabe der Spenden an Bedürftige zu beraten. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist die Zahl der Familien in Not deutlich gestiegen.

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Die Kommission, die die Sterntalerspenden verteilt, kam zur Beratung zusammen.

Quelle: Claudia Bihler

Pritzwalk. Zum zweiten Mal in diesem Jahr kam am Mittwoch die Pritz­walker Kommission für die Sterntalerspenden zusammen. „Die Not ist nicht etwa kleiner geworden“, sagte der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Klaus-Peter Garlin: „Im Gegenteil. Meine Listen mit Familien in Not sind wesentlich länger als im vergangenen Jahr, das bedeutet, dass die Not größer wird.“

Die Mitglieder der Kommission hatten im Vorfeld Schulen, Kitas, Horte und Seniorenorganisationen befragt, um herauszufinden, welche Familien dringend einer Unterstützung bedürfen. Allein Klaus-Peter Garlin hatte von den Schulen rund 30 Familien übermittelt bekommen, die entweder durch ihren Kinderreichtum oder auch als Alleinerziehende mit mehreren Kindern kein Geld für ein entspanntes Weihnachtsfest haben. In einigen Fällen – so hat die Kommission beschlossen – soll den Familien ein gemeinsamer Gaststättenbesuch ermöglicht werden. Irina Franke von der Kita Kinderland: „Manche Kinder haben in ihrem Leben noch nie ein Restaurant von innen gesehen.“ Die ergreifendste Geschichte kam auch von ihr: Das Kleinkind einer Pritzwalker Familie muss wegen einer schweren Krankheit operiert werden, seine Mutter allerdings ist ebenfalls von Krankheit geplagt. „Ich bin dafür, dass wir dieser Familie eine Reise zur Erholung ermöglichen“, sagt die Kitaleiterin. Die Kommission stimmte zu: 600 Euro sollen der Familie dafür zur Verfügung gestellt werden.

Geld auch für kleine Ausflüge

Kleine traurige Geschichten berichtet Lilo Kania aus ihrer Arbeit als Vorsitzende des Seniorenbeirats. „In den Seniorenheimen sind die Menschen zwar gut versorgt, aber viele haben überhaupt keine Angehörigen mehr.“ Sie würde den Bewohnern gern mit kleinen Geschenken zeigen, dass es dennoch Menschen gibt, die an diese Bewohner denken: Hier könnte eine Garnitur Bettwäsche, dort ein Buch oder an anderer Stelle ein Apothekengutschein helfen. Die Kommission stellte für diese Zwecke bislang 200 Euro zur Verfügung. Geld soll es auch für Familien geben, die zwar ihren Alltag meistern, aber für einen Ausflug auf eine kleine Unterstützung angewiesen sind. Zudem will die Kommission dafür sorgen, dass einige Kinder, die von Schulen und Kitas benannt werden, etwas Kleidung bekommen – auch im Hinblick auf den kommenden Schulbeginn.

Gut 4400 Euro an Spendengeldern konnte die MAZ bisher für die Spendenaktion einwerben, gerne nehmen wir jedoch weitere Spenden entgegen: Viele Menschen konnten bisher noch nicht bedacht werden. Gespendet werden kann entweder in eines der blauen Keramikschweine – oder aber über das Spendenkonto der Stadtverwaltung Pritzwalk bei der Sparkasse Prignitz, IBAN DE 97 1605 0101 1010 0005 40, Stichwort „Sterntaler“ – Spendenquittungen gibt es automatisch.

Von Claudia Bihler

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