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Pritzwalk: Klangerlebnis für 80 Zuhörer

Osterkonzert mit dem Duo Minneklang Pritzwalk: Klangerlebnis für 80 Zuhörer

Es ist erstaunlich, wie vielseitig und wandelbar Sophia Körber ist. Die aus Pritzwalk stammende Sopranistin gastierte erneut zu Ostern in ihrer Heimatstadt, diesmal aber mit einem gänzlich anderen musikalischen Projekt. Im Duo Minneklang hat sie sich mit dem Gitarristen Kihang Lee zusammengetan. Für das Publikum war das Konzert ein einmaliges Klangerlebnis.

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Das Duo Minneklang: Kihang Lee und Sophia Körber.

Quelle: Foto: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. Oper ist ihr Metier, doch an diesem Abend gestattete sie sich auch Ausflüge in andere musikalische Gefilde. Einzig die Rosenarie der Susanna aus Figaros Hochzeit von Wolfgang Amadeus Mozart fand Eingang in das Programm des Osterkonzerts, das die junge Sopranistin Sophia Körber zusammen mit dem Gitarristen Kihang Lee am Ostersonntag in der Taufkapelle der Pritzwalker Nikolaikirche gab. Gemeinsam sind sie das Duo „Minneklang“ und haben sich – im Gegensatz zum sonst so opulenten Opernstil – einem sehr reduzierten Klangkonzept verschrieben „Diese Oper spielt sich im Kopf ab – das Orchester ist die Gitarre“, meinte denn auch Sophia Körber, bevor sie die Arie anstimmte.

Die Zuhörer lauschten andächtig den Darbietungen des Duos

Die Zuhörer lauschten andächtig den Darbietungen des Duos.

Quelle: Atzenroth

Das traf es genau, denn es war ein Klangerlebnis, bei dem es dem Publikum an nichts fehlte. Die etwa 80 Besucher – mehr passten beim besten Willen nicht in die kleine Kapelle hinein – schwelgten noch nach dem Konzert in der elegisch-schönen Stimmung, die das Duo eine Stunde verbreitet hatte. Mucksmäuschenstill hatten sie zuvor die 15 Werke genossen, die die Beiden zu Gehör gebracht hatten.

Sie schlugen dabei einen Bogen von Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Henry Purcell und César Franck bis hin zum wunderschön interpretierten „Ständchen“ von Franz Schubert. Einen schönen Kontrast dazu bildete das koreanische Volkslied „Arirang“, dem die Darbietung von „Greensleeves“ folgte. Lieder von Benjamin Britten kamen gleich zweimal zu Ehren, zuletzt in der Zugabe. Zuvor hatte das Duo das Lied „Warum willst Du andere fragen“ von Clara Schumann interpretiert,, das Sophia Körber wegen des „sehr innigen und ehrlichen“ Textes mag. Nach dem Frühlingslied von Felix Mendelssohn Bartholdy gab es stehende Ovationen für die beiden jungen Künstler.

Sophia Körber

Sophia Körber

Quelle: Atzenroth

Es war das zweite Osterkonzert nacheinander, das Sophia Körber in der Pritzwalker Taufkapelle gestaltete, allerdings mit einer komplett anderen Formation. Die aus Pritzwalk stammende Sopranistin lässt sich nicht auf eine Richtung festlegen, sondern probiert mit unterschiedlichen Musikern ganz verschiedene Dinge. Das bewundert auch Gitarrist Kihang Lee an ihr. Der 29-jährige Südkoreaner, der seit 2010 in Deutschland lebt, hatte wiederum eine ganz besondere Gitarre nach Pritzwalk mitgebracht. Acht Seiten hat sie, im Bass eine zusätzliche D- und G-Seite, ansonsten die gleiche Stimmung wie eine normale Gitarre. Der zusätzliche Bass ist ein perfekter Kontrapunkt zum hohen Soprangesang von Sophia Körber. Welche Fähigkeiten am Instrument er hat, demonstrierte er als Solist bei einem Werk von Fernando Sor.

Kihang Lee mit seiner Gitarre

Kihang Lee mit seiner Gitarre

Quelle: Atzenroth

2013 hatten sich Sophia Körber und Kihang Lee im Rahmen ihres Musikstudiums in Hannover kennengelernt. Im Duo Minneklang wollten sie spannendes Kammermusikrepertoire in seiner filigransten Form kennenlernen und aufführen. 2014 wurde das Duo im Stipendiatenprogramm „Yehudi Menuhin Live Music Now Hannover“ aufgenommen. Seitdem konzertierte es in vielen sozialen Einrichtungen, Krankenhäusern, Schulen, Hospizen und Kirchen insbesondere in Niedersachsen.

Nächstes Konzert in Pritzwalk mit dem „Duo Limette“

Die 1990 in Pritzwalk geborene Sängerin, die einst bei der Lotte-Lehmann-Woche in Perleberg erste Sporen verdiente, es mittlerweile aber zur Preisträgerin des Bundeswettbewerbs Gesang gebracht hat, freute sich darüber, von Kantor Maxim Burtsew erneut für ein Konzert eingeladen worden zu sein. Es ist ihr wichtig, auch in ihre Heimat solche Hochkultur zu tragen.

Am kommenden Freitag, 1. April, wird sie bereits erneut hier zu sehen sein, dann aber mit dem „Duo Limette“ im Saal der Pritzwalker Kreismusikschule. Zusammen mit der Pianistin Valentine Buttard intoniert sie dann unter dem Titel „Frauenbilder“ Lieder von und über Frauen von Richard Strauss, Iris Szeghy, Gabriel Fauré und Lili Boulanger. Das Konzert beginnt um 19 Uhr.

Von Bernd Atzenroth

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