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Pritzwalk: Kleintierzüchter bezogen neues Heim

Nach mehr als 1200 Arbeitsstunden Pritzwalk: Kleintierzüchter bezogen neues Heim

Von einem Großbrand haben sie sich nicht entmutigen lassen. Die Mitglieder des Pritzwalker Kleintierzuchtvereins nahmen am Sonnabend ihr neues Vereinsheim offiziell in Besitz. Mehr als 1200 Stunden freiwilliger Arbeit stecken in der Baracke auf dem Gelände der Gärtnerei Lüders. Zur Einweihung saßen das älteste und das jüngste Vereinsmitglied nebeneinander.

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Generationen unter einem Dach: Der älteste Züchter, Erwin Bohnsack (96), und der jüngste, Ben Giese (6), im neuen Vereinsheim der Pritzwalker Kleintierzüchter. Links neben Erwin Bohnsack seine Tochter, die Vereinsschatzmeisterin Inga Andree.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Ab und zu kräht ein Hahn, und mancher Rammler stellt sich auf die Hinterpfoten. Doch Rassegeflügel und -kaninchen sind am Sonnabend vor allem Kulisse für die Eröffnung des neuen Vereinsheims. Der Pritzwalker Kleintierzuchtverein hat es geschafft. Die Mitglieder haben eine neues Zuhause.

Neuanfang nach dem Großbrand

Nachdem ein Großbrand im November 2015 die Räume im Gebäude der Firma TAC vernichtet hatte, ließen sich die rund 50 Zuchtfreunde nicht entmutigen und machten sich auf die Suche nach neuen, geeigneten Räumen. Fündig wurde der Vorsitzende Hans-Gero Sperlich schließlich an der Freyensteiner Chaussee. In einer leerstehenden Baracke auf dem Gelände der Gärtnerei Lüders entstand in einem früher von Bauarbeitern, dann von der Arbeitsfördergesellschaft Afö genutzten Leichtbaucontainer ein neues Vereinsheim. Am Sonnabend kamen viele Mitglieder, aber auch Zuchtfreunde befreundeter Verein, um mit den Pritzwalkern dieses Meilenstein in der Vereinsgeschichte zu feiern.

Im Gewächshaus war kein Platz, aber in einer leeren Baracke

„Die Idee kam mir, als ich mich an einen Besuch beim befreundeten Verein in unseres Partnerstadt Winsen an der Luhe erinnerte“, sagte Hans-Gero Sperlich. „Die hatten öfter Ausstellungen in leerstehenden Gewächshäusern organisiert“, erzählte der Vorsitzende. Doch bei einem Gespräch mit der Gärtnereibesitzerin Andrea Haetzer wurde schnell klar, dass sie keines ihre Gewächshäuser abgeben kann. „Stattdessen kam das Gespräch auf die leerstehende Baracke, und nach einem Gespräch mit meinen Vorstandskollegen war die Sache klar“, erinnert sich Hans-Gero Sperlich.

Mitglieder leisteten 1200 freiwillige Arbeitsstunden

1200 freiwillige Arbeitsstunden – vielleicht sogar noch mehr – steckten die Mitglieder in die neuen Räume: Wände wurden herausgerissen, der Fußboden erneuert , nicht benötigte Heizungs- und Sanitäranlagen demontiert, Türen und teilweise die Fenster erneuert und noch vieles mehr. Lohn der Mühen ist ein ansprechendes Vereinslokal, in dem zwar bestimmt noch das eine oder andere zu tun ist, bei dem aber die Grundlagen stimmen.

Neben dem beruhigenden Gefühl, wieder ein festes Dach über dem Kopf zu haben, brachten der Brand und die folgenden Arbeitseinsätze noch einen anderen positiven Effekt mit sich: „Die gemeinsame Arbeit hat uns wirklich zusammengeschweißt“, sagt Hans-Gero Sperlich. Es ist schon ein Unterschied, ob man nur eine Ausstellung vorbereitet, oder wochenlang zusammenarbeitet.“ Insgesamt 14 Einsätze absolvierten die Mitglieder seit Januar in den neuen Räumen.

Jüngstes Mitglied ist erst sechs Jahre alt

Unter den feiernden Vereinsmitgliedern befand sich auch der sechs Jahre alte Ben Giese. Der Steppke wohnt in Berlin, aber seine Muter Kathleen besucht so oft es geht ihre Heimatstadt Pritzwalk. Nicht zuletzt, weil Ben das jüngste Mitglied des Kleintierzuchtvereins ist. Besonders stolz ist der künftige Schulanfänger auf seine Zwerg-Orpington-Hähne und die Chabos. Ben zog es schon im zarten Alter von zehn Monaten zum Geflügel, sagt Kathleen Giese lachend. Der Vereinsnachwuchs in Pritzwalk ist jedenfalls gesichert.

Von Andreas König

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