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Prignitz Pritzwalk: „MobiPro-EU“ in der nächsten Runde
Lokales Prignitz Pritzwalk: „MobiPro-EU“ in der nächsten Runde
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00:17 24.06.2016
Vier junge Italiener, unter anderem Elena Cittadoni (2.v.l.) trafen sich mit den Projektmitarbeitern Anja Rosemann (M.) und Werner Schulze (4.v.r) und Projektleiter Lothar Nagel (rechts außen) von der Bildungsgesellschaft. Quelle: Privat
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Pritzwalk

Zehn Tage war eine Delegation der Gemeinnützigen Bildungsgesellschaft (GBG) Pritz­walk in drei europäischen Ländern unterwegs, um sich vom Fortschritt des Projektes „MobiPro-EU“ zu überzeugen. „Wir haben mit allen Bewerbern gesprochen und auch am Deutschunterricht teilgenommen“, berichtet Lothar Nagel, Projektleiter für „MobiPro-EU“ bei der Bildungsgesellschaft. Aktueller Stand: Von 24 gestarteten jungen Leuten in Ungarn, Rumänien und Italien sind noch 18 dabei. Sie gehen ab Mitte Juli in ihre Praktikumsbetriebe.

Über „MobiPro-EU“ soll interessierten jungen Leuten aus den genannten Ländern ein Ausbildungsplatz im westlichen Brandenburg verschafft werden. Sie haben jetzt ihre Praktikumsverträge unterschrieben, die von den brandenburgischen Firmen vorbereitet wurden. Damit bekommen die Jugendlichen eine Sicherheit in die Hand. „Sie haben schon danach gefragt, ob sie hier einen Betrieb haben“, erklärt Lothar Nagel. In einem kleinen Video stellen sich die Bewerber auf Deutsch ihrem künftigen Praktikumsbetrieb vor.

Grundvoraussetzung sind gute Deutschkenntnisse

Denn die Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Projekt sind Deutschkenntnisse vom Sprachniveau B1 – die fortgeschrittene Sprachverwendung. Dafür machen die Bewerber einen dreimonatigen Intensivkurs. „Wir haben vor Ort mit der jeweiligen Deutschschule das aktuelle Sprachniveau festgestellt, und das liegt derzeit bei A1 oder A2, also noch darunter“, erzählt Lothar Nagel. Sein Eindruck war, „auch wenn einige schon abgesprungen sind, weil sie den Kurs nicht schaffen“, dass die jungen Leute sehr motiviert sind.

Italienische junge Bewerber büffeln die deutsche Sprache. Quelle: Privat

Gegenwärtig sind die Organisatoren auf Wohnungssuche für die jungen Leute. Die Unterkünfte sollen möbliert sein, da die Praktika für sechs Wochen angesetzt sind. „Ein Bett und ein Tisch sollten schon drinstehen.“ Freilich bleiben die Bewerber länger, wenn sie dem Betrieb – und umgekehrt der Betrieb ihnen – gefallen. „Es ist aber gar nicht so einfach, etwas Passendes und vor allem Preisgünstiges zu finden“, meint der Projektleiter. Die neun Ungarn, fünf Rumänen und vier Italiener seien indessen dabei, Flüge beziehungsweise Bahnfahrten nach Brandenburg zu buchen.

Für jeweils sechs Wochen gehen die rumänischen Bewerber vom 11. Juli bis 19. August, die ungarischen und italienischen Bewerber jeweils vom 18. Juli bis 26. August in die Betriebe. Mit dabei sind zum Beispiel das Zahnradwerk Pritz­walk, Kammeyer in Meyenburg oder SBL in Neuruppin.

Was ist „MobiPro-EU“?

Mit dem Sonderprogramm „MobiPro-EU“ soll es jungen Menschen aus dem europäischen Ausland ermöglicht werden, einen Ausbildungsplatz im Westen Brandenburgs zu erlangen. Die Kollegen um Koordinator Lothar Nagel von der Bildungsgesellschaft Pritzwalk gewannen zunächst Ausbildungsbetriebe in Prignitz und OPR.

Interessierte junge Menschen bewarben sich über ein recht strenges Auswahlverfahren. Jetzt sind sie fast mit ihrem Deutsch-Intensivkurs fertig. Es folgt ein sechswöchiges Praktikum in Brandenburg. Mit viel Glück treten die Bewerber im September ihre Ausbildung an.

Das Sonderprogramm verfolgt das Ziel, einen Beitrag zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit in Europa und zur Fachkräftesicherung in Deutschland zu leisten, heißt es in einer Mitteilung. Eine gezielte Förderung versetzt junge EU-Bürgerinnen und EU-Bürger in die Lage, außerhalb ihrer Herkunftsländer in Deutschland eine betriebliche Berufsausbildung erfolgreich abzuschließen. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert.

Besonders nett fand Lothar Nagel den Fall der jungen Italienerin Elena Cittadoni, die ein Praktikum im Kyritzer Hotel „Waldschlösschen“ beginnt. „Sie kommt aus einer Familie, die selbst ein kleines Hotel betreibt, und möchte unbedingt Restaurantfachfrau werden.“ Wohnen werde das Mädchen direkt im Hotel. Dessen Chefin Yvonne Schwarzer wolle der Italienerin gern weiter Deutschkenntnisse vermitteln und umgekehrt ihr Italienisch auffrischen.

Für den 6. Juli ist in Pritzwalk eine Kick-off-Veranstaltung geplant, an der die Firmen und die jungen Bewerber sowie die beteiligten Agenturen und Organisationen teilnehmen. Als Referenten habe die GBG Klaus-Peter Krüger von der Potsdamer Firma Mancom gewonnen, die unter anderem die kulturelle und wirtschaftliche Verbindung zu den Teilnehmern im rumänischen Siebenbürgen hält. Er wolle die Betriebe für die sprachliche Entwicklung der jungen Leute sensibilisieren, sagt Lothar Nagel: „Die deutsche Sprache wird von Tag zu Tag besser, vor allem wenn sie hier sind.“

Von Beate Vogel

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