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Pritzwalk: Polizei in der DDR

Museumsprojekt Pritzwalk: Polizei in der DDR

Mit dem „VEB Schwellenschutz“ könnte Melitta Ribbe, die sich um die polizeihistorische Sammlung in Pritzwalk kümmert, bald einen Partner für ein Museum der einstigen Transportpolizei gefunden haben. Die Brüder Moschall aus Klink an der Müritz haben eine umfangreiche Sammlung mit Technik, Uniformen, Einsatzausrüstung und Dokumenten.

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Melitta Ribbe vor dem Gebäude, in welches das Trapo-Museum einziehen könnte.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Es gibt viele DDR-Museen, und auch die Polizeigeschichte des Arbeiter-und- Bauern-Staates ist recht gut dokumentiert. Aber ein besonderes Kapitel aus der Geschichte sowohl der DDR als auch deren Polizei wäre bislang nur wenig beleuchtet – gebe es nicht die Interessengemeinschaft VEB Schwellenschutz“. Im mecklenburgischen Klink an der Müritz haben die Brüder Ingo und Christian Moschall eine umfangreiche Sammlung mit Technik, Uniformen, Einsatzausrüstung und Dokumenten zusammengetragen,. Aber ein Museum kann man den Fundus nicht nennen.

In Trapo-Uniform

In Trapo-Uniform: Christian (l.) und Ingo Moschall (r.).

Quelle: Andreas König

Da traf es sich gut, dass die Moschall-Brüder vor einiger Zeit im Blaulichtmuseum in Beuster waren. Dessen Chef Ralf von Hagen ist gut mit Melitta Ribbe von der polizeihistorischen Sammlung in Pritzwalk bekannt. Der Kontakt war schnell hergestellt und das Anliegen des „VEB Schwellenschutz“ auf den Punkt gebracht: Der inoffizielle Nachfolger der Transportpolizei möchte einen Teil seiner Ausstellungsstücke gern in Pritzwalk präsentieren. „Da die Transportpolizei der DDR eng mit der Deutschen Reichsbahn zusammenarbeitete, liegt die Idee nahe, ein Transportpolizeimuseum an einem richtigen Bahnhofsstandort einzurichten“, sagt Ingo Moschall. Der Bahnhof in Pritz­walk ist wegen der polizeihistorischen Sammlung in den Kellerräumen der einstigen Mitropa-Gaststätte ohnehin für Polizeigeschichte prädestiniert. „Aber wir haben zur Trapo speziell bisher ganz wenige Exponte“, gibt Melitta Ribbe zu. Dabei existierte wie in den meisten DDR-Kreisstädten auch in Pritz­walk eine wenn auch kleine Dienststelle der Transportpolizei. „Die haben damals in einem hinteren Raum der Mitropa gesessen“, erinnert sich Melitta Ribbe. Ihrer Erinnerung nach waren es zwei Transportpolizisten, die für die Sicherheit im Pritz­walker Eisenbahngeschehen verantwortlich zeichneten.

Der Fundus ist schon jetzt groß

Der Fundus ist schon jetzt groß.

Quelle: Andreas König

Doch der Keller ist voll, Räume für eine Extra-Abteilung zur Trapogeschichte beim besten Willen nicht freizuräumen. Da fiel der Blick der beiden Mecklenburger auf ein seit Jahren leerstehendes Haus am Bahnsteigrand der ehemaligen Pollo-Linie. Daraus könnte man doch etwas machen, vorausgesetzt, ein starker Partner findet sich. Der Pritzwalker Bürgermeister Wolfgang Brockmann steht der Idee zumindest aufgeschlossen gegenüber. „In dem Gebäude befand sich vor der Explosionskatastrophe 1945 das Empfangsgebäude der Ostprignitzer Kreiskleinbahn“, sagt das Stadtoberhaupt. Es war wie die allermeisten Gebäude im Pritzwalker Bahnhofsumfeld im Zuge der Explosionskatastrophe am 15. April 1945 komplett zerstört worden. Danach hatten die brandenburgischen Landesbahnen Interesse daran, ein neues Empfangsgebäude zu errichten, doch diese Pläne wurden nur im Ansatz verwirklicht, weil das Eigentum der Privatbahnen nach der Gründung der DDR 1949 der Deutschen Reichsbahn zufiel. So blieb der Neubau ein Fragment, das schließlich als Küche für die Bahnmitarbeiter genutzt wurde. Was hält Wolfgang Brockmann von der Idee der Trapo-Enthusiasten? „Wir müssen natürlich zunächst einmal die Eigentumsverhältnisse prüfen und würden im Zuge der weiteren Sanierung des Bahnhofsumfeldes Möglichkeiten erwägen, wie wir das Vorhaben fördern können“, sagt Wolfgang Brockmann. Im Frühjahr soll es einen Termin vor Ort geben, bei dem Möglichkeiten bewertet werden sollen.

Melitta Ribbe sieht darin jedoch kein unlösbares Problem. „Als unser Traditionszimmer aufgelöst werden und nach Neuruppin verlagert werden sollte, hat sich der Bürgermeister auch für uns starkgemacht.“ Seitdem hat sie ihr Kabinett schon vielen Schulklassen und Seniorengruppen gezeigt.

Von Andreas König

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