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Pritzwalk: Ruhebank für Lothar Hildebrandt

Bewegende Feier zum Abschied Pritzwalk: Ruhebank für Lothar Hildebrandt

Mit Beifall und Geschenken überschüttet wurde der scheidende Prignitzer Kreishandwerksmeister Lothar Hildebrandt. Bei einem Empfang zum 25-jährigen Bestehen der Kreishandwerkerschaft würdigten viele Festredner sein Engagement für die Interessen des Handwerks. Sein Nachfolger Heiko Wegner schenkte ihm eine selbst gemachte Bank als Ruhesitz.

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Der scheidende Kreishandwerksmeister Lothar Hildebrandt erhielt von seinem Nachfolger eine Bank als Abschiedsgeschenk.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Als die Ehrenreden und der Applaus verklungen waren, wirkte Lothar Hildebrandt erleichtert. Die Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen der Kreishandwerkerschaft Prignitz am Freitag in Pritzwalk war ganz auf den scheidenden Kreishandwerksmeister zugeschnitten. In der Alten Mälzerei hatten sich zahlreiche Vertreter des Handwerks aus der Prignitz und von außerhalb eingefunden.

Zunächst wurde daran erinnert, wie vor 25 Jahren die Handwerker nach dem Ende der DDR eine schlagkräftige Interessenvertretung brauchten und in der Kreishandwerkschaft Pritz­walk auch fanden. Doch die Vertreter des ehrbaren Handwerks erkannten schnell, dass sie zu wenige waren, um wirtschaftlich und personell zu bestehen. Schnell wurden sie mit den Berufskollegen aus dem damals noch eigenständigen Kreis Perleberg einig. Am 18. Dezember 1990 formierten sie sich zur Kreishandwerkerschaft Prignitz.

Schon damals in der Kreishandwerkerschaft aktiv war der Dachdeckermeister Lothar Hildebrandt. Seit 1992 fungierte er als Kreishandwerksmeister. In seine Amtszeit fiel die Teilnahme an den ersten Ausbildungsmessen der Region, die es noch heute gibt. Allerdings haben sich die Vorzeichen umgekehrt. Waren es bei der ersten Berufsstartermesse 1995 noch circa zehntausend Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchten, stehen heute jedem Schulabgänger rechnerisch zweieinhalb Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die Sicherung des Berufsnachwuchses für das Handwerk ist denn auch eine der vordringlichen Aufgaben der Kreishandwerkerschaft.

Lothar Hildebrandt erinnerte an die zahlreichen Insolvenzen und Geschäftsaufgaben, zu denen es Ende der 1990er Jahre kam. „Durch Zahlungsausfälle waren viele Handwerker um Haus und Hof gebracht worden“, erinnerte Lothar Hildebrandt. „Es ging um hunderttausende D-Mark.“ Zu einer Großdemonstration in Berlin fuhren auch Prignitzer Handwerker, um den Forderungen nach Schutz vor Abzockern Nachdruck zu verleihen. „Aber geändert hat sich nichts“, sagte Lothar Hildebrandt. Auch einen Hungerstreik von Handwerkerfrauen unterstützten die Prignitzer Vertreter des ehrbaren Handwerks.

Dennoch kann man die Situation vor 15 Jahren nicht mit heute vergleichen. Trotz des Bevölkerungsschwundes und des Mangels an Berufsnachwuchs schätzen heute 93 Prozent der Handwerksbetriebe die wirtschaftliche Lage mit gut oder befriedigend ein.

Dass sich die Prignitzer Handwerker schon immer auf die Geschichte bezogen haben, wurde am Beispiel der Traditionsfahne der Kreishandwerkerschaft deutlich. 1998 wurde sie geweiht, als damals zweites Banner seiner Art im Lande Brandenburg. Das Motto „Einigkeit macht stark“ auf der Rückseite des Fahnentuchs gilt heute mehr denn je. Die Perleberger Bürgermeisterin Annett Jura knüpfte an diesen Gedanken an und überreichte der Kreishandwerkerschaft eine Kopie des Handwerksprivilegs der Schuhmachergilde aus dem Jahr 1239.

Ein Handwerksmeister mit Herz

Dann kam die Stunde des Abschiednehmens. Viele Redner würdigten Lothar Hildebrandts kämpferischen Einsatz für die Interessen der Handwerkerschaft einerseits und für die Entwicklung der Region andererseits. Christian Müller, der Erste Beigeordnete des Prignitzer Landrates, nannte Lothar Hildebrandt einen „Kreishandwerksmeister mit Herz“. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, Ralf Bührig, nannte den scheidenden Kreishandwerksmeister ein „Urgestein“.

Von seinem designierten Nachfolger Heiko Wegner aus Karstädt und dem neuen Stellvertreter erhielt der 75-jährige Lothar Hildebrandt eine handgefertigte Bank, auf der er zunächst allein und dann mit seiner Frau Helga sichtlich gerührt Platz nahm. Katrin Lange, Staatssekretärin im Landesministerium für Infrastruktur und Landesplanung, war als Meyenburger Amtsdirektorin lange Weggefährtin des Jubilars. Sie überreichte „Hille“, wie sie ihn nannte, eine „ruhige Kugel“, was zu dessen sportlichen Interessen passt.

Bei der Auszeichnung verdienter Handwerksmeister gab es ebenfalls noch viele große und kleine Geschenke für Lothar Hildebrandt. Nach seiner Rede hatten sich die Gäste erhoben und minutenlang Beifall geklatscht.

Geehrt

Geehrt wurden bei der Festveranstaltung in Pritzwalk folgende Handwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Prignitz: Reinhard Calmon (Installateur- und Heizungsbauermeister), Wolfgang Telschow (Tischlermeister), Karl-Friedrich Meinert (Elektroinstallateurmeister), Ulrich Thiede (Dachdeckermeister) und Ronald Wüst (Schlosser- und Schmiedemeister).

Mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet wurde Burkhard Eckel (Maler- und Lackierermeister). Alle erhielten zusätzlich ein eigenes Ehrenabzeichen der Kreishandwerkerschaft.

Von Andreas König

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