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Pritzwalk: Weniger Zuspruch für AfD-Demo

Kundgebung auf dem Marktplatz Pritzwalk: Weniger Zuspruch für AfD-Demo

Vieleicht lag es an der Kälte: Der Zuspruch für die AfD-Kundgebung in Pritzwalk war diesmal deutlich geringer. Etwa 50 Menschen hatten sich diesmal auf dem Markt eingefunden. Allerdings war die obligatorische Gegenveranstaltung noch weit kleiner: 17 Leute verloren sich an der Absperrung, die die beiden Gruppen voneinander trennte.

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Christina Schade

Quelle: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. „Das werden Sie in den Mainstreammedien nicht lesen“, war sich Christina Schade sicher. Dort finden die Forderungen der Alternative für Deutschland (AfD) ihrer Überzeugung nach nicht statt, egal ob Einführung der direkten Demokratie nach Schweizer Vorbild oder irgendeine andere Forderung. Und überhaupt: Sie als im Osten Geborene habe sie nicht gedacht, noch einmal um die Meinungsfreiheit fürchten zu müssen. Die Landtagsabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecherin ihrer Fraktion gehörte diesmal zu den Rednern bei der AfD-Kundgebung in Pritzwalk. Und nicht nur die Medien, die ihrer Meinung nach nicht alles berichten dürfen, gäben der AfD keinen Raum. Auch die „Systemparteien“ seien „mehr damit beschäftigt, uns niederzumachen, als sich mit unseren Vorstellungen auseinanderzusetzen“.

Thomas Schlaffke, AfD-Kreisvorsitzender

Thomas Schlaffke, AfD-Kreisvorsitzender

Quelle: Atzenroth

Aber dies alles habe einen Grund: Die „Systemparteien“, ob nun CDU oder SPD, fürchteten die Umfragekönige von der AfD im Angesicht der baldigen Landtagswahlen. Und so kommt die Landtagsabgeordnete zu ihrer Kernforderung: „Merkel muss weg, Gabriel muss weg!“ rief sie am Montag zur AfD-Kundgebung in Pritzwalk in die Runde und erntete dafür den meisten Applaus. Allerdings war der Zuspruch für die Veranstaltung längst nicht so groß wie bei den bisherigen Kundgebungen der AfD und des Prignitzer Bürgerzusammenschlusses in Pritzwalk. Gut 50 Demonstranten standen vor der Bühne, als Christina Schade die Bundeskanzlerin dafür rügte, den „Schutz der Grenzen in türkische Hand zu geben“. Dabei muhte es lautstark aus dem Hintergrund. Das Geräusch, das sich noch zwei-, drei Male wiederholen sollte, schallte aus den versprengten Reihen der Gegendemonstranten herüber. „Hört zu, da könnt Ihr noch was lernen“, schleuderte ihnen Schade entgegen und bekam nochmal Applaus. Zum Abschluss bemühte die Landespolitikerin Bertolt Brecht. „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“, ließ sie ihr geneigtes Publikum wissen, das offenbar der gleichen Auffassung war.

Jean Pascal Hohm

Jean Pascal Hohm

Quelle: Atzenroth

Jean Pascal Hohm, Landesvorsitzender der Jungen Alternative, wiederum hatte es mehr mit Ernst Thälmann. „Wir sind eine Faust“, sagte er und beschwor die Gemeinschaft, um „gemeinsam und entschlossen gegen den drohenden Untergang Deutschlands zu protestieren“. Hohm beschwor die Tugenden Ehre, Treue und Pflichtbewusstsein. „Zeigen wir den Bonzen, dass wir das Volk sind“, rief er, „wir repräsentieren die schweigende Mehrheit des Volkes.“

Zum Abschluss beschwor der AfD-Kreisvorsitzende Thomas Schlaffke den „Prignitzer Bürgerzusammenschluss“, der mit der AfD zusammen als Veranstalter der Kundgebungsserie auftritt. „Wir werden hier weitermachen“, betonte er und lud direkt zur nächsten Kundgebung in Pritzwalk am 14. März ein. Ein wenig fürchtet Schlaffke die baldige Helligkeit am Abend, weil sich dann der ein oder andere seiner Meinung nach vielleicht nicht trauen würde, bei der Demo dabeizusein. Am 14. März könnte das Bild auch etwas anders aussehen. Denn weil die AfD diese Kundgebung noch nicht offiziell angemeldet hatte, meldete der Pritzwalker SPD-Stadtverordnete und Juso Timm Buchholz selbst kurzerhand noch am Abend eine Veranstaltung vor dem SPD-Parteibüro an – also fast genau dort, wo bislang die AfD immer demonstrierte.

Vorher aber, am 22. Februar, will die AfD in Neuruppin demonstrieren. Die Redner werden Andreas Kalbitz und Armin-Paul Hampel sein, beide waren auch schon in Pritzwalk zu hören.

Von Bernd Atzenroth

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