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Prignitz Pritzwalk in alten Aufnahmen
Lokales Prignitz Pritzwalk in alten Aufnahmen
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00:18 19.03.2016
Das neue Buch von Jens Nering (l.) bot gleich Diskussionsstoff. Quelle: Michael Beeskow
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Pritzwalk

„Da ist ja das alte Krankenhaus.“ „Hier, sieh die Schule.“ Nicht wenige Pritzwalker vertieften sich am Dienstag sogleich in das druckfrische Buch von Jens Nering mit mehr als 180 historischen Stadtansichten. Bei der Vorstellung des Buches in der „Prignitzer Reisewelt“ in der Pritz­walker Roßstraße herrschte ein ziemlicher Andrang – als hätten die geschichtsinteressierten Dömnitzstädter auf diese Publikation schon lange gewartet.

„Vielleicht ist ja ein altes Foto von der Gartenstraße dabei“, begründete Ulrich Dombrowsky sein Interesse an der Publikation. Nachdem er eine Weile geblättert hatte, staunte er. „Da ist der Giebel unseres Hauses.“ Auf dem historischen Foto ist auch eine Frau zu erkennen. „Ist das womöglich meine Großmutter“, fragte ein anderer. Doch die Figur war wirklich sehr klein und nicht eindeutig zu identifizieren.

Foto historischer Gleisanlagen in Pritzwalk.

Während der Hobbyhistoriker und Filmemacher Jens Nering die Nachfrage nach seinen Büchern befriedigen musste, begannen die Gespräche in dem Verkaufsraum. Eine historisches Foto von der Kampfschen Mühle ließ die Erinnerung an die einstige Badeanstalt, deren Reste heute hinter der Jahnsporthalle am Giesensdorfer Weg liegen, wieder lebendig werden. „Im Winter sind wir auf der angestauten Rodane Schlittschuh gelaufen“, berichtete einer aus der Runde der älteren Herren. „Pritz­walk hatte aber noch eine zweite Badeanstalt – an der Dömnitz“, warf ein anderer ein. Auch dazu findet sich eine historische Aufnahme in dem Buch. Hinter dem Stadion am Weg zum Hainholz war das, erklärte ein Ur-Pritzwalker. Von einer Besonderheit berichtete bald ein weiterer Geschichtskundiger. „Hinter der Tuchfabrik war auch so ein kleines Becken. Dort habe ich schwimmen gelernt.“

Auch Knieperfuchs Horst Fenske ließ sich das neue Buch nicht entgehen. „Natürlich interessiere ich mich für die Pritzwalker Geschichte“, erklärte der gebürtige Perleberger, der allerdings seit 1964 mit Familie in der Dömnitzstadt wohnt. Intensiv befasste er sich mit der Historie der Stadt, als er den Spuren des Kniepers nachging. In einem Hofbrief fand er die Notiz, dass auch ein Knieperfass zum Inventar gehörte. Das war etwa in der Zeit um 1850. „In Perleberg kam der Suren Hansen erst so um 1920 auf“, berichtet Horst Fenske. Da sei es klar, dass nur Pritzwalk Knieperstadt sein könne. Als das Gespräch auf das „Deutsche Haus“ kommt, die Gaststätte die Horst Fenske führt, erklärte er: „Das war mal eine Schmiede. Wo heute der Gastraum ist, konnte man durchfahren.“ Die Gaststätte hat Horst Fenske erst 1997 eingerichtet. So liefen in der Runde Pritzwalker Geschichten und Geschichtchen nahtlos ineinander über.

Jens Nering versteht seinen Ausflug nach Pritzwalk als Experiment. Bislang veröffentlichte der unermüdliche Sammler historischer Dokumente mehrere Bücher zur Perleberger Geschichte.

Als er vor fünf Jahre einen Film über das Bier in der Perleberger Geschichte plante, war auf der Materialsuche mit Rolf Rehberg, dem damaligen Pritzwalker Museumsleiter, in Kontakt gekommen. „Von ihm bekam ich das erste Material“, berichtete Jens Nering. In den Sammlungen von Postkarten, Fotos und vielen anderen Dokumenten, die der Hobbyhistoriker von Prignitzern bekam, war auch vieles, was Pritzwalk und anderer Städte betrifft, obwohl er sich eigentlich zunächst nur auf Perleberg konzentrierte. „Ich habe jetzt sehr viel Material über die ganze Prignitz“, erklärte Jens Nering. Das große Interesse in Pritzwalk ist für ihn Anlass, auch historische Ansichten anderer Prignitz-Städte zu veröffentlichen.

Sein neues Buch „Vergessene Ansichten – Pritzwalk“ ist in der „Prignitzer Reisewelt“ in Pritz­walk, Roßstraße 14, erhältlich. Nach der Buchvorstellung sind dort übrigens weitere Veranstaltungen geplant, bei denen Pritz­walk-Themen behandelt werden. Die Pritzwalker dürfen also gespannt sein.

Von Michael Beeskow

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