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Pritzwalk sind ganz viele

Stadt ohne Alleinstellungsmerkmal Pritzwalk sind ganz viele

Was in Perleberg einfach erscheint, ist in Pritzwalk komplizierter: Der Dömnitzstadt fehlt ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem sie für sich werben könnte. Das war das Ergebnis eines Workshops bei der Stadtverwaltung, bei dem es um die Suche nach einem neuen Logo für Pritzwalk ging. Es könnte eine Weiterentwicklung von „Pritzwalkerleben“ werden.

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Wortwolken: Sie zeigen welche Begriffe in Texten über die Stadt im Internet 2013 wie stark verwendet wurden.

Quelle: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. Richard David Precht hätte am Montagabend in Pritz­walk der Stichwortgeber sein können, denn bei einem Workshop ging es ganz nach dem Motto „Wer bin ich, und wenn ja, wie viele“ um das Selbstbild der Stadt. Auf Einladung von Vizebürgermeister Ronald Thiel hin diskutierte eine ansehnliche Runde im Rahmen einer Ideenwerkstatt darüber, wie sich Pritzwalk künftig nach außen präsentieren will. Wie er bereits angekündigt hatte, soll ein neues Logo für die Stadt entwickelt werden.

Was Pritzwalk ausmacht und was ihnen zur Stadt einfiel, hielten die Anwesenden auf gelben Karten fest

Was Pritzwalk ausmacht und was ihnen zur Stadt einfiel, hielten die Anwesenden auf gelben Karten fest.

Quelle: Bernd Atzenroth

Um die Prechtsche Eingangsfrage zu beantworten: Pritzwalk sind ganz viele. Das heißt, die Stadt hat kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal, das sie für die Werbung oder gar ein Logo nutzen könnte oder sogar sollte. Dafür aber fielen den Anwesenden viele unterschiedliche Punkte ein, die die Stadt charakterisieren und die sie schriftlich auf gelbe Karten festhielten – ob nun das Hainholz, die Dömnitz- oder die Nikolaikirche, ob der Knieper oder die Geschichte als Tuchmacherstadt. Und da es keine hervorstechende Eigenschaft gibt, mit der man allein werben könnte, kamen die Gäste der Veranstaltung auf das alte Wortspiel „Pritzwalkerleben“ zurück, mit dem sie doch seit Jahren gar nicht unzufrieden sind.

Katharina Zimmermann (2vl) erklärte, wie Marken entwickelt werden

Katharina Zimmermann (2.v.l.) erklärte, wie Marken entwickelt werden. Links: Kathrin Reiter.

Quelle: Atzenroth

Kathrin Reiter, dereinst verantwortlich für den Schriftzug„Pritz­walkerleben“, soll nun ein neues Logo für die Stadt entwickeln. In Vorgesprächen hatte sie bereits festgestellt, dass sich viele Dömnitzstädter mit dem Spruch identifizieren können. Ihre Vorstellung daher: Das Logo soll „Pritzwalkerleben“ weiterentwickeln, aber je nach Verwendung mit einem anderen Wortspiel aufwarten. Also eine grafische Gestaltung, aber verschiedene Begriffe – eine Idee, die im Publikum Anklang fand.

Einst das Motto des Stadtjubiläums

Alexandra Valentin stellt verschiedene Logos vor

Alexandra Valentin stellt verschiedene Logos vor

Quelle: Bernd Atzenroth

Der Spruch, der ebenso „Pritz­walk erleben“ wie „Pritzwalker leben“ gelesen werden kann, war dereinst gar nicht als Stadtlogo konzipiert worden, sondern als Motto für die 750-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 2006. Der charakteristische Schriftzug in weißen Buchstaben auf roten Grund – nur die Silbe „er“ ist schwarz – schaffte es auch im Jahrzehnt danach auf Plakate, Publikationen der Stadt oder auch die Transparente der Aktion „Wie wäre es mit uns beiden?“, die an leerstehende Häusern prangten. Kurzum: „Pritzwalkerleben“ wurde oft als Werbemittel eingesetzt, aber nicht überall und durchgehend. Als anderes, davon abweichendes Beispiel verwies die Stadtplanerin Alexandra Valentin aus Potsdam als Gast der Sitzung zum Beispiel auf die Schilder „Knieperstadt Pritzwalk“.

Ronald Thiel

Ronald Thiel

Quelle: Bernd Atzenroth

Für Ronald Thiel, zu dessen Geschäftsbereich in der Stadtverwaltung auch der Bereich Stadt- und Ortsteilentwicklung und damit das Stadtmarketing gehört, sollte die Ideenwerkstatt eine Art Bestandsaufnahme sein, um zu schauen, ob und wie etwas zu ändern oder weiterzuentwickeln ist. Viele Akteure aus der Stadt sollten einbezogen werden. Katharina Zimmermann, Pritzwalker SPD-Stadtverordnete und beschäftigt beim Tourismusverband Prignitz, erklärte zunächst, wie in ihrem Bereich Marken und Logos entwickelt werden, und versuchte ihre Erkenntnisse auf die Belange der Stadt zu übertragen.

Oft ziert ein Logo die geografische Lage

Alexandra Valentin war insofern ein interessanter Gast, weil sie sich mit Stärken und Schwächen von Städten berufsmäßig beschäftigt. Sie erklärte, was alles ein Logo umschreiben kann: Die Palette reicht von Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmalen über das kommunale Selbstverständnis bis hin zu Entwicklungszielen einer Kommune. Die vielen Beispiele für Stadtlogos, die sie den Anwesenden zeigte, arbeiteten oft mit einem Slogan und der geographischen Lage des Ortes.

Ideen gefragt: An der Ideenwerkstatt können sich übrigens alle Bürger noch beteiligen. Bis zum 31. März können Vorschläge beim Fachgebiet Stadt- und Ortsteilentwicklung in der Stadtverwaltung eingereicht werden. Bei Rückfragen gibt Sylke Hildebrandt unter 03395/76 08 67 Auskunft.

Von Bernd Atzenroth

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