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Pritzwalk und Wittstock: „Nur zusammen“

Auch nach der Kreisgebietsreform Pritzwalk und Wittstock: „Nur zusammen“

Wie die Kreisgebietsreform auch ausgeht: Pritzwalk und Wittstock wollen gemeinsames Mittelzentrum bleiben. Mit dieser Aussage wollen die beiden Städte in die Diskussion über die Kreisgebietsreform gehen. Eine Aufteilung des Kreises Ostprignitz-Ruppin auf Oberhavel und Havelland wie vom Innenministerium favorisiert, würde diesem Ansatz widersprechen.

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Die stellvertretenden Bürgermeister von Pritzwalk, Ronald Thiel (l.), und Wittstock, Dieter Herm, bekennen sich zum gemeinsamen Mittelzentrum auch nach einer Kreisgebietsreform.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk/Wittstock. Man sagt von guten Freunden, zwischen sie passe kein Blatt Papier. Das stimmt für Pritzwalk und Wittstock nur im übertragenen Sinne. Denn die stellvertretenden Bürgermeister der Dömnitz- und der Dossestadt, Ronald Thiel und Dieter Herm befassen sich derzeit mit einem ganz speziellen Papier. Die Vorgaben des brandenburgischen Innenministeriums für die Kreisgebietsreform bewegt die Gemüter natürlich auch in den Kommunen der Kooperation. Das sind außer Pritz­walk und Wittstock die Gemeinde Heiligengrabe und das Amt Meyen­burg.

Bei einem Arbeitsgespräch in Pritzwalk vereinbarten dessen stellvertretender Bürgermeister Ronald Thiel und sein Wittstocker Amtskollege Dieter Herm, welchen Standpunkt man in der Fahrt aufnehmenden Diskussion um die Kreisgebietsreform vertritt.

Industrielles Zentrum

Die Kooperation Pritzwalk, Wittstock, Heiligengrabe und Meyenburg ist das bundesweit einzige Mittelzentrum dessen Mitglieder von einer Kreisgrenze getrennt sind.

Seit über zehn Jahren arbeiten die Kommunen gemeinsam mit dem Verein Wachstumskern Autobahndreieck zusammen.

53 Prozent der Stellen im Mittelzentrum sind Industriearbeitsplätze. Laut sozioökonomischem Gutachten ist das mehr als der Landesdurchschnitt.

Ein neuer Kreis nach dem Sektorprinzip (Tortenstücke mit Berlinzugang) würde Pritzwalk und Wittstock erneut trenne. Die Kommunalpolitiker sprechen sich dagegen aus. akö

Der lässt sich am einfachsten auf die Formel bringen „Nur zusammen“. So jedenfalls formulierte es Ronald Thiel. Dieter Herm ergänzte: „Wir sind uns einig, dass das Gebilde Prignitz-Ruppin die sinnvollste Variante ist. Dort sind die Städte gleichwertig und gleichartig. Und solch eine Gleichwertigkeit muss es innerhalb eines Kreises geben.“ In einem Kreis wie Prignitz-Ruppin wisse man um die Probleme und Besonderheiten von Putlitz, Freyenstein oder Lenzen, wohingegen das aus Oranienburger oder Rathenower Perspektive kaum jemanden interessiere. In beiden Kreisen existierten zwei Wachstumskerne und zwei industrielle Kerne. „Die Zusammenarbeit hat bisher über die Kreisgrenzen hinweg gut geklappt“, sagt Dieter Herm. Das dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Sein Kollege Thiel ergänzte: „Unsere Kooperation ist das bundesweit einzige Mittelzentrum, das sich über zwei Kreise erstreckt. Das ist oft schwierig zu handhaben, aber wir praktizieren die Kooperation seit Jahren erfolgreich. Wir haben im Nordwesten die meisten Industriearbeitsplätze, es gibt funktionierende Verkehrsverbindungen.“ Viel wichtiger als die Berlinanbindung seien die Beziehungen der Städte untereinander. Daher wolle man die Diskussion um die Zukunft der Kreise mit den Stärken als Argument führen.

Bevölkerungsreichtum gehört erwiesenermaßen nicht zu den Stärken. Auch ein gemeinsamer Kreis Prignitz-Ruppin bliebe unter den geforderten 150 000 Einwohnern. Laut Vorhersagen der Landesregierung läge ein gemeinsamer Kreis bei 146 000 Einwohnern. Doch solche Argumente lässt Dieter Herm nicht gelten. „Das sind letztlich alles Prognosen. Sicher, der demografische Wandel kommt, aber nicht in dem befürchteten Ausmaß. Da kann mir niemand erzählen, dass man jetzt schon auf 4000 Einwohner genau sagen kann, wie viele Menschen im Jahr 2030 hier wohnen.“

Neben diesen Überlegungen sei wichtig, welche Aufgaben die neuen Kreise haben und welche den Kommunen übertragen werden. „Dazu ist noch nicht sehr viel bekannt“, sagt Ronald Thiel. Neue Erkenntnisse verspricht man sich von Besuchen des Innenministers in der Region. Für September hat sich Karl-Heinz Schröter in Ostprignitz-Ruppin angekündigt, im Oktober in der Prignitz.

Die Reform birgt aus Sicht der Kooperationsstädte Chancen. In einem gemeinsamen Kreis wäre vieles einfacher. Größtes Risiko wäre die Trennung in zwei neue Großkreise.

Von Andreas König

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