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Pritzwalk wartet aufs Verkehrskonzept

Bei Lärm und Verkehr gibt’s keine einfachen Antworten Pritzwalk wartet aufs Verkehrskonzept

Fast zwei Stunden beschäftigte sich der Pritzwalker Ordnungsausschuss mit dem Verkehrskonzept und dem Lärmaktionsplan. Für anwesende Kommunalpolitiker und Bürger war das Ergebnis wenig zufriedenstellend

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Kurzzeitig galt mal Tempo 30 an der Schlachthausstraße. Das ist längst Vergangenheit.

Quelle: Atzenroth

Pritzwalk. Es ist nicht jedermanns Sache, sich mit juristischen Details auseinanderzusetzen. Der Pritz­walker Ordnungsausschuss tat dies am Montag in aller Ausführlichkeit in Sachen Lärmaktions- und Verkehrsplanung. Heiko Möbius, Sachbearbeiter im Fachgebiet Straßenwesen, Grünanlagen und Friedhofswesen bei der Stadtverwaltung, hatte dafür einen detaillierten Vortrag vorbereitet.

Das Ergebnis nach 90 Minuten war neben rauchenden Köpfen bei den meisten Zuhörern vereinfacht auf eine simple Formel zu bringen: Alles hängt mit allem zusammen, und deswegen lässt sich in vieler Hinsicht noch nichts Konkretes sagen. Zwar wird seit vier Jahren bereits an einem neuen Verkehrskonzept für Pritzwalk gearbeitet. Da das eine sehr komplexe Aufgabe ist, kann sie neben allen sonst zu erledigenden Aufgaben aber nur nach und nach umgesetzt werden, wie Möbius betonte. Er erklärte auch, warum es keinen Sinn macht, schon vor Abschluss der Konzeptarbeit etwaige Einzelmaßnahmen umzusetzen. Denn immer wenn an einer Stelle in der Stadt etwas geändert werde, müssten die Auswirkungen auf andere Strecken mit bedacht werden.

Das war bei allem Verständnis für die schwierige Aufgabe von Möbius dem ein oder anderen Anwesenden doch ein bisschen zu wenig. Der Stadtverordnete Klaus Brandt (Freie Wähler) meinte: „Dem Bürger hilft das nicht weiter.“ Und Frank Gragert, Anlieger der Schlachthausstraße, hatte sich schon etwas mehr versprochen, als von Möbius zu erfahren, dass noch gar keine Verfahrensweise für den Umgang mit seiner Straße entwickelt worden ist. Gragert: „Die Bürger warten auf Antworten.“ Die Schlachthausstraße ist eine Haupteinfahrtsstraße nach Pritzwalk, und die Anlieger kämpfen dort genauso für eine Verkehrsberuhigung wie etwa die der Havelberger Straße. Gragert meinte, dass in der Schlachthausstraße eine Querungshilfe fehlte, doch Möbius machte ihm wenig Hoffnung, dass dies durchsetzbar wäre. Auch bei der Havelberger Straße sieht er wenig Chancen, diese nicht mehr als Hauptverbindungsstraße zu führen.

Viel Verkehr lässt sich nicht nach außen verlagern

Dabei hatte Heiko Möbius viele interessante Daten zusammengetragen. Etwa das Ergebnis der Verkehrszählung sowie Lärm- und Geschwindigkeitsmessung in Pritz­walk. Eine Erkenntnis daraus: Viel Verkehr lässt nicht aus der Stadt verlagern, weder die täglich 160 Busfahrten noch der Lieferverkehr. Großraum- und Schwertransporte von Windrad-Bestandteilen müssen durch die Stadt und lassen sich ausgerechnet auf der B-189-Ortsumgehung nicht bewerkstelligen. Auch der landwirtschaftliche Verkehr wird wohl weiterhin durch die Stadt rollen – erst jüngst hat das Potsdamer Verkehrsministerium erneut das Ansinnen zurückgewiesen, dass die B 189 auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge zugelassen werden könnte. Das Problem: Zwar wäre die B 103 für landwirtschaftliche Fahrzeuge frei. Aber das nutzt den Landwirten meist nichts, weil sie dann vom Anschluss Pritzwalk-West bis nach Kemnitz nicht auf die Umgehung dürfen und doch durch die Stadt fahren müssten. Dass übergroße Jauchefahrzeuge dann mitunter Wege benutzen, die sie nicht benutzen sollten, wusste eine Anliegerin der Schlachthausstraße, die solche Fahrzeuge oft in den Holzhof einbiegen sieht.

Wenig Geld, aber viel Investitionsbedarf

Aber es gibt noch ein weiteres großes Problem. „Alle Straßen sind abgeschrieben. Daher müssen alle neuen Maßnahmen investiv sein“, betonte Möbius. Darauf stieg auch der Ausschussvorsitzende Jean Duwe (FDP) ein. Im gerade verabschiedeten Haushalt stehen für 2016 für alle investiven Maßnahmen insgesamt 300 000 Euro zur Verfügung, „das wäre alleine für die Straßen nötig“, so Duwe.

Die Auseinandersetzung mit der Verkehrsplanung geht im Ausschuss weiter – beim nächsten Mal soll sich die Diskussion um baufachliche Fragen drehen.

Von Bernd Atzenroth

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