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Pritzwalk zeigt Gesicht beim Friedensgebet

Rechtsradikale laufen wenige Meter entfernt zum Aufmarsch auf Pritzwalk zeigt Gesicht beim Friedensgebet

"Gesicht zeigen für Vielfalt", lautete das Motto beim Friedensgebet "Pro Asyl" in Pritzwalk. Weit über 100 Menschen waren gekommen und machten deutlich, dass in der Stadt kein Platz für Ausländerfeindlichkeit ist. Zeitgleich kamen 40 Rechtsextreme wenige hundert Meter zum Aufmarsch. Sie blieben unter sich. Ein Rechtsradikaler rastete jedoch aus.

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Friedensgebet "ProAsyl" in Pritzwalk macht deutlich: Es ist in der Stadt kein Platz für rechtes Gedankengut.

Quelle: Beeskow

Pritzwalk. "Ich bin überrascht, wie viele gekommen sind", meinte Chady Seubert am Samstagvormittag. Vor dem Südportal der Pritzwalker Kirche versammelten sich weit über 100 Menschen der Stadt, aus Perleberg, Wittenberge und anderen Orten zu einem Friedensgebet "Pro Asyl", das der Posaunenchor begleitete. Pfarrerin Ina Piatkowski und Bürgermeister Wolfgang Brockmann hatten dazu aufgerufen, als bekannt geworden war, dass Rechtsradikale eine ausländerfeindliche Veranstaltung am Sonnabend auf dem Markt planen. Teilnehmer des Friedensgebets zeigten, dass in Pritzwalk kein Platz ist für Ausländerfeindlichkeit und rechtes Gedankengut. Eine lange Menschenreihe hielt in großen Buchstaben den Spruch: "Gesicht zeigen für Vielfalt".

Flüchtlingsaufnahme ist ein Akt der Humanität

Wolfgang Brockmann verwies darauf, dass das Recht auf Asyl in der deutschen Verfassung verankert ist. "Flüchtlinge in unsere Obhut zu nehmen, ist jedoch mehr als ein rechtsstaatlicher Akt. Es ist vor allem ein Akt der Humanität. Wer in seinem Heimatland um sein Leben fürchten muss, alles zurücklässt und sich oft auf eine lebensgefährliche und zum Teil Jahre dauernde Flucht begibt, muss auf unsere Hilfe und Solidarität zählen können. Sich diesen Menschen zuzuwenden, ist eine Frage der Mitmenschlichkeit und der Nächstenliebe." Er erinnerte daran, dass auch viele Deutsche aus eigener Erfahrung wissen, was Krieg und Vertreibung bedeuten. "Unsere neuen Mitbürger sollten wir so aufnehmen", erklärte der Bürgermeister, "wie wir auch selbst behandelt werden möchten, wenn es uns in ein fremdes Land verschlagen würde ‒ freundlich und mit Anteilnahme."

Das Friedensgebet hielten Ina Piatkowski und Ilse Körber vom Gemeindekirchenrat. Die Pfarrerin rief dazu auf, auf neue Mitbürger mit Interesse und Anteilnahme zuzugehen und keine Angst zu haben, um einander verstehen zu können. "Wir können uns nicht vorstellen, was sie erlebt haben."

Mit einer Kunstaktion begleiteten Chady Seubert, Daniela Dörfel und Hanna-Liisa Koistonen-Purps das Friedensgebet. "Wir sollten Sympathie zeigen", sagte Chady Seubert. "Den Flüchtlingen mit einer Willkommenskultur begegnen und nicht nur fragen, was kostet das."

Rechtsradikaler attackiert Polizisten

Zeitgleich kamen etwa 40 Rechtsextreme 200 Meter entfernt zu ihrem Aufmarsch zusammen, die aber unter sich blieben. Zu den Parolen von "Blut" und "Freiheitskampf des deutschen Volkes" meinte eine Passantin: "Das ist nur gruselig." Gabriele Schlamann vom Mobilen Beratungsteam, das die rechte Szene beobachtet, äußerte: "Es sind die immergleichen dumpfen Parolen." Die neue rechtsextreme Gruppierung um Maik Eminger, der in Pritzwalk sprach und dessen Bruder im NSU-Prozess angeklagt ist, bereite derzeit eine Großveranstaltung der Neonazis am 6. Juni in Neuruppin vor. In diesem Zusammenhang stehe der Auftritt der Rechten in Pritzwalk wie auch in anderen Städten. Die Polizei war mit 31 Beamten zugegen, wie Einsatzleiter Peter Reichwald mitteilte. Ein Mensch wurde verhaftet. Dabei handelte es sich um einen offenbar Alkoholisierten, der mit seinen Kumpanen zunächst auf einer Bank saß und durch verfassungsfeindliche Rufe auffiel. Als er mit einem Schraubenzieher einen Beamten attackieren wollte, wurde er abgeführt.

Von Michael Beeskow

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