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Pritzwalk 11 111. Besucher im Eltern-Kind-Zentrum
Lokales Prignitz Pritzwalk 11 111. Besucher im Eltern-Kind-Zentrum
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00:27 01.09.2018
Der 11111. Besucher im Ekidz-Zentrum Pritzwalk war eine Gruppe. Beim Tortenanschnitt v.l.n.r.: Eva-Maria Menard, Angelika Heller, Maik Senninger, Nicole Seifert, Kati Neun, Manuela Burghardt und Susanne Michels. Quelle: Bernd Atzenroth
Pritzwalk

Warum das von der Kirchengemeinde betriebene Eltern-Kind-Zentrum in Pritzwalk, kurz EKidZ, so gut angenommen wird, konnte man am Dienstagabend sehr gut nachvollziehen. Der 11 111. Besucher im Zentrum wurde begrüßt – aber es war nicht einfach ein Besucher, sondern gleich eine ganze Gruppe von Menschen, die gemeinsam die Torte für den 11 111.Besucher anschneiden dürfte.

Es handelt sich um Eltern von Kindern mit wie auch immer gearteten Handicaps, die sich hier treffen und zusammengefunden haben, um sich auszutauschen oder auch gegenseitig zu helfen – das Eltern-Kind-Zentrum bietet ihnen dafür einen Rahmen. Fünf von ihnen waren am Dienstagabend dabei. Sie kommen aus dem gesamten Umkreis, und ihre Kinder besuchen allesamt die CJD-Schule in Hoppenrade.

„Es wird nicht alles geduldet, aber alle sind gewertschätzt“

Kati Neun zum Beispiel ist aus Kyritz. Sie erklärt, warum sie mit ihrem Kind so gerne in das Pritzwalker Eltern-Kind-Zentrum kommt. Ganz entscheidend ist für sie die gute Atmosphäre: „Meistens sind auch noch andere Kinder hier, und die sind immer sehr freundlich.“ Der Pritzwalker Maik Senninger stimmt ihr zu: „Unsere Kinder werden hier gleich aufgenommen“, sagt er.

Wobei sie in dem Zentrum auch ihre Spielräume erhalten. Susanne Michels erklärt: „Es wird nicht alles geduldet, aber alle sind gewertschätzt.“ Die Pritzwalker Pfarrerin begrüßte zusammen mit Superintendentin Eva-Maria Menard die Gäste und überreichte die Torte. Eva-Maria Menard schätzt die Einrichtung sehr: „Wenn man hierherkommt, ist es wie eine Oase“, sagte die Superintendentin des Kirchenkreises Prignitz.

Austausch, um „gegenseitig Freude zu teilen“

Der Gruppe gehören nicht nur die Fünf an: „Es sind noch mehr, und es wechselt je nach Situation“, sagt Kati Neun. EKidZ-Betreuer Jörn Walther betont: „Die Gruppe ist offen.“ Aber eins eint alle Eltern, die sich hier austauschen: „Wir haben alle besondere Kinder“,sagt Kati Neun. Und das ist nicht immer einfach.

Der Austausch diene daher nicht nur dazu, sich gegenseitig zu helfen, sondern auch, wie es Kati Neun formulierte, „gegenseitig Freude zu teilen“. Kati Neun: „Eltern müssen herausgeholt werden aus der Trauer.“ Soll heißen: Oft neigen Eltern mit behinderten Kindern dazu sich abzukapseln. Die Gruppe ist ein Weg, dieser Falle zu entgehen.

Maik Senninger formuliert das so: „Man zieht sich zurück und konzentriert sich auf die Kinder. Es wäre besser, Eltern wüssten, dass es diese Gruppe gibt.“ Jörn Walther kann das gut erklären: „Es kann passieren, dass man denkt, man ist alleine. Aber man ist es eben nicht.“

Die Hoffnung, dass das eigene Kind diese Chance auch hat

Dabei belastet die Eltern nicht, dass sie ein behindertes Kind haben. Kati Neun zum Beispiel hat zwei Kinder mit Autismus: „Das finde ich nicht schlimm – ich will vermitteln, dass die Kinder auch tolle Seiten haben.“ Nicole Seifert aus Vehlow ergänzt: „Wir lernen hier immer dazu.“

Schlimm sind für viele aber die Auseinandersetzungen mit Behörden. Kati Neun: „Jeder von uns hat einen anderen Leidensweg. Wenn man hier sitzt und hört, dass es besser wird, dann kann man das eher glauben.“ Maik Senninger schöpft daraus die „Hoffnung, dass das eigene Kind diese Chance auch hat“.

Von Bernd Atzenroth

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