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Pritzwalk Aurora soll einen Diabetes-Warnhund erhalten
Lokales Prignitz Pritzwalk Aurora soll einen Diabetes-Warnhund erhalten
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00:24 24.01.2019
Ein kleiner Piks und Aurora sowie ihre Mutter Kristin Stricker können die Blutzuckerwerte ablesen. Quelle: Stephanie Fedders
Pritzwalk

Seit die siebenjährige Aurora Stricker die Diagnose bekommen hat, an Diabetes Typ I erkrankt zu sein (die MAZ berichtete), ist bei Familie Stricker nichts mehr, wie es war. Mutter Kristin Stricker lebt in ständiger Sorge um ihre Tochter und das nicht ohne Grund.

Diabetische Warnhunde sind auch an der Weste zu erkennen, die ihnen umgelegt werden kann. Quelle: Friedrich Bungert

Erst jüngst mitten in der Nacht „waren wir kurz vor dem Krankenhaus, weil sie einfach nicht aus dem Unterzucker kam“, berichtete die Mutter der MAZ, „tiefster Wert war 2.3 mmol/l.“ Mmol/l ist die Einheit, in der der Blutzucker gemessen wird.

Der Zucker ist unberechenbar

Aurora hatte im Schlaf sogar Muskelzuckungen. „Egal, was ich gab, Caprisonne, Cola oder flüssigen Zucker – nichts hat so wirklich angeschlagen“, berichtet die Mutter weiter. Nach ganzen eineinhalb Stunden Schlaf wurde ihr Kind wach. Zur Schule gehen konnte sie nicht. Sie sei müde, blass und abgeschlagen gewesen.

Und es ging am Morgen direkt weiter. Kristin Stricker musste sich auf Arbeit krank melden. „Ein Glück haben die Verständnis“, sagt sie. Gut fühlt sie sich dabei aber nicht. Kristin Stricker: „Ich fühle mich gerade in solchen Situationen einfach mies – man versucht alles und der Zucker ist unberechenbar.“

Sterntaler können helfen

Immerhin hat ein Hilfsmittel funktioniert: „Hätten wir den Sensor nicht gehabt, dann hätten wir das gar nicht mitgekriegt“, berichtet die Mutter. Aber selbst das könnte nicht mehr reichen, weil Aurora den Zustand der Unterzuckerung immer später bemerkt. Darum ist die Anschaffung eines diabetischen Warnhundes mehr denn je Ziel der Familie. Kristin Stricker hat dafür nun einen Spendenaufruf gestartet.

Fakten zur Spendensammlung

Kristin Stricker hat eine Spendensammlung initiiert, um für ihre Tochter Aurora einen diabetischen Warnhund anschaffen zu können. Dafür hat sie ein Konto bei der Sparkasse Prignitz angelegt. Hier die Kontoverbindung:

Aurora stricker, Sparkasse Prignitz, IBAN : DE16 1605 0101 1910 1310 55, Bic:WELADED1PRP, Verwendungszweck: Diabeteswarnhund.

Auch über das Internet kann gespendet werden. So hat Kristin Stricker einen leetchi-Account angelegt. Hier der Link: https://www.leetchi.com//fr/
Cagnotte/47068778/3d272454.

Außerdem gibt es auch ein Paypal-Konto für Aurora zur Anschaffung des Diabetes-Warnhundes.

Auch die MAZ wird dabei helfen, dass Aurora bald einen Hund ihr eigen nennen kann, der weit mehr ist als nur ein Spielkamerad ist. Im Rahmen der MAZ-Sterntaler-Aktion wurde in Pritzwalk auch für Aurora gesammelt. Die genaue Summe wird bei der anstehenden Abschlussberatung zur Sterntaler-Aktion noch festgelegt. Sie wird sicher nicht alleine reichen, um einen solchen Hund komplett zu finanzieren, zumal der Topf ja auf verschiedene Projekte, Institutionen und Personen aufgeteilt wird. Aber die Sterntaler werden helfen können, die Anschaffung zu ermöglichen.

Hunde müssen eine richtige Prüfung ablegen

Kristin Stricker rechnet damit, dass sie 5000 bis 6000 Euro zusammenbekommen muss, die sie alleine nicht aufbringen könnte. Sie hat jetzt einen möglichen Partner in der Region gefunden: der Associata-Assistenzhunde-Verein, der eine Nebenstelle in Sargleben (Gemeinde Karstädt) hat. „Die würden mir zur Seite stehen, wenn es darum geht, einen Hund zu finden und eine Ausbildung zu machen“, erklärte sie. Bei dem Verein wird ab dem 4. Februar ein Online-Seminar angeboten, in dem sie sich selbst darauf vorbereiten kann, mit einem solchen Hund umzugehen. „Es geht um Fragen wie: Was kommt auf mich zu? Welche Anforderungen gibt es?“

Auch das Tier selbst muss auf die Aufgabe intensiv vorbereitet werden: Man braucht einen Schein, für den die Hunde richtige Prüfungen ablegen müssen. Die Vorbereitung darauf ist langwierig. „Der Hund an sich muss erstmal den Grundgehorsam kennen, also zur Hundeschule gebracht werden, bevor er die Spezialausbildung erhalten kann“, weiß Kristin Stricker.

Darauf trainiert, sich bemerkbar zu machen

Die Vorbereitung des Hundes auf die neue Aufgabe läuft, so erklärt es die Mutter, dann über den Geruchssinn. Der Hund bekommt ein Kleidungsteil zu riechen, das das Mädchen anhatte, als es unterzuckert war. Wenn sie nun nachts in einen Zustand der Unterzuckerung verfällt, dann würde der Hund dies am Geruch bemerken. Er wird darauf trainiert, sich dann durch Rütteln oder Bellen bemerkbar zu machen.

Doch das ist nicht der einzige Zweck des Hunds: Die Diabetes-Erkrankung führt nämlich dazu, dass sich Aurora sehr zurückzieht. Der Hund ist also auch so etwas wie ein sozialer Kontakt.

Von Bernd Atzenroth

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